Ausgezeichnet

Andre Krysiak rettet Ertrinkendem aus Soest das Leben - Rettungsmedaille für Hammer

Lebensretter Andre Krysiak aus Hamm am Strand in Nordholland: Er bewahrte einen Mann aus Soest vor dem Ertrinken.
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Lebensretter Andre Krysiak aus Hamm (links) am Strand in Nordholland: Er bewahrte einen Mann aus Soest vor dem Ertrinken.

Eigentlich hätte der 8. August 2019 für Andre Krysiak (44) und seine Familie am Strand des holländischen St. Maartenszee ein normaler Urlaubstag werden sollen. Dann wurde Krysiak dank seiner Intuition und Reaktionsschnelligkeit urplötzlich zum Lebensretter.

Hamm – NRW-Ministerpräsident Armin Laschet zeichnete ihn und weitere Retter am Dienstagabend im Steigenberger Grandhotel Petersberg in Königswinter bei Bonn mit der Rettungsmedaille des Landes aus.

In Laschets Ansprache nahmen die Ereignisse von vor über einem Jahr noch einmal Gestalt an. Laschet unter anderem wörtlich: „Im August 2019 macht Andre Krysiak zusammen mit seiner Frau und den beiden Kindern Urlaub in St. Maartenszee in den Niederlanden. (...) Während seine Frau mit dem älteren Sohn spazieren geht, sitzt Andre Krysiak mit dem jüngeren Sohn in einer Strandmuschel. Plötzlich fallen ihm zwei heftig winkende Frauen auf. Sofort erkennt Andre Krysiak, dass etwas nicht stimmt. (...)

So rettete ein Hammer einem Mann das Leben

Krysiak entdeckt im Meer einen Mann, der offensichtlich zu ertrinken droht. Immer wieder wird der Mann von den Wellen unter Wasser gedrückt. Krysiak zögert nicht, sondern begibt sich ins Wasser und schwimmt in die Richtung des Mannes, den er packen und über Wasser halten kann.

Als Krysiak mit dem entkräfteten Mann Richtung Ufer kommt, hilft ihm eine Frau, ihn aus dem Wasser zu ziehen. Andre Krysiak kümmert sich um den kaum ansprechbaren Mann, bis die Rettungsbrigade und kurz darauf die niederländische Polizei und der Notarzt eintreffen. Der Mann wird versorgt und in ein Krankenhaus gebracht. (...)

Durch seine schnelle Reaktion und sein mutiges Handeln hat Andre Krysiak den Mann vor dem Ertrinken gerettet. Er hätte es ohne fremde Hilfe nicht zurück zum Ufer geschafft. Auch für Andre Krysiak bestand Lebensgefahr. (...) Das zeigt in besonders schöner Weise, dass die Bereitschaft, anderen unter Einsatz des eigenen Lebens zu helfen, grenzenlos ist. (...)“

Ehrung für selbstloses Handeln

Krysiak war der letzte von 21 Rettern, die Laschet am Dienstag ehrte. „Ich hatte am längsten Puls“, sagt er und lacht. „Es war ein unglaubliches Ereignis, eingeladen zu werden. Ich kann es nicht in Worte fassen. Die Verleihung der Medaille macht mich sehr stolz und ich bin glücklich, dass ich helfen konnte.“

In diesem Jahr war Krysiak erneut mit seiner Familie in Holland. „Ich habe oft an das Ereignis vom vergangenen Jahr gedacht“, sagt er. „Damals habe ich intuitiv gehandelt und würde es wohl wieder so tun. Auch wenn mich die Bilder von damals längst nicht mehr so stark im Alltag begleiten, bin ich doch aufmerksamer geworden und achte noch einmal mehr darauf, was zum Beispiel meine Kinder am Strand tun.“

Andre Krysiak wurde von Armin Laschet mit der Rettungsmedaille des Landes ausgezeichnet.

Rettungsmedaille für Lebensretter

21 Bürgerinnen und Bürger aus NRW sind mit der Rettungsmedaille des Landes ausgezeichnet worden. Die Auszeichnung haben sie erhalten, weil sie selbstlos andere Menschen aus einer Notlage gerettet haben – aus brennenden Häusern, führerlosen Lastwagen, vor dem Ertrinken oder aus verunglückten Fahrzeugen. Fünf weitere Rettungshelfer ehrte Ministerpräsident Laschet mit einer Öffentlichen Belobigung.

Die Rettungsmedaille wird nur an Personen verliehen, die unter Einsatz des eigenen Lebens die Rettungstat durchgeführt haben. Die öffentliche Belobigung anstatt der Rettungsmedaille wird ausgesprochen, wenn der Retter ohne Einsatz des eigenen Lebens die Rettungstat ausgeführt hat oder der Rettungsversuch trotz Einsatz des eigenen Lebens nicht zum Erfolg geführt hat. Die Vorschläge, welche zur Verleihung der Rettungsmedaille führen können, werden in der Regel von den zuständigen Bezirksregierungen unterbreitet.

Eine Joggerin und ein Polizist wurden in Hamm am Kanal zu Lebensrettern. Sie führten ganze zwanzig Minuten eine Reanimation bei einem Mann mit Herzinfarkt durch.

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