Soesterin zieht Bilanz

Nach "Big Brother 2020": Rebecca Zöller will jetzt ins Dschungelcamp

100 Tage war Rebecca Zöller im „Big Brother“-Haus. Seit knapp einer Woche ist sie zurück in Soest. Jetzt sagt sie: „Ich würde so gern ins Dschungelcamp.“

  • Rebecca Zöller hat bei "Big Brother 2020" mitgemacht.
  • Im Finale der TV-Show erreichte die Studentin aus Soest/NRW den vierten Platz.
  • Nun blickt sie auf diese besondere Zeit zurück, hat aber auch die nächste Show im Blick: das Dschungelcamp.

Soest/NRW - Während sich ganz Deutschland 2020 wegen des Coronavirus im Ausnahmezustand befand, war die junge Rebecca Zöller aus Soest Teil einer Fernsehsendung mit anfangs 14 Kandidaten, die lange Zeit nichts von Corona und den Folgen mitbekommen hatten. Die Bewohner, die von der Außenwelt isoliert in Block- und Glashaus lebten, wurden nach einigen Tagen über das aktuelle Geschehen informiert. 

Rebecca bei Big Brother 2020: So erfuhren die Bewohner von Corona

Zöller beschreibt diesen Moment als „ziemlich heftig“, denn das Erste, was die Gruppe zu sehen und hören bekam, war die Ansprache von Bundeskanzlerin Angela Merkel: „Da war davon die Rede, dass es sich um die schlimmste Krise seit dem Zweiten Weltkrieg handelt und alles geschlossen ist. Das war ein sehr krasses Gefühl. Wir waren natürlich alle geschockt.“ 

Von Corona habe sie kurz vor Beginn des Formats gehört, als es noch in China war. Jedoch hätte die Studentin aus Soest nicht gedacht, dass es auch uns so schnell erreicht. „Das war für mich total unrealistisch und ungreifbar. Die Situation ist heute immer noch komisch.“

Rebecca bei Big Brother 2020: Ende der TV-Quarantäne

Inzwischen hatte sie ein paar Tage Zeit, um wieder in den normalen Alltag zu finden. Sie müsse sich aber immer noch an die Maskenpflicht gewöhnen. „Es war zwar gut, dass wir zu diesem Zeitpunkt im Haus waren. Das Kontaktverbot hätte mich echt genervt. Jetzt bin ich aber froh, wieder raus zu sein.“ 

Die schlimmste Phase des Lockdowns hat die Studentin aus Soest (NRW) nicht miterlebt. Sorgen gemacht habe sie sich aber trotzdem: „Da denkt man zuerst an die Familie. Aber wir wurden ja zum Glück auf dem Laufenden gehalten – das war beruhigend.“ 

Über einen Ausstieg bei Big Brother 2020 habe sie nie nachgedacht: „Das kam für mich nicht in Frage.“ Vor allem findet sie es schade, dass Veranstaltungen nicht stattfinden können, somit auch ihre Willkommensparty ausfallen musste. Die meisten ihrer Freunde hat sie nach ihrer Rückkehr bislang nur virtuell getroffen, noch nicht persönlich.

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Big Brother 2020: Rebecca Zöllers Erlebnisse aus der Show

In Erinnerung bleiben wird Rebecca Zöller dem Publikum mit verschiedenen Gesichtern: Zunächst trat sie als fröhlicher Zuschauerliebling auf, war immer gut gelaunt und kümmerte sich viel um die Hühner im Blockhaus. 

Später zeigte sie auch ihre emotionale Seite, weinte, sprach über sich, ihren Körper, und was ihr daran nicht gefällt. Nach den letzten Wochen bleibt die Frohnatur als Freundin an der Seite von Student Tim, der ebenfalls aus NRW kommt, in den Köpfen. Sie sind immer noch ein Paar und wollen das auch bleiben. Sie hat ihn bereits in Aachen besucht, beide waren gemeinsam in Köln.

Bei Big Brother 2020 haben sich Tim und Rebecca kennen und lieben gelernt. Sie sind immer noch ein Paar.

Zu 95 Prozent hatte ich eine richtig coole Zeit und ganz viel Spaß bei Big Brother“, erklärt Zöller. Ihr Lieblingsmoment war der, als sie das goldene Finalticket gewann. Mit dem Sieg habe die Viertplatzierte zu Beginn nicht gerechnet, irgendwann dann aber doch darüber nachgedacht, dass es durchaus möglich wäre. Mit den 100.000 Euro wäre sie nach Südamerika geflogen, „ansonsten hätte ich gespart“. Die Enttäuschung über ihr Ausscheiden hält sich in Grenzen – sie gönne dem 26-jährigen Cedric den Sieg bei Big Brother 2020.

Rebecca bei Big Brother: "Wie ein Familientreffen"

Mit den anderen Bewohnern stehe sie in engem Kontakt, wenn auch derzeit ausschließlich per Videokonferenz. „Das ist wie ein Familientreffen!“ Dass ein paar Bewohner hinter ihrem Rücken auch mal über sie gelästert haben, findet sie „total schade“, nimmt es allerdings nicht übel. 

Sie habe sich noch nicht alle Folgen angeschaut, will das aber nachholen. Zöller würde definitiv wieder an der Show teilnehmen.

