Nach Impf-Stopp

Astrazeneca: Corona-Impfungen sollen am Freitag wieder aufgenommen werden

Der Corona-Impfstoff von Astrazeneca kann nach einem dreitägigen Stopp wieder verimpft werden. Freitag soll es losgehen. Die EMA beurteilt das Vakzin als sicher.

Update vom 18. März, 20.58 Uhr: Die vorsorglich gestoppten Corona-Impfungen mit dem Impfstoff von Astrazeneca sollen in Deutschland wieder starten - aber mit einem neuen Warnhinweis zu möglichen Nebenwirkungen. Bundesgesundheitsminister Jens Spahn sagte am Donnerstagabend, das vorsorgliche Aussetzen sei notwendig gewesen, um Sicherheit zu bekommen. Ärzte ohne diese Informationen weiterimpfen zu lassen, wäre schwer zu verantworten gewesen. Aufklärungsbögen für Ärzte und Patienten sollten ergänzt werden. Mit Wiederaufnahme der Impfungen gelte es nun, die vier seitdem vergangenen Tage aufzuholen.

UnternehmenAstrzeneca
HauptsitzCambridge, Vereinigtes Königreich
CEOPascal Soriot (seit 1. Okt. 2012)
Gründung6. April 1999

Die Europäische Arzneimittelbehörde (EMA) hatte an Nachmittag erklärt, sie sehe keine erhöhten Gesundheitsgefahren und empfahl die Fortsetzung der Impfungen. „Der Impfstoff ist sicher und effektiv gegen Covid-19, und die Vorteile sind wesentlich größer als die Risiken“, sagte EMA-Chefin Emer Cooke am Donnerstag in Amsterdam nach einer Sondersitzung des Sicherheitsausschusses. Es gebe keine Hinweise darauf, dass die Impfungen die Vorfälle verursacht hätten. Dennoch sei es nicht ausgeschlossen. Daher würden die Prüfungen und Studien auch fortgesetzt. Experten der EMA hatten alle Daten der Fälle gemeinsam mit dem Hersteller des Impfstoffes, Experten für Bluterkrankungen sowie Gesundheitsbehörden geprüft.

Astrazeneca: Corona-Impfungen sollen morgen wieder aufgenommen werden - Spahn live

Update vom 18. März, 20.06 Uhr: Ab morgen könnte es wieder weitergehen: Ziel sei, dass an diesem Freitag wieder mit dem Spritzen von Astrazeneca begonnen werden könne, teilte Jens Spahn soeben mit. Die Freigabe soll spätestens im Laufe des Freitags erfolgen. Vorher soll es aber noch eine enge Abstimmung mit den Bundesländern geben.

Düsseldorf und der Kreis Viersen in NRW waren schon vorgeprescht und hatten bereits vor dem Pressestatement von Jens Spahn mitgeteilt, dass sie sich auf Astrazeneca-Impfungen ab Freitag vorbereiten. Im Kreis Viersen soll der Startschuss um 8 Uhr fallen.

Update vom 18. März, 20.03 Uhr: Bundesgesundheitsminister Jens Spahn hat sich mit den Gesundheitsminister der Länder über die Einschätzung der EMA zum Corona-Impfstoff Astrazeneca ausgetauscht und spricht aktuell vor der Presse über das weitere Vorgehen in Deutschland.

Corona-Impfstoff Astrazeneca: EMA gibt grünes Licht - aber mit extra Warnung

Update vom 18. März, 17.48 Uhr: Der Corona-Impfstoff von Astrazeneca ist sicher, das sagt die Europäische Arzneimittelbehörde (EMA). Die Experten untersuchten mehrere Fälle von gefährlichen Blutgerinnseln im Gehirn und sehen aktuell keine Hinweise dafür, dass dies auf den Astrazeneca-Impfstoff zurückzuführen ist. In einer Pressekonferenz am Donnerstag sagte Sabine Straus, Vorsitzende des Risk Assessment Committees, der Impfstoff sei „sicher und effektiv“.  Es soll aber eine extra Warnung vor möglichen seltenen Blutgerinnseln (Thrombosen) in Hirnvenen bei den möglichen Nebenwirkungen aufgenommen werden. Denn: Es ist laut den EMA-Experten kein kausaler Zusammenhang festgestellt worden, man könne aber bei den wenigen vorliegenden Beweisen nicht ausschließen, dass die Thrombosen tatsächlich durch den Impfstoff verursacht werden oder nicht.

