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Weitere Plagiatsvorwürfe gegen Armin Laschet: Experte ändert erste Einschätzung „beträchtlich“

Plagiatsvorwürfe gegen Armin Laschet: Der CDU-Chef und NRW-Ministerpräsident soll für sein Buch an weiteren Stellen abgeschrieben haben.

Hamm - Es gibt weitere Plagiatsvorwürfe gegen Armin Laschet. Der österreichische Plagiatssucher Stefan Weber sieht beim Buch des Unions-Kanzlerkandidaten und Ministerpräsidenten von Nordrhein-Westfalen von 2009 „Die Aufsteigerrepublik. Zuwanderung als Chance“ nun doch Anlass für weitere Prüfung. Zunächst hatte Stefan Weber erklärt, er erkenne nach einer eigenen Prüfung „keine weiteren Plagiate“. Ein Leserfund habe seine erste Einschätzung aber „beträchtlich“ geändert.

NameArmin Laschet
Geboren18. Februar 1961 (Alter 60 Jahre), Aachen
Größe1,72 Meter
EhepartnerinSusanne Laschet (verh. 1985)

Neue Plagiatsvorwürfe gegen Armin Laschet: Weitere unzitierte Passagen im Buch des CDU-Chefs

Wie der Medienwissenschaftler schrieb, habe Armin Laschet „mutmaßlich“ fast die halbe Seite 177 seines Buchs vom bekannten Münchner Politologen und früheren bayerischen Kultusminister Hans Maier (CSU) unzitiert übernommen. Im Buch des heutigen CDU-Chefs findet sich ein Absatz, der stark einer Passage in einem Text Maiers ähnelt.

Ein Sprecher von Armin Laschet verwies am Dienstag auf Anfrage auf eine Erklärung des nordrhein-westfälischen Ministerpräsidenten zu den Plagiatsvorwürfen vom vergangenen Freitag. Armin Laschet hatte erklärt, in seinem Buch gebe es offenkundig Fehler, die er verantworte. „Mindestens ein Urheber des im Buch verwendeten Materials wird weder im Fließtext noch im Quellenverzeichnis genannt. Dafür möchte ich ausdrücklich um Entschuldigung bitten, denn sorgfältiges Arbeiten beim Verfassen von Werken und die Achtung des Urheberrechts sind für mich auch eine Frage des Respekts vor anderen Autoren.“

Um zu klären, ob es weitere Fehler gibt, habe er unverzüglich die Prüfung des Buchs veranlasst. Dazu sagte der Sprecher am Dienstag: „Diese Prüfung dauert an.“

Plagiatsvorwürfe gegen Armin Laschet: NRW-Landeschef übernimmt Passagen von Hans Maier

Maiers Aufsatz wurde 2006 in der katholischen Zeitschrift Communio veröffentlicht - also rund drei Jahre, bevor das Buch von Armin Laschet erschien. Maier bestätigte der Deutschen Presse-Agentur, dass der Text 2006 in der Zeitschrift erschien. In dem Absatz geht es um das Zusammenleben der Religionen in Deutschland.

Maier schreibt in dem Aufsatz etwa: „So kann ein Jude verlangen, dass seine Sache nicht in einem Gerichtssaal verhandelt wird, in dem ein Kreuz hängt. Jüdischen Geschäftsinhabern kann die Öffnung eines Ladens am Sonntag erlaubt werden, da sie am Samstag wegen des Sabbatgebots keine Verkäufe tätigen dürfen.“ Im Buch von Armin Laschet heißt es: „Ein Jude kann verlangen, dass seine Sache nicht in einem Gerichtssaal verhandelt wird, in dem ein Kreuz hängt. Jüdischen Geschäftsinhabern kann die Öffnung ihres Ladens am Sonntag erlaubt werden, da sie am Samstag nicht arbeiten dürfen.“

Neue Plagiatsvorwürfe gegen Armin Laschet: Hans Maier äußert sich

Der dpa sagte Maier: „Auf der einen Seite möchte ich als Wissenschaftler nicht, dass abgeschrieben wird. Auf der anderen Seite möchte ich mich nicht gemein machen mit Plagiatsjägern.“

Plagiatssucher Stefan Weber hatte eine Reihe von Textähnlichkeiten zwischen dem Buch der Grünen-Kanzlerkandidatin Annalena Baerbock „Jetzt. Wie wir unser Land erneuern“ und anderen Publikationen öffentlich gemacht. In der Nacht zum Freitag war auf Twitter eine Gegenüberstellung des Plagiatssuchers Martin Heidingsfelder veröffentlicht worden, die eine auffallende Ähnlichkeit zwischen einer Passage des Laschet-Buchs und einer anderen Publikation zeigte. Der betroffene Wissenschaftler Karsten Weitzenegger hatte sie öffentlich gemacht.

Zuletzt musste sich Armin Laschet auch mit der Wut von Flut-Opfern auseinandersetzen. Der NRW-Ministerpräsident wurde heftig angefeindet.

Rubriklistenbild: © Kay Nietfeld/dpa

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