Rebecca bei Big Brother: Das bereut sie

Auf die Frage, ob sie irgendetwas anders machen würde, hat sie eine klare Antwort: „Nein, das könnte ich auch gar nicht. Ich weiß, dass ich manchmal anstrengend bin und übertreibe. Aber das bin nun mal Ich.“ 

Sie bereut jedoch ihre Reaktion auf die Sprachnachricht, als ihr und Tim früh eine Beziehung angedichtet wurde – das hatte sie unbeliebt gemacht. Dass einige Zuschauer ihre positive Art genervt hat, stört die Deiringserin nicht: „Ich bin damit einverstanden, wenn Leute mich für meinen Optimismus hassen. Das ist dann eben purer Neid.“ 

Big Brother 2020: Rebeccas größter Moment war, als sie das goldene Finalticket gewann.

Sie fühlt sich mittlerweile in eine Schublade gesteckt. „Irgendwann wurde ich nicht mehr ernst genommen, egal was ich getan habe.“ Dazu habe natürlich auch der Zusammenschnitt beigetragen.

Rebecca bei Big Brother: Das hat der Studentin im Haus gefehlt

Am meisten vermisst hat sie während der 100 Tage ihre Eltern in Soest (NRW), zum Schluss natürlich auch Tim, der eine Woche vor ihr rausflog. Ihr Handy habe ihr hingegen kaum gefehlt. „Dafür hänge ich jetzt dauerhaft daran, seitdem ich wieder frei bin.“ 

Wie hat sie sich sonst verändert? „Ich habe ein wenig zugenommen und kein Zeitgefühl mehr“, gibt Rebecca Zöller schmunzelnd zu. Man sei zwischenzeitlich fast verrückt vor Langeweile geworden. „So kam es dann auch, dass ich immer ausgeflippt bin, wenn endlich etwas passiert ist“, erklärt die Studentin, die sich gerade sehr wohl fühle: „Ich denke, ich bin auf einem guten Weg zur Selbstzufriedenheit.

Bei Big Brother 2020 flossen auch bei der Soesterin Rebecca Zöller viele Tränen.

Im Haus bekamen die Bewohner bei Big Brother 2020 auch ihre Bewertungen und Zuschauer-Kommentare gezeigt. „Bewertet zu werden war merkwürdig.“ Über die positiven Rückmeldungen am Anfang hat die 21-Jährige sich gefreut, nach ihrem Absturz war sie traurig, dann war ihr das Ranking egal. „Zunächst war ich super unsicher, wie ich auf den Hass reagiere. Als dann vor allem Lob kam, hat mich das unter Druck gesetzt.

Rebecca bei Big Brother: Fan-Gemeinde wächst

Das negative Feedback schaut sie sich nicht an. Für ihre Mutter Ellen Zöller sei es hingegen eine schwierige Zeit gewesen. „Meine Mama hat sich den ganzen Shitstorm durchgelesen, das hat sie natürlich getroffen.“ Die Nachrichten, die sie heute bekommt, seien überwiegend positiv

Ihre Fangemeinde auf Instagram hat sich innerhalb weniger Tage mehr als verdoppelt, ist von 14.000 auf fast 30.000 gewachsen. Inzwischen hat Rebecca Zöller sogar erste Autogramme gegeben. „Das ist alles noch sehr unwirklich.

Rebecca bei Big Brother: "Bei mir kommen die Tränen manchmal einfach"

Überhaupt keine Privatsphäre zu haben, sondern rund um die Uhr von Kameras gefilmt zu werden, hat auch für Streitigkeiten gesorgt und zu emotionalen Situationen geführt. „Das waren oft Kleinigkeiten“, schildert Zöller. „Bei mir kommen die Tränen manchmal einfach – auch im Alltag.“ Grund dafür sei vor allem, dass ihr der Kontakt zu den engsten Bekannten fehlte, „die einem das Gefühl geben, verstanden zu werden“. 

Das größte Kompliment, das sie nach dem Finale bekommen habe, war: „Du warst Du! Du warst authentisch und bist dir treu geblieben.“ Und das Wichtigste: „Alle haben mich noch lieb.“ 

Für ihre Großeltern sei die Woche, in der sie und Tim sich ständig geküsst haben, allerdings so peinlich gewesen, dass sie ein paar Tage nicht mehr eingeschaltet haben. „Sie finden, dass man Liebe und intime Momente nicht so öffentlich zeigen muss. Ihre Unterstützung habe ich aber trotzdem.“ Übrigens sei es bei Kuscheln geblieben, Sex gab es im „Big Brother 2020“-Haus nicht – „da bin ich auch froh drum.“

Rebecca bei Big Brother: Vom  Abenteuer in den Corona-Alltag

Nach diesem Extrem-Erlebnis heißt es jetzt „erstmal wieder klarkommen. Ich kann machen, was ich will, fahren, wohin ich will.“ Plötzlich zählt sie zu den bekanntesten Bürgern in Soest und wird gelegentlich erkannt. „Ich gucke gern Trash-TV und folge den Promis online. Jetzt bin ich selbst so eine Person. Das ist komisch. Ich habe doch eigentlich keine großen Talente.“ 

Rebecca bei Big Brother: Jetzt will sie ins Dschungelcamp

Ihre Pläne: weiter Journalismus in Dortmund studieren und schauen, was sich ergibt. Influencerin zu werden, sei nicht das Ziel, aber: „Ich hätte schon Bock, vielleicht ein paar Produkte zu bewerben.“ 

Ob Soest sie irgendwann noch einmal im TV sieht, weiß Rebecca Zöller noch nicht. Ganz ausschließen will sie es aber auch nicht: „Ich würde so gern ins Dschungelcamp.“ Dass sie Lust auf "Ich bin ein Star - holt mich hier raus" hat, dürfte auch der Sender RTL mitbekommen.

Rubriklistenbild: © Marcel Voß

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