Vergewaltigung in Bergkamen: Angeklagter soll Opfer (38) mit Tod gedroht haben

Der Angeklagte verweigerte die Aussage, deswegen musste die Frau aus Kamen die versuchte Vergewaltigung bis ins Detail schildern.
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Der Angeklagte verweigerte die Aussage, deswegen musste die Frau aus Kamen die versuchte Vergewaltigung bis ins Detail schildern.

Der mutmaßliche Vergewaltiger einer Schülerin in Oberaden soll sich zuvor an einer Frau aus Kamen vergriffen haben. Die Tat ist Jahre her, das Trauma der heute 38-Jährigen groß. Nun musste sie die grausamen Details noch einmal vor Gericht durchleben.

Bergkamen/Dortmund - Der wegen Vergewaltigung an einer 15-jährigen Schülerin angeklagte Bergkamener soll bereits vor siebeneinhalb Jahren eine damals 30-jährige Frau angegriffen haben. Vor dem Dortmunder Landgericht wurde am gestrigen Verhandlungstag die mittlerweile 38-jährige Frau aus Kamen als Zeugin gehört. 

Mit einem eindringlichen Appell an den Angeklagten versuchte Nebenklägerin Henriette Lydian zuvor, den Angeklagten zu einer Aussage zu bewegen. Angaben zum Tatgeschehen würden ihrer Mandantin eine belastende Zeugenaussage ersparen und im Falle einer Verurteilung sicherlich strafmildernd gewertet. 

Doch der mutmaßliche Gewalttäter schüttelte nur abwehrend den Kopf und ließ über seinen Verteidiger Axel von Irmer erklären: "Mein Mandant möchte sich dazu nicht äußern!" 

Opfer muss Geschichte bis ins Detail erzählen

So musste die Zeugin sich im Detail an das angeklagte Gewaltgeschehen im Juli 2012 erinnern, unter dem sie lange gelitten habe. Sie schilderte den Prozessbeteiligten, wie sie nach einer Party durch eine dunkle Gasse alleine nach Hause gegangen sei, einen wuchtigen Schlag ins Gesicht erhalten und kurze Zeit ohnmächtig geworden sei. 

Ein Mann mit polnischem Akzent habe ihr dann erklärt, dass er sie ermorden müsse, habe sie mit wuchtigen Schlägen gegen Kopf und Schulter zu Boden geschlagen. "Dann fing er an, meine Hose auszuziehen. Ich habe mich mit Händen und Füßen gewehrt, habe immer lauter geschrien, doch er ließ nicht von mir ab." 

Passanten verhindern weitere Vergewaltigung

Erst als zwei aufmerksam gewordene Passanten zu Hilfe eilten, flüchtete der Unbekannte, soll dabei auch noch das Handy der Frau gestohlen haben. Ob sie den Mann auf der Anklagebank wieder erkenne, fragte der Vorsitzende Richter Alexander Donschen die Zeugin. "Ja, heute würde ich sagen, dass er es war!" 

Der Prozess wird am Donnerstag fortgesetzt.

Unterdessen steht die Polizei in Bergkamen bei einem anderen Fall vor einem Rätsel. Vor einem Baumarkt kam es zu einer Schlägerei.

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