Güter- und Personenverkehr

Bahnstreik in NRW: Welche Züge ausfallen und wie es am Mittwoch weitergeht

Ein Bahnstreik von Montag bis Mittwoch legt den Personenverkehr zum Teil lahm. Die Deutsche Bahn muss auch in NRW Fahrten streichen. Zahlreiche Fahrgäste sind betroffen.

Update vom 24. August, 14.10 Uhr: Inmitten des Bahnstreiks der GDL gibt es Entwarnung für Fahrgäste der Deutschen Bahn. Demnach soll es nach Ende des Streiks in der Nacht zu Mittwoch keine großen Einschränkungen mehr geben. Das Unternehmen gehe davon aus, dass Mittwoch alles „wieder weitgehend normal“ laufen wird. Kunden sollten sich trotzdem vor Reisebeginn über die Website, die App oder telefonisch informieren, ob ihr Zug wie geplant fährt.

GewerkschaftGewerkschaft Deutscher Lokomotivführer (GDL)
VorsitzClaus Weselsky
Mitglieder36.500 (2021)

Bahnstreik in NRW von Montag bis Mittwoch: Deutsche Bahn muss erneut Fahrten streichen

Hamm - Zum zweiten Mal in der laufenden Tarifrunde hat die Lokführer-Gewerkschaft GDL die Lokführer dazu aufgerufen, ihre Arbeit niederzulegen. So kommt es auch in Nordrhein-Westfalen erneut zu einem Bahnstreik. Die Deutsche Bahn hat zahlreiche Fahrten gestrichen, dementsprechend viele Fahrgäste sind von den Einschränkungen ab Montag betroffen. (News aus Nordrhein-Westfalen)

Schon in der vergangenen Woche hatte es einen Bahnstreik gegeben, die GDL hatte dabei den Fern- und Nahverkehr der Deutschen Bahn über zwei Tage bestreikt. Die Deutsche Bahn musste einen Notfahrplan einrichten, sah sich aber zudem trotzdem gezwungen, einen Großteil der Fahrten zu streichen.

Diesmal haben die Fahrgäste immerhin etwas mehr Zeit, sich auf die Situation einzustellen. Beginnen soll der Ausstand nämlich zunächst im Güterverkehr - am Samstagnachmittag um 17 Uhr. Im Personenverkehr beginnt der Bahnstreik am Montag um 2.00 Uhr am frühen Morgen. 48 Stunden später - am Mittwoch um 2.00 Uhr - sollen die Züge dann wieder in Betrieb gehen.

Folgende Linien in NRW fallen aufgrund des Streiks vollständig aus:

  • Regionalverkehr
    RE 8: Mönchengladbach - Köln - Troisdorf - Bonn-Beuel - Königswinter - Bad Honnef (Rhein) - Linz am Rhein - Neuwied - Engers – Koblenz
  • RE 9: Aachen - Eschweiler - Düren - Horrem - Köln - Siegburg/Bonn - Betzdorf – Siegen
  • RE 18: Herzogenrath - Eygelshoven - Landgraaf - Heerlen
  • RB 20: Eschweiler St. Jöris - Alsdorf-Annapark - Herzogenrath - Aachen - Stolberg Altstadt
  • RB 25: Köln - Overath - Gummersbach - Meinerzhagen – Lüdenscheid
  • RB 28: Neuwied-Niederlahnstein
  • RB 38: Köln - Horrem – Bedburg
  • RB 43: Dorsten - Wanne-Eickel - Herne - Castrop-Rauxel Süd – Dortmund. Ein Ersatzverkehr mit Bussen ist eingerichtet.
  • RB 53: Dortmund - Schwerte – Iserlohn. Ein Ersatzverkehr zwischen Dortmund und Schwerte ist eingerichtet.
  • RB 54: Unna - Fröndenberg - Menden - Balve – Neuenrade. Ein Ersatzverkehr zwischen Menden und Unna ist eingerichtet.
  • RE 57: Dortmund - Arnsberg - Bestwig – Winterberg. Ein Ersatzverkehr zwischen Fröndenberg und Dortmund ist eingerichtet.

    S-Bahn
    S 4: Unna - Unna-Königsborn - Dortmund-Dorstfeld - Dortmund-Lütgendortmund. Es besteht Ersatzverkehr mit Bussen zwischen Unna und Dortmund Dorstfeld.
  • S 8: Mönchengladbach - Düsseldorf - Wuppertal – Hagen. Ein Ersatzverkehr zwischen Wuppertal-Vohwinkel und Düsseldorf Hbf sowie zwischen Neuss und Mönchengladbach ist eingerichtet.
  • S 68: S 68: Wuppertal-Vohwinkel – Düsseldorf – Langenfeld (Rheinl) fallen komplett aus.
  • S 11: S 11: Düsseldorf Flughafen Terminal – Düsseldorf – Neuss – Dormagen – Köln – Bergisch Gladbach fallen komplett aus.

