Verspätungen und Zugausfälle

Bahnstreik in NRW: Diese Züge fallen heute aus oder verspäten sich

Bahnstreik in NRW: Viele Lokführer haben die Arbeit niedergelegt, zahlreiche Züge fallen daher aus. So ist die aktuelle Lage am zweiten Streiktag heute.

Hamm . Die Deutsche Bahn hat infolge des Streiks rund 75 Prozent aller Fernzüge gestrichen und auch im Regionalverkehr kommt es zu vielen Zugausfällen und Verspätungen. Der Bahnstreik soll insgesamt 48 Stunden dauern - also noch bis Freitag, 2 Uhr. Private Anbieter werden allerdings nicht bestreikt. Dennoch ist auch dort mit Einschränkungen als Folge der Streiks zu rechnen.

GewerkschaftGewerkschaft Deutscher Lokomotivführer (GDL)
VorsitzClaus Weselsky
Mitglieder36.500 (2021)

So ist laut einer aktuellen Übersicht auf der Homepage der Bahn die aktuelle Situation in NRW (Stand 11. August, 7.30 Uhr):

Bahnstreik in NRW: Welche Züge ausfallen

  • RE 2: Düsseldorf – Duisburg – Essen – Gelsenkirchen – Recklinghausen – Münster – Osnabrück
  • RE 8: Mönchengladbach – Köln – Troisdorf – Bonn-Beuel – Königswinter – Bad Honnef (Rhein) – Linz am Rhein – Neuwied – Engers – Koblenz
  • RE 9: Aachen – Eschweiler – Düren – Horrem – Köln – Siegburg/Bonn – Betzdorf – Siegen
  • RE 18: Herzogenrath – Eygelshoven – Landgraaf – Heerlen
  • RB 20: Geilenkirchen (HVZ) / Eschweiler St. Jöris - Alsdorf-Annapark – Herzogenrath - Aachen - Stolberg Altstadt / Düren
  • RB 38: Köln - Horrem – Bedburg
  • RB 43: Dorsten - Wanne-Eickel - Herne - Castrop-Rauxel Süd - Dortmund
  • RB 53: Dortmund – Schwerte – Iserlohn
  • RB 54: Unna – Fröndenberg – Menden – Balve – Neuenrade
  • RE 57: Dortmund – Hagen – Schwerte – Bestwig – Brilon-Stadt
  • S 4: Unna – Unna-Königsborn – Dortmund-Dorstfeld – Dortmund-Lütgendortmund
  • S 8: Mönchengladbach – Düsseldorf – Wuppertal – Hagen

Bahnstreik in NRW: Welche Züge mit Einschränkungen fahren

  • RB 25: Köln – Overath – Gummersbach – Meinerzhagen – Lüdenscheid (Die Züge verkehren stündlich.)
  • RE 42: Mönchengladbach - Krefeld - Essen - Gelsenkirchen - Recklinghausen - Haltern - Münster (Die Kurztakte mit Relation Essen - Münster(Westf) fallen aus. Die Langtakte Mönchengladbach - Münster verkehren wie gewohnt.)
  • RB 51: Dortmund – Lünen – Coesfeld – Gronau – Enschede (Die Züge verkehren im 2-Stunden-Takt.)
  • RB 63: Münster – Coesfeld (Die Züge verkehren stündlich.)
  • RB 64: Münster – Gronau – Enschede (Die Züge verkehren stündlich.)
  • S 1: Dortmund – Bochum – Essen – Mülheim (Ruhr) – Duisburg – Düsseldorf – Solingen
  • S 6: Essen – Ratingen Ost – Düsseldorf – Langenfeld (Rheinl) – Köln
  • S 11: Düsseldorf Flughafen Terminal – Düsseldorf – Neuss – Dormagen – Köln – Bergisch Gladbach (Die Züge verkehren stündlich.)
  • S 12: Horrem – Köln – Troisdorf – Siegburg – Hennef (Sieg) – Eitorf – Au (Die Züge verkehren stündlich.)
  • S 19: Düren – Horrem – Köln-Hansaring – Köln/Bonn Flughafen – Troisdorf – Siegburg/Bonn – Hennef – Au (Die Züge verkehren stündlich.)

Bahnstreik in NRW: Welche Züge ohne Einschränkungen fahren

  • RE 17: Hagen – Schwerte – Bestwig – Brilon-Wald – Warburg – Kassel
  • RB 27: Mönchengladbach – Köln – Köln/Bonn Flughafen - Troisdorf – Bonn-Beuel – Königswinter – Bad Honnef (Rhein) – Linz am Rhein – Neuwied – Koblenz
  • RB 30: Remagen – Bonn
  • RB 33: Aachen / Heinsberg – Mönchengladbach – Krefeld – Duisburg – Essen Hbf
  • RB 52: Dortmund – Hagen – Schalksmühle – Lüdenscheid
  • S 5: Hagen – Dortmund

Die Deutsche Bahn rät Reisenden, ihre geplanten Fernverkehrsreisen am 11. und 12. August zu verschieben, wenn sie „nicht zwingend fahren müssen“. Die Gültigkeit der Tickets werde entsprechend ausgeweitet.

