1500 private Mailadressen veröffentlicht

Chaos nach Impfstopp für Astrazeneca: Schwere Panne in Impfzentrum in NRW

Der plötzliche Stopp für den Corona-Impfstoff von Astrazeneca in Deutschland hat zu einer großen Datenpanne in NRW geführt. Der Kreis äußert sich.

Schwelm/Ennepetal - Der 15. März war ein schwarzer Tag im Kampf gegen das Coronavirus. Impfungen mit dem Vakzin von Astrazeneca wurden in Deutschland wegen gesundheitlicher Bedenken gestoppt. Die Impfzentren traf das völlig unvorbereitet. Bei der Absage von Impfterminen unterlief dem Ennepe-Ruhr-Kreis in Nordrhein-Westfalen ein großer Fehler. (News zum Coronavirus)

NameAstrazeneca
Art des UnternehmensPharmakonzern
HauptsitzCambridge (Großbritannien)

Impfung mit Astrazeneca: Panne in Impfzentrum im Ennepe-Ruhr-Kreis in NRW

Die Situation war am Montag kurios: Am Vormittag äußerten sich mehrere Spitzenpolitiker wie NRW-Ministerpräsident Armin Laschet (CDU) hoffnungsfroh zur Impfkampagne in Deutschland. Nur wenige Stunden später dann die Schock-Nachricht: Das Spritzen des Corona-Impfstoffs von Astrazeneca wurde auf Empfehlung des Paul-Ehrlich-Instituts vorerst gestoppt.

Die Nachricht traf die Politik und vor allem die Impfzentren zum Teil völlig überraschend. Im Corona-Hotspot Märkischer Kreis etwa erreichte den verblüfften Zuständigen die Nachricht vom Impfstopp für Astrazeneca* per Eilmeldung auf seinem Tablet. Hier wie anderswo mussten die Zentren schnell reagieren.

Bei der kurzfristigen Absage der Astrazeneca-Impftermine ist einer Mitarbeiterin des Impfzentrums im Ennepe-Ruhr-Kreis, südwestlich von Dortmund gelegen, eine schwere Datenschutz-Panne unterlaufen.

Impfstopp für Astrazeneca: Impfzentrum im Ennepe-Ruhr-Kreis veröffentlicht 1500 Mailadressen

Eine Sammel-E-Mail war am Montag mit sichtbaren Mailadressen sämtlicher Adressaten an alle knapp 1500 Personen mit schon vereinbartem Impftermin verschickt worden. Die Mail sei damit ein „klarer Verstoß gegen die Grundregeln des Datenschutzes“, heißt es in einer Mail des Ennepe-Ruhr-Kreises. „Dafür entschuldigen wir uns bei den Betroffenen in aller Form.“

Man habe sich bemüht, unmittelbar nach dem Eintreffen der Information, dass das Impfen mit Astrazeneca ausgesetzt werden müsse, die Betroffenen zu informieren. Insofern seien die Adressen beim Kopieren versehentlich und „im Eifer um Eile“ im falschen Empfängerfeld - bei „An“ statt bei „Blind Copy“ - gelandet. Es seien ausschließlich die E-Mail-Adressen und keinerlei Gesundheitsdaten sichtbar geworden, betonte der Pressesprecher.

Impfstopp für Astrazeneca: Landrat des Ennepe-Ruhr-Kreises spricht von „sehr ärgerlichem Fehler“

Unter anderem hatten Twitter-Nutzer auf die Datenpanne in Bezug auf den Astrazeneca-Stopp im Ennepe-Ruhr-Kreis aufmerksam gemacht. Laut Kreis haben einige Betroffene sich zudem an die Datenschutzbeauftragte des Kreises gewandt, die nun die Landesbeauftragte über den Sachverhalt informieren wird.

Landrat Olaf Schade (SPD) äußerte Verständnis für die Verärgerung der Betroffenen, stellte sich aber hinter seine Behörde und die Mitarbeiterin, der der Fehler unterlaufen war. „Wo an sieben Tagen in der Woche so engagiert gearbeitet wird, da passieren leider auch mal Fehler“, teilte er mit. Der „sehr ärgerliche Fehler“ sei nicht geeignet, die sehr gute Arbeit aller Beteiligten im Impfzentrum in ein schlechtes Licht zu rücken, so Schade.

Die Corona-Impfungen mit Astrazeneca sind ausgesetzt. Was passiert nun mit den Impfterminen in den Impfzentren in NRW? Das ist der Stand der Dinge. (mit Material von dpa)

Rubriklistenbild: © Hanschke/DPA

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