Bande überfiel Discounter-Filialen - Prozess in Arnsberg

Arnsberg - Um ihre Spielsucht zu finanzieren, sind vier junge Männer aus dem Sauerland zu Räubern geworden. Bei acht Überfällen auf Discounter erbeuteten sie mehr als 50.000 Euro. Nun steht das Quartett vor Gericht.

Nach dem letzten Kunden kamen die Räuber: Vier junge Männer aus dem Sauerland haben bei Überfällen auf acht Discounter-Filialen in ganz NRW die Tageseinnahmen aus den Tresoren geräumt. Das Geld hätten sie für ihre Spielsucht benötigt, sagten die 20- bis 22-Jährigen vor dem Landgericht in Arnsberg. Dort muss sich das Quartett seit Freitag wegen bandenmäßiger Überfälle verantworten.

Zum Prozessauftakt legten die Männer umfassende Geständnisse ab. Bei den Überfällen bedrohten die Räuber die Angestellten, die sich auf den Feierabend vorbereiteten, mit Pistolen und ließen sich die Tresore öffnen. Dann fesselten sie die Opfer mit Kabelbindern. Zum Teil hätten sie das Geld noch in der Nacht nach den jeweiligen Überfällen in Wettbüros verspielt.

Sichtlich beeindruckt waren die Männer von den Zeugenaussagen einiger ihrer Opfer. Vier Frauen berichteten über die Ängste, die sie während der Überfälle ausgestanden hatten und wie sich ihr Leben seit dem verändert hat. Eine 42-jährige Kassiererin sprach einen der Angeklagten, der sie mit einer Waffe bedroht hatte, direkt an: "Ich könnte Deine Mutter sein. Würdest Du Deiner Muter auch so etwas antun?"

Auf der Fahrt zu ihrem neunten, in Wuppertal geplanten Überfall, wurde das Quartett auf einer Autobahnraststätte festgenommen. Die Polizei war ihnen durch eine Telefonüberwachung auf die Spur gekommen. Der Prozess wird in der kommenden Woche fortgesetzt. - dpa

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