Streik bei der Bahn angekündigt: Auswirkungen für Reisende und Pendler in NRW

Erstmeldung vom 10. August, 13.36 Uhr: Hamm - Und wieder einmal müssen Bahnreisende viel Geduld beweisen. Denn die Gewerkschaft Deutscher Lokomotivführer (GDL) kündigte Streiks bei der Deutschen Bahn an. Diesmal betrifft es nicht nur den Güterverkehr, sondern auch den Personenverkehr in NRW und ganz Deutschland.

Im Güterverkehr soll der Streik bereits Dienstagabend gegen 19 Uhr beginnen, kündigte der GDL-Vorsitzende Claus Weselsky am Dienstag an. Von Mittwoch, 2 Uhr, bis Freitag, 2 Uhr, soll dann auch der Personenverkehr bestreikt werden. Der Streik soll somit bundesweit 48 Stunden andauern.

Zuvor hatten bei einer Ur-Abstimmung 95 Prozent der teilnehmenden Mitglieder für einen Arbeitskampf - und damit auch für einen Streik - abgestimmt. Damit sei die notwendige Zustimmung von 75 Prozent weit übertroffen worden, erläuterte Weselsky. Nach seinen Angaben beteiligten sich 70 Prozent der Mitglieder bei der Deutschen Bahn an der Ur-Abstimmung.

Bahnstreik angekündigt: Darum streiken die Mitglieder der Gewerkschaft Deutscher Lokomotivführer

Doch warum ruft die Gewerkschaft überhaupt zum Streik auf? Die GDL will nach den Worten Weselskys eine Nullrunde im laufenden Jahr nicht akzeptieren, verlangt eine deutliche Corona-Prämie und Einkommenssteigerungen von 3,2 Prozent bei einer Laufzeit von 28 Monaten. 

Zum Streik aufgerufen: Im Personenverkehr kann es in den kommenden Tagen zu starken Einschränkungen bei der Deutschen Bahn kommen. (Symbolbild)

Die Deutsche Bahn kündigte angesichts von neuen Milliardenverlusten während der Corona-Pandemie und großen Flutschäden einen länger laufenden Tarifvertrag und spätere Erhöhungsstufen bei gleicher Prozentzahl an. Ein Streik wäre eine „Attacke auf das ganze Land“, hatte Bahn-Personalchef Martin Seiler der Deutschen Presseagentur erklärt. Eine Bahn-Sprecherin hatte zudem am Montag geäußert, dass Streiks die Kunden wie Beschäftigte wie ein „Schlag ins Gesicht“ treffen würden.

Inzwischen ist genauer absehbar, welche Linien in NRW vom Streik betroffen sein werden. Die Bahn hat eine Übersicht online gestellt. Einige Linien der DB Regio NRW fallen demnach im Streikzeitraum ganz aus. Hier ein Überblick (Stand 10. August, 22.36 Uhr).

Streik bei der Bahn: Diese Linien der DB Regio NRW entfallen

  • RE 2: Düsseldorf - Duisburg - Essen - Gelsenkirchen - Recklinghausen - Münster - Osnabrück
  • RE 8: Mönchengladbach - Köln - Troisdorf -Bonn-Beuel - Königswinter - Bad Honnef - Linz am Rhein - Neuwied - Engers - Koblenz
  • RE 9: Aachen - Eschweiler - Düren - Horrem - Köln - Siegburg/Bonn - Betzdorf - Siegen
  • RE 18: Herzogenrath - Eygelshoven - Landgraaf - Heerlen
  • RB 20: Geilenkirchen (HVZ)/Eschweiler St. Jöris - Alsdorf-Annapark - Herzogenrath - Aachen- Stolberg-Altstadt/Düren
  • RB 38: Köln - Horrem - Bedburg
  • RB 43: Dorsten - Wanne-Eickel - Herne - Castrop-Rauxel Süd -Dortmund
  • RB 53: Dortmund - Schwerte - Iserlohn
  • RB 54: Unna - Fröndenberg - Menden - Balve - Neuenrade
  • RE 57: Dortmund - Hagen - Schwerte - Bestwig - Brilon-Stadt
  • S 4: Unna - Unna-Königsborn - Dortmund-Dorstfeld - Dortmund-Lütgendortmund
  • S 8: Mönchengladbach - Düsseldorf - Wuppertal - Hagen

Folgende Linien der DB Regio NRW fahren (Stand 10. August, 22.36 Uhr) im Streikzeitraum mit Einschränkungen