Update vom 18. März, 17.06 Uhr: Die Europäische Arzneimittelbehörde (EMA) hat soeben ihre Einschätzung zum Impfstoff von Astrazeneca mitgeteilt: Laut den Experten kann der Impfstoff weiterhin genutzt werden. Er sei sicher und wirksam. Es soll aber eine extra Warnung vor möglichen seltenen Thrombosen in Hirnvenen bei den Nebenwirkungen aufgenommen werden.

Update vom 18. März, 13.59 Uhr: Wie geht es mit den Impfungen weiter? Die Bundesregierung bereitet sich auf die mit Spannung erwartete Einschätzung der Europäischen Arzneimittelbehörde (EMA) zum Corona-Impfstopp von Astrazeneca vor. Diese Einschätzung könnte sich auf den gesamten weiteren Verlauf der Corona-Pandemie in Deutschland auswirken. Heute wollte die EU-Behörde bekannt geben, ob sie weiter an dem Präparat festhält.

Die EMA-Experten stellten das Vakzin auf den Prüfstand, nachdem Deutschland und andere Länder die Impfungen damit wegen mehrerer Thrombose-Fälle ausgesetzt hatten. In Deutschland gibt es inzwischen 13 gemeldete Fälle solcher Blutgerinnsel in Hirnvenen in zeitlichem Zusammenhang zu Impfungen, wie das Bundesgesundheitsministerium mitteilte.

Die Bewertung der EMA soll dann bindend sein, wie das Ressort von Minister Jens Spahn (CDU) am Vortag mitgeteilt hatte. Beraten würden auch noch die Ständige Impfkommission (Stiko) und das Paul-Ehrlich-Institut (PEI).

Trotz Stopp in Deutschland: WHO empfiehlt weiter Einsatz von Astrazeneca-Impfstoff

Update vom 17. März, 15.13 Uhr: Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) empfiehlt vorerst weiter den Einsatz des Corona-Impfstoffs von Astrazeneca. „Die WHO ist der Meinung, dass die Vorteile die Risiken überwiegen“, teilte die Organisation am Mittwoch mit.

Astrazeneca ist der bislang wichtigste Impfstoff, auf den auch die gemeinsame Impfinitiative Covax unter dem Dach der WHO setzt. Sie hilft dabei, Länder in aller Welt mit Impfstoff zu versorgen. Deutschland und zahlreiche andere Staaten haben die Impfung mit dem Astrazeneca-Stoff vorerst ausgesetzt, weil mehrere Fälle mit Thrombosen (Blutgerinnseln) in den Hirnvenen in zeitlichem Zusammenhang zur Impfung gemeldet wurden.

Die WHO betont jetzt, dass eine Impfung gegen Covid-19 keine Krankheiten oder Todesfälle durch andere Ursachen reduziere. Thrombosen (Blutgerinnsel) passierten häufig. „Venöse Thromboembolien gehören zu den häufigsten Herz-Kreislauferkrankungen weltweit“, so die WHO. Es sei Routine, mögliche Zwischenfälle bei Impfkampagnen zu registrieren und zu untersuchen. Das zeige, dass die Überwachungssysteme funktionierten.  

Astrazeneca trotz Impfstopp verteidigt: EU-Behörde von Vorteilen „zutiefst überzeugt“

Update vom 16. März, 14.54 Uhr: Die EU-Arzneimittelbehörde (EMA) hat sich nach dem Stopp der Astrazeneca-Impfungen in Teilen Europas - darunter auch Deutschland - hinter das Corona-Vakzin gestellt. „Wir sind immer noch zutiefst überzeugt, dass die Vorteile des Astrazeneca-Impfstoffs bei der Vorbeugung von Covid-19 mit dem damit verbundenen Risiko eines Krankenhausaufenthalts und dem Tod das Risiko dieser Nebenwirkungen überwiegen“, sagte EMA-Chefin Emer Cooke.

