Übersicht der Planung

Weiterbau der A445 von Werl nach Hamm: Sechs Meter hoher Damm und 17 Brücken

Das Wäldchen an der Allener Straße (rechts Hilbeck, oben links Budberg) wird von der künftigen A 445 zerschnitten.
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Das Wäldchen an der Allener Straße (rechts Hilbeck, oben links Budberg) wird von der künftigen A 445 zerschnitten.

Zwischen Werl und Hamm soll die A445 weitergebaut werden. Die Planungen sind schon weit fortgeschritten. Nicht weniger als 17 Brücken sollen errichtet werden.

Werl/Hamm - Ein Vorhaben zwischen dammen und verdammen. Die Autobahngegner würden die Planung zum Weiterbau der Autobahn 445 von Werl nach Hamm am liebsten dem Erdboden gleich machen, die Straßenplaner erhöhen die Trasse – auf eben jenen Damm, der sich künftig von Werl nach Hamm schlängeln wird.

Die Linienführung des acht Kilometer langen Teilstücks steht fest. Damit endet die Arbeit der Planfeststellungsbehörde, der Bezirksregierung Arnsberg, sagt Verkehrsdezernent Helmut Kürzel auf Anfrage. Am Montag bezog er Stellung zu offenen Fragen.

Die Höhe

Die Autobahn wird auf einem Damm gebaut, da sie mehrere Straßen und Gräben schneidet. Dieser wird rund sechs Meter hoch sein. Die Planer hätten auch die Möglichkeit des ebenerdigen Baus gehabt; dann aber hätten für alle kreuzenden Straßen Unter- oder Überführungen hergemusst. Nicht weniger als 17 große und kleine Brückenbauwerke müssen zwischen Werl und Hamm beim Autobahnbau errichtet werden, sagt Helmut Kürzel. Die Dammlage bedeutet auch, dass die insgesamt 825 Meter lange Lärmschutzwand bei Hilbeck insgesamt zehn Meter hoch sein wird: Sechs Meter bis zur Fahrbahn und weitere vier Meter über Straßenniveau.

Die Breite

Die Kronenbreite der A 445 auf dem Damm wird 28 Meter breit sein, mit vier Fahrbahnen mit je 3,50 Metern Breite, Mittelstreifen, Rand- und Standstreifen sowie Banketten. Hinzu kommt die Böschung, die die Autobahn tragen muss. Sie ist so breit, dass die Standsicherheit gewährleistet ist, aber möglichst wenig Fläche verbraucht wird.

Das Wäldchen

Östlich von Hilbeck wird ein Wald durch die A 445 durchschnitten. Ein Teil bleibt aber stehen, sagt Kürzel. Zudem wird es in dem Bereich zwischen Hilbeck und der A 445 als Ausgleichsmaßnahme Neuanpflanzungen von Bäumen geben, damit eine Art „Grüngürtel“ und zugleich Puffer zwischen dem Dorf und der Autobahn. Auch optisch werde die hohe Lärmschutzwand damit erträglicher gemacht. „Das wird mehr oder weniger zuwachsen“, sagt Helmut Kürzel.

Zusatz-Lärmschutz

Der Lärmschutz geht nicht über die gesetzlichen Vorgaben hinaus. Auch und gerade Budberg ist davon betroffen. Dass im Zuge der Planfeststellung zur A 445 keine zusätzliche Lärmschutzwand zum Schutz des Ortsteils geplant ist, schließt künftigen Lärmschutz nicht grundsätzlich aus. Denn in Budberg bündele sich das Problem durch von Lärm betroffene Anwohner schon heute durch die bestehende A 445. Auch deswegen hätten die Straßenplaner ergänzenden Lärmschutz für den Ort vorgeschlagen; aber das habe der Bund nach einer Untersuchung abgelehnt.

Aber für Budberg müsse der Zug damit nicht abgefahren sein, könne doch der Aspekt der „Lärmsanierung“ durchaus später zum tragen kommen, sagt Kürzel. Wenn es zur Umsetzung der rechtlich vorgeschriebenen Passivschutzmaßnahmen an den Häusern komme, werde der Straßenbaulastträger (der Bund) das Thema aller Wahrscheinlichkeit noch mal in den Fokus nehmen. Gut denkbar ist also, dass die Budberger künftig nicht auf taube Ohren stoßen. Dabei wird aber auch die Stadtverwaltung gefragt sein, sich entsprechend einzubringen.

Für den Werler Westen hingegen, mithin auch den Bereich „Westenfeld“, haben die Planer der A 445 durch den künftigen zusätzlichen Verkehr nur eine Lärmzunahme angenommen, „die für das menschliche Ohr nicht wahrnehmbar ist“ – rund ein bis zwei dB(A). Für den Westen kommt erschweren hinzu, dass der Planfeststellungsabschnitt für die A 445 erst auf Höhe Budberg beginnt.

Tipp für Hausbesitzer

Einen Hinweis gibt die Behörde: Hausbesitzer, für deren Eigenheim Passiv-Lärmschutz beschlossen worden ist, müssen nicht selber aktiv werden. Der Bund muss mit ihnen Kontakt aufnehmen, aber wohl erst nach dem Bau der Autobahn. Das werde also dauern. „Aber sie kommen“.

Naturschonung

Grundsätzlich sieht der Verkehrsdezernent mit der Planung zur A 445 „die größtmögliche Schonung der Natur erreicht“. Die Strangbachaue bleibe erhalten – durch die Verschwenkung der Trasse Richtung Hilbeck. Wie sehr sie zu schützen ist, habe sich im Planfeststellungsverfahren herausgestellt. „Das hat das erst zutage gefördert.“

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