  • RB 25: Köln - Overath - Gummersbach - Meinerzhagen - Lüdenscheid (Die Züge verkehren stündlich)
  • RE 42: Mönchengladbach - Krefeld - Essen - Gelsenkirchen - Recklinghausen - Haltern - Münster (Die Kurztakte mit Relation Essen - Münster (Westf.) fallen aus. Die Langtakte Mönchengladbach - Münster verkehren wie gewohnt)
  • RB 51: Dortmund - Lünen - Coesfeld - Gronau - Enschede (Die Züge verkehren im Zwei-Stunden-Takt)
  • RB 63: Münster - Coesfeld (Die Züge verkehren stündlich)
  • RB 64: Münster - Gronau - Enschede (Die Züge verkehren stündlich)
  • S 11: Düsseldorf Flughafen Terminal - Düsseldorf - Neuss - Dormagen - Köln - Bergisch-Gladbach (Die Züge verkehren stündlich)
  • S 12: Horrem - Köln - Troisdorf - Siegburg - Hennef (Sieg) - Eitorf - Au (Die Züge verkehren stündlich)
  • S 19: Düren - Horrem - Köln-Hansaring - Köln/Bonn Flughafen - Troisdorf - Siegburg/Bonn - Hennef - Au (Die Züge verkehren stündlich)

Die Bahn weist daraufhin, dass auch ihr „Mindestfahrangebot“ von weiteren Streikmaßnahmen, etwa auf Stellwerken, betroffen sein kann. Allgemein gilt für alle Bahnreisenden, dass sie sich vor der Fahrt über ihren Zug informieren sollten, so der Rat der Bahn. Das geht auf der Webseite der Bahn oder den DB-Navigator. Unter Tel. 08000/996633 erreichen Bahnkunden bei Fragen eine kostenfreie Sonderhotline, so das Versprechen.

„Wir wollen so viel wie möglich fahren“, sagte Bahn-Personalchef Seiler. Dennoch: In den kommenden Tagen soll auch jeder vierte Fernzug ausfallen.

Bahnstreik angekündigt: Notfallpläne für Reisende und Pendler in NRW

Auf der Homepage der Deutschen Bahn kündigt das Unternehmen besondere Kulanzregelungen an: Für bereits gekaufte Fernverkehrtickets, die in den Zeitraum des angekündigten Streiks fallen, können Reisende ihre Tickets bereits ab Dienstag, 10. August, bis einschließlich Freitag, 20. August, nutzen oder kostenfrei stornieren. Die Deutsche Bahn hat zudem für Betroffene eine kostenlose Sonderhotline ab Dienstag um 15 Uhr eingerichtet.

Beim letzten GDL-Lokführer-Streik vor sechs Jahren hatte man einen Notfahrplan erstellt, um zumindest etwas Betrieb aufrechtzuerhalten. Im Fernverkehr konnte etwa ein Drittel der Züge fahren, vor allem auf den Hauptstrecken vom Ruhrgebiet nach Osten sowie von Hamburg nach Süden. Auch im Regionalverkehr und bei S-Bahnen dürfte bei einem Lokführerstreik ein Großteil der Züge ausfallen. Der gestörte Betriebsablauf könnte dann auch bei Konkurrenten der Deutschen Bahn zu Einschränkungen führen.

Neben dem Streit über Einkommenszuwächse tobt im Konzern ein Machtkampf zwischen der GDL und der größeren Eisenbahn- und Verkehrsgewerkschaft (EVG). Für die GDL sind hohe Tarifabschlüsse für möglichst viele Berufsgruppen und Beschäftigte eine Frage des Überlebens und der künftigen Wachstumsmöglichkeiten. Denn die Bahn muss das Tarifeinheitsgesetz umsetzen. In den rund 300 Betrieben des Unternehmens soll danach nur noch der Tarifvertrag der jeweils größeren Gewerkschaft zur Anwendung kommen. Meist ist das die EVG. Die GDL hat deshalb angekündigt, der Konkurrenz Mitglieder abjagen zu wollen.

Gewerkschaft ruft zum Bahnstreik auf: Auswirkungen für Reisende und Pendler in NRW

Es ist der erste Streik bei der Bahn seit Dezember 2018, als die EVG ihre Mitglieder zum Arbeitskampf aufrief. Weitaus härter verlief der GDL-Streik 2014 und 2015. In acht sich steigernden Wellen legten die Lokführer unter Weselskys Führung die Arbeit nieder und weite Teile des Streckennetzes lahm. Auch in NRW waren Pendler und Reisende von den Streiks hart getroffen. Und auch im Juli gab es nach dem katastrophalen Hochwasser in NRW zahlreiche Probleme bei der Bahn.

Die EVG hatte schon im vergangenen Herbst einen Tarifabschluss mit der Bahn unterschrieben. Dieses Jahr gab es eine Nullrunde. Anfang 2022 erhalten die Beschäftigten 1,5 Prozent mehr Geld. Betriebsbedingte Kündigungen sind ausgeschlossen.

Rubriklistenbild: © Jens Büttner/dpa

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