Laut DB sollen diese Linien uneingeschränkt verkehren:

  • Regionalverkehr
    RE 17: Hagen - Schwerte - Bestwig - Brilon-Wald - Warburg – Kassel
  • RB 30: Remagen - Bonn
  • RB 52: Dortmund - Hagen

    S-Bahn
    S 5: Dortmund – Hagen

Auf folgenden Linien muss mit Einschränkungen gerechnet werden:

  • Regionalverkehr
    RE 2: Düsseldorf – Duisburg – Essen – Gelsenkirchen – Recklinghausen – Münster - Osnabrück. Die Züge fahren zwischen Münster und Osnabrück auf dem Regelweg. Teilausfälle zwischen Münster (Westf) Hbf und Düsseldorf Hbf.
  • RB 27: Mönchengladbach – Koblenz. Die Züge verkehren im 2-Stunden-Takt.
  • RB 33: Geilenkirchen / Heinsberg – Mönchengladbach – Krefeld – Duisburg - Essen. Die Züge fallen zwischen Lindern und Heinsberg aus, ein Ersatzverkehr mit 5 Taxis der Taxizentrale AAV ist eingerichtet. Zwischen Geilenkirchen und Essen verkehren die Züge im 2-Stunden-Takt.
  • RE 42: Mönchengladbach – Krefeld – Essen – Gelsenkirchen – Recklinghausen – Haltern – Münster. Die Züge des Langtakts Münster - Mönchengladbach verkehren wie gewohnt. Die Züge mit der Relation Münster - Essen fallen leider aus.
  • RB 51: Dortmund - Lünen - Coesfeld - Gronau – Enschede. Die Züge verkehren im 2-Stunden-Takt. Der Pendel zwischen Lünen und Dortmund entfällt.
  • RB 63: Münster - Coesfeld. Die Züge verkehren stündlich.
  • RB 64: Münster - Gronau – Enschede. Die Züge verkehren stündlich.

    S-Bahn
    S 1: Dortmund - Bochum - Essen - Mülheim (Ruhr) - Duisburg - Düsseldorf - Solingen. Die Züge verkehren stündlich.
  • S 6: Essen – Ratingen Ost – Düsseldorf – Langenfeld (Rheinl) – Köln. Die Züge verkehren stündlich.
  • S 12: Horrem - Köln - Troisdorf - Siegburg - Hennef (Sieg) - Eitorf - Au. Die Züge verkehren stündlich.
  • S 19: Düren - Horrem - Köln-Hansaring - Köln/Bonn Flughafen - Troisdorf - Siegburg/Bonn - Hennef - Au. Die Züge verkehren stündlich.

Bahnstreik in Deutschland: Wegen Sommerferien Millionen Fahrgäste betroffen

In Nordrhein-Westfalen sind die Schulferien inzwischen vorbei. Doch das ist nicht in allen Bundesländern der Fall, in zehn Bundesländern wird der Bahnstreik auch Urlaubsreisende treffen, sodass insgesamt in Deutschland Millionen Fahrgäste vom Ausstand betroffen sein werden.

Auch internationale Züge sind vom Bahnstreik betroffen und können auf der gesamten Strecke oder zumindest im deutschen Abschnitt ausfallen. Wer zum Beispiel aus der einwohnerreichsten Stadt Nordrhein-Westfalens, Köln, nach Brüssel oder Amsterdam reisen will, sollte sich vorher genau informieren, inwiefern jene Zugfahrten überhaupt zustande kommen.

Bahnstreik in Deutschland und NRW: Deutsche Bahn weist auf Kulanzregelungen hin

Die Deutsche Bahn weist auf ihrer Webseite darauf hin, dass es ein verlässliches Grundangebot geben werde. „Trotzdem können wir in dieser Situation nicht garantieren, dass alle Reisenden an ihr Ziel kommen“, heißt es von Seiten der DB. „Bitte verschieben Sie Ihre für Montag, den 23.08. sowie Dienstag, den 24.08. geplanten Fernverkehrsreisen, wenn Sie nicht zwingend fahren müssen. Die Ticket-Gültigkeit wird ausgeweitet.“

Für den Zeitraum des GDL-Streiks gelten laut der Deutschen Bahn „besondere Kulanzregelungen“ für die Gültigkeit bereits gekaufter Fernverkehrstickets. Alle Fahrgäste, die im Zeitraum vom Montag, den 23.08.2021 bis Mittwoch, den 25.08.2021 ihre Reise aufgrund des Bahnstreiks der GDL verschieben möchten, können ihr bereits gebuchtes Ticket ab Freitag, 20.08.2021 bis einschließlich Samstag, den 04.09.2021 entweder flexibel nutzen oder kostenfrei stornieren. Auch Sitzplatzreservierungen können kostenfrei umgetauscht werden. Welche Regeln genau gelten, was rückerstattet wird und was Bahnreisende beachten sollten, hat die Deutsche Bahn aufgelistet.

Warum wird gestreikt?

Der Bahnstreik kommt zustande, weil die Gewerkschaft Deutscher Lokomotivführer (GDL) für eine bessere Bezahlung, Lohnerhöhungen und eine Corona-Prämie kämpft. Die Deutsche Bahn hatte der GDL bereits 3,2 Prozent Lohnerhöhung angeboten, doch der Zeitpunkt der Erhöhung sei der Gewerkschaft zu spät. Auch bei der Laufzeit des Tarifvertrags liegen die Vorstellungen der beiden Verhandlungsgegner noch weit auseinander. Zuletzt wurde im Juni dieses Jahres die erste Verhandlungsrunde abgebrochen.

Rubriklistenbild: © Christoph Schmidt/dpa

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