Meldungen über Todesfall

Dänemark stoppt Corona-Impfung mit Astrazeneca - Folgen für NRW? Minister klärt auf

Der Astrazeneca-Impfstoff sorgt in Dänemark für Probleme, weshalb dort entsprechende Corona-Impfungen pausieren. Und NRW? Minister Karl-Josef Laumann bezieht Stellung.

Hamm - Der Corona-Impfstoff von Astrazeneca hatte gewiss keinen guten Start in Nordrhein-Westfalen und Deutschland. Zu hoch waren die Zweifel wegen der vielen Nebenwirkungen und der mutmaßlich geringen Wirksamkeit im Vergleich zu anderen Präparaten wie dem von Biontech. (News zum Coronavirus)

UnternehmenAstrazeneca
CEOPascal Soriot (seit 1. Okt. 2012)
HauptsitzCambridge, Vereinigtes Königreich
Gründung6. April 1999

Dänemark stoppt Corona-Impfungen mit Astrazeneca - Folgen für NRW und Deutschland?

Nachdem die Akzeptanz des Astrazeneca-Impfstoffes allmählich zugenommen hat, folgte jüngst eine Schock-Nachricht aus Dänemark. Das Land setzt die Impfungen mit dem Corona-Impfstoff von Astrazeneca wegen möglicher Nebenwirkungen vorerst aus. Die dortige Gesundheitsbehörde verwies auf Berichte über „schwere Fälle der Bildung von Blutgerinnseln“ bei Geimpften. Bisher sei allerdings noch nicht abschließend geklärt, ob es einen Zusammenhang zwischen den Impfungen und den Gerinnungsstörungen gibt.

Zuvor hatte bereits Österreich die Corona-Impfungen mit einer bestimmten Charge von Astrazeneca gestoppt. Der Grund: Eine 49-jährige Krankenpflegerin war wenige Tage nach ihrer Impfung gestorben. Bei der Frau waren ebenfalls schwere Gerinnungsstörungen aufgetreten.

Und Deutschland? Das Bundesgesundheitsministerium unter der Leitung von Jens Spahn (CDU) sieht derzeit noch keinen Anlass für einen ähnlichen Schritt hierzulande. „Nach jetzigem Stand gibt es noch keine Hinweise darauf, dass der Todesfall in Dänemark mit einer Corona-Impfung ursächlich in Verbindung steht“, erklärte ein Ministeriumssprecher am Donnerstag (11. März). „Aktuell untersuchen die europäischen Arzneimittelbehörden den Fall.“ 

Das für Impfstoffe zuständige Paul-Ehrlich-Institut erklärte, es stehe mit der dänischen Arzneimittelbehörde und der EMA in Kontakt und untersuche „die Sachlage“ in Deutschland. Bisher habe die EMA bei ihren Untersuchungen festgestellt, dass die Zahl der Thromboembolien niedriger sei als bei der Zahl von Impfungen zu erwarten wäre.

Dänemark stoppt Corona-Impfungen mit Astrazeneca: So reagiert NRW-Gesundheitsminister Laumann

Ohnehin wäre ein Stopp von Corona-Impfungen mit Astrazeneca eine riesiger Nackenschlag. Schließlich ist der Impfstoff von Astrazeneca in Nordrhein-Westfalen aktuell derjenige, der aktuell in den Impfzentren - außer für über 80-Jährige - angeboten wird, „weil wir keinen anderen haben“, sagte NRW-Gesundheitsminister Karl-Josef Laumann. Daher sehe der CDU-Politiker mittelfristig keine Möglichkeit, einen Impfstoff auswählen zu können. Gerade jetzt sei der Bedarf hoch: Am Mittwoch (10. März) seien in NRW erstmals über 50.000 Dosen an einem Tag verabreicht worden.

Daher will Nordrhein-Westfalen - trotz der Meldungen des Todesfalls aus Dänemark und Österreich - daran festhalten. „Der Astrazeneca-Impfstoff hat Gott sei Dank an Vertrauen in der Bevölkerung gewonnen“, erklärte Karl-Josef Laumann: „Ich hoffe, dass da nicht mehr Verunsicherung reinkommt.“

Er verwies auf Experten und Wissenschaftler, die sagen: „Astrazeneca ist sein sehr vernünftiger, zu verantwortender, guter Impfstoff. Deshalb hoffe ich, dass solche Meldungen nicht zu einer Verunsicherung führen.“

Vier EU-Länder reagieren auf Astrazeneca-Meldungen aus Dänemark

Fünf andere EU-Länder - Estland, Litauen, Lettland, Luxemburg und Norwegen - stoppten nach den Meldungen aus Dänemark derweil ebenfalls Impfungen mit der entsprechenden Charge, die insgesamt rund eine Million Impfdosen umfasste und an 17 europäische Länder verschickt worden war.

Während wohl weiterhin um Astrazeneca diskutiert wird, hat die Arzneimittelagentur EMA die Zulassung des Corona-Impfstoffes von Johnson & Johnson empfohlen, der eine große Besonderheit hat. Die Zulassung dürfte nur noch Formsache sein. Eine tragende Rolle bei der Eindämmung des Virus spielen nun auch Corona-Schnelltests, die es in diversen Läden zu kaufen gibt. (mit Material der dpa)

Rubriklistenbild: © Jens Büttner/dpa

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