Astrazeneca-Impfungen gestoppt: EMA verteidigt Impfstoff

In Deutschland und anderen EU-Ländern waren die Astrazeneca-Impfungen nach Berichten über gefährliche Blutgerinnsel bei Geimpften ausgesetzt worden. Wie Ruhr24.de* berichtet, sprechen NRW-Ministerpräsident Armin Laschet sowie NRW-Gesundheitsminister Karl-Josef Laumann in diesem Zuge von einer Impf-Krise.

Emer Cooke betonte nun, dass eine Situation wie diese nicht unerwartet sei. Wenn man Millionen Menschen impfe, sei es unausweichlich, dass man seltene oder ernsthafte Vorkommnisse von Erkrankungen habe, die nach der Corona-Impfung auftreten. Die EMA prüfe nun, ob dies tatsächlich eine Nebenwirkung sei oder Zufall. Es brauche dazu eine wissenschaftliche Bewertung. „Wir müssen die Fakten zuerst haben.“ Vorher könne man nicht zu einer Schlussfolgerung kommen.

Update vom 15. März, 12.19 Uhr: Deutschland stoppt die Corona-Impfungen mit dem Impfstoff Astrazeneca. Der Grund sind Berichte über eine auffällige Häufung sogenannter Sinusvenenthrombosen. Das sagen Experten zu dem Risiko des Impfstoffes, der erstmal in den Lagern bleiben muss.

Impf-Hammer: Deutschland stoppt Corona-Impfung mit Astrazeneca - Institut: „Neue Lage“

Update vom 15. März, 8.51 Uhr: Der Impfgipfel wird verschoben! Das hat ein Regierungssprecher am Dienstagmorgen bestätigt. Die Konferenz von Bund und Ländern sollte sich am Mittwochabend um die Impfkampagne und die Einbeziehung der Hausärzte drehen. Wegen des Impf-Stopps von Astrazeneca werde der Gipfel jetzt verschoben, bis eine Entscheidung der Europäischen Arzneimittelbehörde zum Astrazeneca-Impfstoff vorliege.

Update vom 15. März, 23.24 Uhr: Das für die Impfstoffe zuständige Paul-Ehrlich-Institut (PEI) hat seine Empfehlung zur Aussetzung von Impfungen mit dem Präparat von Astrazeneca verteidigt. Von den sieben in Deutschland aufgetretenen Fällen mit Thrombosen (Blutgerinnseln) der Hirnvenen im zeitlichen Zusammenhang zur Impfung sind drei tödlich verlaufen, wie Institutspräsident Klaus Cichutek am Montagabend in den ARD-Tagesthemen sagte. „Wir haben auf Grund von neuen Untersuchungen, aber auch neuen Meldungen, eine neue Lage.“

Die deutschen Befunde seien nun im europäischen Vergleich zu diskutieren und mit europäischen Daten abzugleichen. Zu den Auswirkungen auf die deutsche Impfkampagne sagte Cichutek: „Wenn es ein bisschen länger dauert, ist das ok.“

Mit dem Astrazeneca-Präparat Geimpfte haben nach seinen Worten nichts mehr zu befürchten, wenn ihre Impfung 16 Tage zurückliegt. Davor sollten sie dann einen Arzt aufsuchen, wenn sie über die ersten Tage nach der Impfung hinaus anhaltende Kopfschmerzen oder Hauteinblutungen hätten, riet der PEI-Präsident.

