Ministerpräsident

Armin Laschets Nachfolger in NRW: Hendrik Wüst steuert auf Amt des Landesvaters zu

Armin Laschet kandidiert bei den Bundestagswahlen für die Kanzlerschaft. NRW braucht dann einen neuen Ministerpräsidenten. Oder hat man diesen bereits gefunden?

Hamm/Düsseldorf – Hendrik Wüst hat am Donnerstag als Verkehrsminister Nordrhein-Westfalens den Haushalt seines Ressorts für das kommende Jahr vorgestellt. Es dürfte das letzte Mal gewesen sein, denn der 46-Jährige hat allerbeste Chancen nach der Bundestagswahl in Düsseldorf Nachfolger von Armin Laschet und damit Ministerpräsident zu werden. Den Landesvater verkörpert der CDU-Politiker schon heute.

PersonHendrik Wüst
GeborenGeboren: 19. Juli 1975 (Alter 46 Jahre), Rhede
ParteiChristlich Demokratische Union Deutschlands (CDU)
AmtMitglied des Bundesrates der BRD

Neuer NRW-Minsterpräsident? Hendrik Wüst (CDU) versteht sich als „Lobbyist fürs Land“

Nein, aus der Reserve locken lässt sich der smarte Jurist nicht. Haben Sie bereits den Etat 2022 mit möglichen Nachfolgern abgestimmt? Über unsere Frage in der Pressekonferenz, auf der es eigentlich um Geldsummen und Verkehrsprojekte geht, muss Hendrik Wüst nur einen kurzen Moment nachdenken, um dann zu antworten: „Ich verstehe diese Frage nicht.“

Natürlich versteht Wüst die Frage. Doch seitdem Laschet, der bekanntlich auch bei einer Niederlage nach Berlin wechseln will, die Regelung seiner Nachfolge in NRW auf die Zeit nach der Bundestagswahl verschoben hat, geht Wüst etwas weniger forsch mit dem Thema um. Zumal sich mit Parteifreundin Ina Scharrenbach aus Kamen ein weiteres Kabinettsmitglied für höhere Aufgaben berufen fühlt. Und so betont Wüst am Donnerstag, dass es ihm nach wie vor große Freude mache, Verkehrsminister zu sein. Die vernetzte Mobilität der Zukunft gestalten zu dürfen, sei ein großes Privileg.

Doch Wüst kann noch größer. Politik sei nicht immer nur das, führt er aus, wofür man zuständig ist. Es mache ihm Freude, nicht nur auf Zuständigkeiten reduziert zu sein. Der Münsterländer fühlt sich – Zitat – „berufen, für sein Land zu lobbyieren“. Um die Verkehrswende zu schaffen, mischt sich Hendrik Wüst auch in Sachen des Bundes, also beispielsweise der Bahn, ein. „Ich bin Lobbyist fürs Land“, sagt der Minister staatstragend. Hinter ihm sind die Deutschland-, die NRW- und die Europafahne zu sehen.

Mutmaßlicher Laschet-Nachfolger Hendrik Wüst (CDU) könnte mit den Grünen

Wüst ist mittlerweile nicht nur Familienvater, sondern auch ruhiger geworden. Ja, der Vorsitzende der Mittelstands- und Wirtschaftsvereinigung der CDU in NRW wird weiterhin dem konservativen Lager der Partei zugerechnet. Doch sein Auftreten heute unterscheidet sich doch deutlich von dem Haudrauf in seiner Zeit als Chef der Jungen Union und anschließend Generalsekretär. Am Donnerstag klingt Wüst wie Landesvater Laschet: „Als Regierung haben wir die Verantwortung übernommen, ein klimaneutrales Land zu hinterlassen, was zugleich als Industrieland Arbeit und soziale Sicherheit bietet.“

Wie Laschet, dessen Wahl-Kampagne im Übrigen längst nicht fehlerfrei verläuft, könnte Wüst sogar mit den Grünen. Sein Motto für Umgehungsstraßen – „Verkehr raus, Lebensqualität rein“ – stand vermutlich bereits mal auf einem Plakat der Ökopartei. Anderes Beispiel für die wüstsche Verkehrspolitik: „Zu Recht pochen die Menschen darauf, dass wir beim Thema Fluglärm besser werden.“

Neuer NRW-Minsterpräsident: Hendrik Wüst wird wohl auf Armin Laschet folgen

Selbstkritisch äußert er sich auch zum Thema Straße. In NRW sei von der früheren CDU-Landesregierung eher Straßenbaupolitik betrieben worden, sagt er an die Adresse seiner eigenen Partei. Eine moderne Verkehrspolitik müsse auch eine aktive Bahnpolitik beinhalten. Und zu guter Letzt gibt es noch diesen Hinweis: 580 Kilometer Radwege habe er gebaut – „seitdem ich Verkehrsminister sein darf“. Demut kann er also auch.

Wenn alles normal läuft, dürfte Hendrik Wüst neuer NRW-Ministerpräsident werden. Wilhelm Nägeler hat in dieser Woche bereits einen Vorgeschmack darauf bekommen. Dem ehemaligen Bürgermeister der Gemeinde Nordkirchen überreichte Wüst den Verdienstorden des Landes Nordrhein-Westfalen – in Vertretung von Ministerpräsident Armin Laschet.

Rubriklistenbild: © Roland Weihrauch/dpa

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