Drive-In-Gottesdienst

Auto-Gottesdienst am Airport Paderborn/Lippstadt zieht die Massen an - Fortsetzung beschlossen

+
Mega-Stau: Drive-In-Gottesdienst am Flughafen Paderborn/Lippstadt zieht die Massen an.

Alle Zufahrtsstraßen zum Flughafen Paderborn/Lippstadt waren am Sonntagmorgen verstopft, die Blechlawine reichte bis zum Horizont. Ein Drive-In-Gottesdienst zog die Massen an.

  • Großer Andrang am Flughafen Paderborn/Lippstadt.
  • Dort gab es einen ökumenischen Drive-In-Gottesdienst.
  • Rund 1000 Gläubige in mehr als 400 Autos kamen.

Update vom 24. April: Am Airport Paderborn/Lippstadt wird es auch künftig bis auf Weiteres Gottesdienstegeben. "Die enorm positive Resonanz auf den Auto-Gottesdienst am vergangenen Sonntag am Heimhafen hat uns gezeigt, dass solche Angebote sehr wichtig sind. Wir freuen uns deshalb sehr darüber, dass die Gottesdienste am Airport fortgesetzt werden", sagt Dr. Marc Cezanne, Geschäftsführer der Flughafen Paderborn-Lippstadt GmbH.

Dazu teilte der Airport mit, künftig auch ein Autokino anzubieten. Dieses Angebot startet am 1. Mai.

Riesen-Resonanz: Drive-In-Gottesdienst am Flughafen zieht die Massen an

Paderborn - Es war eine Blechlawine im Namen des Herrn: Am Sonntagmorgen (19. April) waren alle Zufahrtsstraßen zum Airport Paderborn/Lippstadt verstopft, der Stau reichte bis zum Horizont. Doch die Massen kamen inmitten der Corona-Krise nicht wegen plötzlich wieder abhebender Urlaubsflieger, sondern aus einem ganz anderen Grund.

Die Corona-Krise machte den Airport Paderborn/Lippstadt zum „Leerport“, seit Ende März ist der Heimathafen ein Geisterhafen – der Klang von rollenden Koffern und abhebenden Flugzeugen bleibt aus. Die tragische Folge: Für die etwa 200 Mitarbeiter musste bereits Kurzarbeit angemeldet werden.

Wegen Corona: Drive-In-Gottesdienst am Flughafen Paderborn/Lippstadt

Doch mit dieser Idee machten Pfarrer Peter Gede (68), Leiter des Pastoralverbundes Büren, und die evangelische Pfarrerin Almuth Reihs-Vetter (51) den leergefegten Flughafen am Sonntagmorgen zu einer Pilgerstätte, schafften eine Punktlandung:

Für Gläubige in rund 400 Autos verwandelten die Geistlichen das Flughafen-Areal in ein „Messe-Gelände“, feierten vor dem Quax-Hangar einen ökumenischen Drive-In-Gottesdienst samt Segnung der Autos.

Drive-In-Gottesdienst am Airport Paderborn/Lippstadt

Mitgefeiert und gesungen wurde Corona-konform aus dem eigenen Pkw. Die Geistlichen hatten für die spontane Aktion ursprünglich mit 300 Autos gerechnet, zeigten sich von der Resonanz überwältigt und organisierten spontan weitere Stellplätze hinter dem provisorisch aufgebauten Altar. Freiwillige des Oldtimer-Clubs Büren achteten auf einzuhaltende Abstände, verteilten Liederzettel und wiesen die Fahrzeuge ein. Die Helfer mussten wegen des enormen Zulaufs nach eigenen Angaben sogar 50 Fahrzeuge abweisen.

Corona-Krise: Gottesdienst wochenlang nur online

Für die Gläubigen gab es Gott wochenlang nur noch online – auch deshalb erschienen viele Kinder sogar in Kommunionkleidern.

Pfarrer Peter Gede rief die Gläubigen dazu auf, die Corona-Krise als Chance zu verstehen und nicht alle Privilegien als selbstverständlich zu erachten. „Wenn dies alles vorüber ist werden wir die Gespräche mit den Nachbarn, volle Supermarktregale, Gesänge im Stadion und jeden tiefen Atemzug nicht mehr als so selbstverständlich sehen.“

Für ihn war die spontane Idee des Auto-Gottesdienstes auch eine Art Aufbruch in eine neue Zeit: „Manchmal braucht es ungewöhnliche Aktionen, um die Leute spüren zu lassen, dass die Kirche immer für sie da ist. Die Kirche ist in der Pflicht, innovativ zu sein.“

Zum Schluss dankten die rund 1000 Gläubigen den Organisatoren mit einem Hupkonzert.

Alle aktuellen Entwicklungen rund um das Coronavirus in NRW finden Sie hier.

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Unsere Kommentarfunktion wird über den Anbieter DISQUS gesteuert.

Hinweise zum Kommentieren: Auf wa.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.


Bitte beachten Sie: Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach drei Tagen geschlossen.

Netiquette
Hinweis: Kommentieren Sie fair und sachlich! Rassistische, pornografische, menschenverachtende, beleidigende oder gegen die guten Sitten verstoßende Äußerungen sind verboten und werden gelöscht.

Kommentare