Corona-Impfung mit Astrazeneca gestoppt: Impfgipfel soll verschoben werden

Update vom 15. März, 23.02 Uhr: Nach der Aussetzung von Corona-Impfungen mit dem Präparat von Astrazeneca soll die für Mittwochabend geplante Telefonkonferenz von Bund und Ländern zum Impfen (Impfgipfel) voraussichtlich verschoben werden. Es sei davon auszugehen, dass die Entscheidung der Europäischen Arzneimittelbehörde EMA am Donnerstag zum weiteren Vorgehen bei dem Impfstoff abgewartet werde, erfuhr die Deutsche Presse-Agentur am Montagabend aus mit den Vorgängen befassten Kreisen.

Update vom 15. März, 18.14 Uhr: Nach dem Impf-Stopp für Astrazeneca wollen sich Experten der Weltgesundheitsorganisation (WHO) am Dienstag beraten. Das Beratergremium habe die Daten zur Sicherheit des Vakzins geprüft und stehe „in engem Kontakt“ mit der Europäischen Arzneimittelagentur (EMA), sagte WHO-Chef Tedros Adhanom Ghebreyesus am Montag. Er fügte hinzu, „wir werden uns morgen treffen“. Die EMA kündigte für Donnerstag eine Sondersitzung zu dem Vakzin des britisch-schwedischen Herstellers an.

Update vom 15. März, 17.57 Uhr: Da Paul-Ehrlich-Institut, das in Deutschland für Impfstoffe zuständig ist, hat sich am Montagnachmittag noch einmal zu seiner Empfehlung geäußert, die Corona-Impfung mit Astrazeneca vorerst auszusetzen. Seit dem 11. März seien weitere Fälle von Thrombosen in Hirnvenen in Deutschland gemeldet worden. Bei der Analyse des neuen Datenstands sehe man eine auffällige Häufung einer speziellen Form dieser sehr seltenen Thrombosen in Verbindung mit einem Mangel an Blutplättchen (Thrombozytopenie) und Blutungen in zeitlicher Nähe zu Impfungen mit Astrazeneca. Die Daten würden von der Europäischen Arzneimittelagentur (EMA) weiter analysiert und bewertet.

Corona-Impfung mit Astrazeneca gestoppt: Karl Lauterbach spricht von Fehler

Update vom 15. März, 16.33 Uhr: SPD-Gesundheitsexperte Karl Lauterbach spricht bei der Aussetzung der Corona-Impfung mit Astrazeneca in Deutschland von einem Fehler. Auf Twitter schrieb er kurz nach der Verkündung durch die Bundesregierung: „Die Prüfung ohne Aussetzung der Impfung wäre wegen der Seltenheit der Komplikation besser gewesen. In der jetzt Fahrt aufnehmenden 3. Welle wären die Erstimpfungen mit dem AstraZeneca Impfstoff Lebensretter.“ Im ZDF sagte Lauterbach, der Impf-Stopp werde das Vertrauen in Astrazeneca weiter reduzieren, „dabei gibt es keine neuen Daten, die den Stopp rechtfertigen.“

Auch bei anderen Politikern stößt die Bekanntgabe auf Kritik. Irritiert äußerte sich auch die SPD-Europapolitikerin Katarina Barley. „Die neueste Generation der Antibabypille hat als Nebenwirkung Thrombosen bei acht bis zwölf von 10.000 Frauen. Hat das bisher irgendwen gestört?“, fragte sie auf Twitter.

„Herr Spahn muss seine erratische Kehrtwende erklären“, verlangte FDP-Fraktionsvize Michael Theurer in Berlin. Dazu gehöre auch die Frage, warum die Entscheidung unmittelbar nach den Landtagswahlen vom Sonntag bekanntgegeben werde und ob dafür neue Daten vorlägen, erklärte Theurer weiter. Der FDP-Politiker wies darauf hin, dass die Europäische Arzneimittel-Agentur EMA die bislang bekannt gewordenen Fälle von Thrombosen als „statistisch völlig unauffällig“ einstufe, und empfehle, den Impfstoff von Astrazeneca weiter zu nutzen.

