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Belästigung am Bahnhof: Frau gibt bekanntes Handzeichen - Zeuge erkennt es

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Von: Hannah Decke

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Hauptbahnhof Dortmund
Am Hauptbahnhof in Dortmund ist in der Nacht zu Sonntag eine junge Frau belästigt worden. Sie machte per Handzeichen auf sich aufmerksam. (Symbolbild) © Henning Kaiser/dpa

Eine Frau wurde am Hauptbahnhof in Dortmund sexuell belästigt. Sie gab diskret ein Handzeichen hinter ihrem Rücken. Ein Zeuge reagierte sofort.

Dortmund (NRW) - Dank eines aufmerksamen Zeugen konnte einer jungen Frau am Hauptbahnhof in Dortmund geholfen werden. Sie wurde von einem Mann sexuell belästigt und machte diskret mit einem bekannten Handzeichen auf ihre Lage aufmerksam. Ein 20-Jähriger erkannte den Hilferuf und schaltete die Polizei ein.

StadtDortmund
Fläche280,71 km²
Einwohner587.696

Belästigung am Bahnhof in NRW: Frau gibt bekanntes Handzeichen - Zeuge erkennt es

Laut Bundespolizei kam der 20-jährige Zeuge gegen 0.30 Uhr am Sonntag auf die Beamten zu und informierte sie über die junge Frau, die offensichtlich auf dem Vorplatz des Dortmunder Hauptbahnhofs belästigt werde.

Das Handzeichen, das sie machte, ist bekannt: Die Hand wird ausgestreckt und der Daumen auf die Handinnenfläche gelegt. Dann umschließen die restlichen Finger langsam den Daumen, sodass eine Faust gebildet wird. Mit diesem Zeichen, das die kanadische Stiftung für Frauen (Canadian Women‘s Foundation) initiiert hat, können Frauen diskret signalisieren, dass sie gerade belästigt werden oder Opfer von häuslicher Gewalt sind.

Handzeichen Gewalt an Frauen
Mit diesem Handzeichen können Frauen diskret nach Hilfe rufen. © Daniel Schröder (wa.de)

Die Bundespolizisten sprachen die Frau und den neben ihr stehenden Mann an, die sich auf Höhe des Taxi-Standes aufhielten. „Während des Gesprächs gab die 20-Jährige keinerlei Hinweise auf ein Hilfeersuchen. Ihr 42-jähriger Begleiter überreichte den Beamten eine albanische Identitätskarte“, schildert die Polizei.

Frau am Bahnhof in Dortmund belästigt: Mann greift ihr an die Brust

Da zunächst keine Hinweise vorlagen, ließen die Beamten den Mann gehen. Die junge Frau begleitete die Polizei zur Wache und sprach auf dem Weg dorthin über die sexuelle Belästigung. Den 42-Jährigen hätte sie in einer Regionalbahn kennengelernt, beide seien in ein Restaurant gegangen. Der Mann habe ihr immer wieder sexuelle Avancen gemacht. Auf dem Vorplatz des Dortmunder Hauptbahnhofs sei es dann zu sexuellen Übergriffen gekommen. Der 42-Jährige habe ihr an die Brust gefasst und versucht, sie zu küssen.

Die junge Frau erzählte den Beamten, dass sie sich weggedreht und deutlich gemacht habe, dass sie damit nicht einverstanden ist. Per Handzeichen hatte sie dann auf ihre Situation aufmerksam gemacht - mit Erfolg. Laut Polizei befand sich die junge Frau in einem labilen Zustand, weshalb sie zur weiteren Behandlung mit einem Rettungswagen ins Krankenhaus gebracht wurde.

Eine Nahbereichsfahndung der Polizei nach dem 42-Jährigen verlief ohne Erfolg. Mithilfe einer Videoauswertung stellten die Beamten fest, dass der 42-Jährige kurze Zeit später mit der RB1 in Richtung Bochum Hauptbahnhof fuhr.

Die Bundespolizisten leiteten ein Ermittlungsverfahren wegen sexueller Nötigung gegen den Albaner ein.

Bei einer Schlägerei auf einem Schützenfest im Kreis Coesfeld griffen rund 30 Jugendliche die Mitglieder des Schützenvereins an. Ein Video soll nun bei der Aufklärung helfen.

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