Auch RB50 betroffen

Ausfälle und kurze Züge: Es schmort und rumort bei der Eurobahn

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Das Betriebswerk in Hamm-Heessen.

Werne/Hamm – Die Eurobahn hat elf von 13 neuen Triebwagen wegen Brandgefahr kurzfristig aus dem Verkehr gezogen. Die Fahrzeuge werden derzeit im Betriebswerk in Hamm-Heessen überprüft und sollen bis Sonntag wieder zur Verfügung stehen. Ausfälle gab es unter anderem in Werne.

Im Streckennetz kommt es bis dahin zu Einschränkungen. In Werne fielen am Dienstagabend einzelne Fahrten aus. Am Mittwoch waren RB 50-Züge der Eurobahn häufig nur mit einem statt mit zwei Triebwagen unterwegs. 

In einem Eurobahn-Triebwagen sei am Dienstag ein Schmorschaden an einem Batteriekabel festgestellt worden, sagte eine Sprecherin des Eurobahn-Betreibers Keolis. 

Bis zum 3. Februar solle die Reparatur abgeschlossen sein

Der betroffene Wagen und alle baugleichen Fahrzeuge seien noch am selben Tag außer Betrieb genommen worden. Im Betriebswerk würden die betroffenen Kabelverbindungen ausgetauscht. Bis Sonntag, 3. Februar, sollten die Aktion abgeschlossen und alle Triebwagen wieder sicher und betriebsfähig sein.

Die betroffenen Fahrzeuge vom Typ „Flirt 3“ sind bei der Eurobahn gerade einmal eineinhalb Monate im Einsatz. Sie waren hauptsächlich für die Strecke Münster–Werne–Dortmund und für Verbindungen zwischen Münster, Osnabrück und Hengelo vorgesehen. 

Hier werden jetzt vorübergehend ältere Fahrzeuge eingesetzt, die im restlichen Netz fehlen. Der Hersteller der Züge, die Berliner Firma Stadler, hat ein halbes Dutzend Mitarbeiter in die Heessener Werkstatt geschickt, um bei der Überprüfung der Technik zu helfen. 

Untersuchungsergebnisse noch nicht bekannt

Ähnliche Vorfälle seien bei dem Fahrzeugtyp nicht bekannt, so eine Unternehmenssprecherin. Man warte nun die Auswertung der Untersuchungsergebnisse ab.

Die 13 Triebwagen waren Mitte Dezember mit gut einer Woche Verspätung vom Eisenbahnbundesamt für den Betrieb zugelassen worden. Der aktuelle Fall sei bekannt, sagte eine Behördensprecherin. Man überwache, wie die verantwortlichen Unternehmen mit den festgestellten Mängeln umgehen. 

NWL: "Sicherheit geht vor"

Stadler und Keolis müssten an das Amt berichten. Zu Einzelheiten wolle man mit Rücksicht auf das laufende Verfahren keine Stellung nehmen. Beim Zweckverband Nahverkehr Westfalen-Lippe gab es Verständnis für die Maßnahmen der Eurobahn. 

„Sicherheit geht vor“, sagte ein Sprecher. Der NWL hatte die Eurobahn 2018 zweimal wegen mangelnder Leistungen abgemahnt. Die Eurobahn informiert über Verspätungen und Ausfälle unter www.eurobahn.de und Telefon 00800/38762246.

Die Pannenhistorie der Eurobahn

  • Dezember 2009: 14 neue Flirt-Triebwagen werden vom EBA zunächst nicht zugelassen. Bis Februar 2010 fallen zahlreiche Fahrten aus, teilweise sind als Ersatz Museumszüge unterwegs. 
  • Dezember 2016: Weil Lokführer fehlen, fallen immer wieder Fahrten aus. Der NWL fordert öffentlich Nachbesserungen. 
  • Februar 2018: Die Eurobahn erhält vom NWL eine erste Abmahnung wegen Personal- und Technikproblemen in Münsterland und in Ostwestfalen. 
  • Oktober 2018: Nach einem Schaden am Fahrwerk eines Triebwagens müssen alle Fahrzeuge zur Sonderuntersuchung. Weil Entsorgungsanlagen fehlen, bleiben in vielen Zügen die WCs verschlossen. 
  • Dezember 2018: Der NWL spricht eine zweite Abmahnung aus, diesmal wegen Organisationsversagens im gesamten Netz.

Update 9. Dezember:  Es kommt kurz vor Weihnachten wieder zu einem Streik bei der Eurobahn. Viele Strecken in NRW sind betroffen.

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