Impf-Hammer: Deutschland stoppt Corona-Impfung mit Astrazeneca - Spahn spricht live

Update vom 15. März, 16.22 Uhr: Sowohl die Erst- als auch die Folgeimpfungen mit dem Impfstoff Astrazeneca werden laut Jens Spahn gestoppt. Folgeimpfungen könnten nachgeholt werden, sollte die EMA positiv entscheiden. Spahn hofft, dass die Europäische Arzneimittelbehörde noch in dieser Woche entscheidet, ob die aktuellen Ereignisse Auswirkungen auf die Zulassung des Impfstoffes haben. Am Ende sagte Jens Spahn: „Die Impfung ist weiterhin der Weg - wenn auch ein beschwerlicher - aus der Pandemie.“

Update vom 15. März, 16.14 Uhr: Jens Spahn wollte sich in der Pressekonferenz nicht dazu äußern, welche Auswirkungen es auf den Impfplan haben könnte, sollte der Impfstoff von Astrazeneca in Deutschland nicht mehr verimpft werden. Er wolle nicht spekulieren, auch er selbst wisse erst seit Kurzem von der Empfehlung des Paul-Ehrlich-Instituts.

Impf-Hammer: Deutschland stoppt Corona-Impfung mit Astrazeneca - „reine Vorsichtsmaßnahme“

Update vom 15. März, 16.08 Uhr: Laut Jens Spahn weist das Paul-Ehrlich-Institut darauf hin, dass Personen, die bereits mit dem Impfstoff von Astrazeneca geimpft worden sind und sich mehr als vier Tage nach der Impfung unwohl fühlen - etwa starke anhaltende Kopfschmerzen oder punktförmige Hautblutungen -, sich in ärztliche Behandlungen begeben sollen. In Deutschland gebe es aktuell sieben Hirnvenen-Thrombosen, bei denen ein möglicher Zusammenhang mit der Impfung von Astrazeneca überprüft werden soll.

Update vom 15. März, 16.02 Uhr: Bundesgesundheitsminister Jens Spahn äußert sich aktuell zum Impf-Stopp mit Astrazeneca. Die heutige Entscheidung zum Aussetzen der Corona-Impfung mit dem Vakzin sei eine reine Vorsichtsmaßnahme. Der Impfstoff werde in vielen Ländern der Welt millionenfach verimpft. „Uns allen ist die Tragweite dieser Entscheidung sehr bewusst“, so Spahn. Die Entscheidung habe man sich nicht leicht gemacht. Für Spahn sei es eine rein fachliche Entscheidung, keine politisch.

Update vom 15. März, 15.30 Uhr: Impf-Hammer in Deutschland: Die Bundesregierung hat die Corona-Impfung mit Astrazeneca ausgesetzt. Man folge damit einer aktuellen Empfehlung des Paul-Ehrlich-Instituts (PEI), teilte ein Sprecher des Bundesgesundheitsministeriums mit. Nach neuen Meldungen von Thrombosen der Hirnvenen im zeitlichen Zusammenhang mit der Impfung in Deutschland und Europa halte das Paul-Ehrlich-Institut weitere Untersuchungen für notwendig, teilte das Bundesgesundheitsministerium am Montag in Berlin mit.

Astrazeneca: Niederlande stoppt Corona-Impfung - bleibt NRW bei dem Impfstoff?

[Erstmeldung] Hamm - Der Corona-Impfstoff von Astrazeneca sorgt immer wieder für Schlagzeilen. Nach anfänglichen Bedenken wegen starker Nebenwirkungen hatte das Vakzin jüngst wieder etwas an Vertrauen gewonnen. In Nordrhein-Westfalen bekommt den Impfstoff aktuell vornehmlich das Personal in Schulen und Kitas. Doch es gibt neue Aufruhr. Mehrere Länder setzen die Corona-Impfung mit Astrazeneca aus. Jetzt auch die Niederlande. (News zum Coronavirus)

Zuerst stoppte Österreich die Corona-Impfungen mit einer bestimmten Charge von Astrazeneca. Eine Krankenpflegerin (49) war wenige Tage nach ihrer Impfung gestorben. Bei der Frau waren schwere Gerinnungsstörungen aufgetreten.

Dann hatte Dänemark verkündet, die Impfungen mit Astrazeneca vorerst auszusetzen. Auch hier sind laut den Behörden bei Geimpften Blutgerinnsel festgestellt worden, ein Mensch sei sogar gestorben. Es folgten weitere Länder in der EU mit einem Impf-Stopp. Auch in Italien war die Verabreichung einer bestimmten Charge des Impfstoffes vorsichtshalber gestoppt worden. Ein Lehrer starb laut Gesundheitsbehörden einen Tag nach seiner Astrazeneca-Impfung, berichtet merkur.de*.

Jetzt hat auch die Niederlande, direktes Nachbarland von NRW, gehandelt. Die Corona-Impfungen mit dem Impfstoff von Astrazeneca werden für zwei Wochen ausgesetzt. Dies geschehe auf der Grundlage „neuer Informationen“, teilte Gesundheitsminister Hugo de Jonge mit.

Astrazeneca: Corona-Impfungen gestoppt - das sagt NRW-Gesundheitsminister Laumann

Dabei bezog er sich auf sechs Fälle möglicher Nebenwirkungen in Dänemark und Norwegen am vergangenen Wochenende (13./14. März). Nach Angaben des Ministeriums wurden in den Niederlanden bisher keine Fälle von schweren Nebenwirkungen bekannt. „Wir müssen immer auf Nummer sicher gehen“, sagte der zuständige Minister. „Daher ist es klug, nun auf die Pausetaste zu drücken.“

Nach der Nachricht über dem Impf-Stopp aus Dänemark hatte NRW-Gesundheitsminister Karl-Josef Laumann in der vergangenen Woche verkündet, das Land wolle an dem Impfstoff festhalten. „Der Astrazeneca-Impfstoff hat Gott sei Dank an Vertrauen in der Bevölkerung gewonnen“, erklärte Karl-Josef Laumann: „Ich hoffe, dass da nicht mehr Verunsicherung reinkommt.“

Astrazeneca: Corona-Impfungen gestoppt - Deutschland hält am Vakzin fest

Und auch nach der Nachricht aus den Niederlanden sagte die Bundesregierung am Montag (15. März): Deutschland hält an dem Einsatz des Astrazeneca-Impfstoffes fest. Die Meldungen würden sehr ernst genommen und die Datenlage ständig geprüft, sagte ein Sprecher des Gesundheitsministeriums der Nachrichtenagentur Reuters. Im Laufe der Woche fänden beim Paul-Ehrlich-Institut und der EMA verschiedene Expertenrunden statt. 

Es ist davon auszugehen, dass nach der Aussage des Bundesgesundheitsministers auch NRW weiterhin das Vakzin verimpfen werden. Wer wann geimpft wird, ist in einer Impfreihenfolge für Nordrhein-Westfalen festgelegt.

Astrazeneca: Länder stoppen Corona-Impfung - WHO und EMA geben Entwarnung

Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) und die Europäische Arzneimittelbehörde EMA sehen keinen Grund, den Impfstoff von Astrazeneca nicht einzusetzen. Die EMA erklärte, dass es keine auffällige Häufung von Thrombosen im zeitlichen Zusammenhang mit der Impfung gebe und dass der Nutzen der Verabreichung des Astrazeneca-Mittels größer sei als die Risiken. Auch Bundesgesundheitsminister Jens Spahn bedauerte die Impfpause in einigen Ländern.

Laut WDR teilte das Paul-Ehrlich-Institut (PEI) mit, dass es in Deutschland bislang insgesamt elf Thrombose-Fälle bei rund 1,2 Millionen Impfungen mit Astrazeneca gab. Das liege im normalen Durchschnitt auch bei Nicht-Geimpften.

Astrazeneca selbst wies nach einer Analyse von Impfdaten erneut Zweifel an der Sicherheit seines Corona-Impfstoffes zurück. (mit dpa-Material) - *merkur.de ist ein Angebot von IPPEN.MEDIA

Rubriklistenbild: © Matthias Bein/dpa

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