Arbeitslosigkeit in NRW

Alles wegen Corona? Die Arbeitslosigkeit in NRW steigt weiter - doch es gibt Hoffnung

Die Arbeitslosigkeit in NRW steigt weiter. Auch wenn den Maßnahmen zum Coronavirus nach und nach immer mehr Lockerungen folgen... Kamen sie möglicherweise zu spät?

  • Die Arbeitslosigkeit in NRW steigt weiter.
  • Im Mai 2020 haben sich erneut mehr Arbeitslose bei der Bundesagentur für Arbeit gemeldet.
  • Das Coronavirus und der damit verbundene Lockdown machen sich bemerkbar.

+++Alle Entwicklungen zum Coronavirus in NRW im News-Ticker+++

NRW / Hamm - Lockdown, Kontaktverbot, Krise: Das Coronavirus hat in NRW deutliche Spuren hinterlassen. Betroffen sind Einzelhändler, die wochenlang ihre Geschäfte schließen mussten, ebenso wie Unternehmen, die nicht produzieren konnten. Auch die Gastronomen haben nach wie vor zu kämpfen. Zunehmende Lockerungen sollen Händlern und der Gastronomie Hilfe versprechen. Doch kommen sie zu spät? Die Arbeitslosigkeit im Land nimmt zu. Die Zahl der Arbeitslosen in Nordrhein-Westfalen ist im Mai schon wieder gestiegen.

Das Coronavirus zieht in NRW große Kreise - das merkt man auch an der steigenden Arbeitslosigkeit. Im Mai gab es erneut mehr Arbeitslose als noch im April. Insgesamt waren in diesem Monat 757.118 Menschen als arbeitslos gemeldet gewesen - also 5,4 Prozent mehr als im April, teilte die Regionaldirektion der Bundesagentur für Arbeit am Mittwoch mit. Es ist der zweite Monat in Folge, in dem die Arbeitslosigkeit als Folge der Einschränkungen wegen des Coronavirus steigt, wie wa.de* berichtet.

Arbeitslosigkeit 2020: Mehr Arbeitslose in NRW wegen Coronavirus

Normalerweise sind steigende Arbeitslosigkeit und mehr Arbeitslose im Frühjahr unüblich - der Arbeitsmarkt entwickelt sich zu der Zeit in der Regel positiv. Das Coronavirus dämpft den Effekt in NRW. "Die Zahl der bei den Agenturen für Arbeit neu gemeldeten freien Stellen liegt zwar mit rund 22.200 noch deutlich unter dem, was bei einer guten Frühjahrsbelebung üblich wäre", sagte der Vorsitzende der NRW-Regionaldirektion der Bundesagentur für Arbeit, Torsten Withake. "Doch ist der Bedarf an Arbeitskräften damit um fast 40 Prozent zum Vormonat gestiegen, in dem wir aufgrund der Eindämmungsmaßnahmen gegen die Corona-Pandemie einen historischen Tiefststand erlebt haben."

Arbeitslosigkeit in NRW: Trotz Anstieg wegen Coronavirus gibt es Hoffnung

Immerhin: Nach einem historischen, sprunghaften Anstieg der Arbeitslosigkeit in NRW im April, wächst die Kurve der Arbeitslosen im Mai nur noch abgeschwächt. Die Bundesagentur für Arbeit macht Hoffnung: In ihrem Monatsbericht zum Arbeits- und Ausbildungsmarkt heißt es: "Wegen der Corona-Krise sind Arbeitslosigkeit und Unterbeschäftigung von April auf Mai saisonbereinigt weiter kräftig gestiegen, allerdings nicht mehr ganz so stark wie im April."

Etwa die Hälfte der Arbeitslosen, die sich wegen der Folgen des Coronavirus neu gemeldet hatten, kommt aus einem Arbeitsverhältnis. Also "m eldeten sich zahlreiche Personen neu arbeitslos, weil sie ihre Beschäftigung verloren haben", erklärt das Schreiben.

Die Agentur für Arbeit veröffentlicht in einem Schreiben eine Ausschau über die Arbeitslosigkeit in NRW für Juni - wegen des Coronavirus jedoch unter Vorbehalt.

Die Bundesagentur für Arbeit liefert in der Regel auf der Basis von Frühindikatoren eine Ausschau auf die Arbeitslosigkeit in NRW für den anstehenden Monat. Allerdings ist dies angesichts des Coronavirus mit "größerer Unsicherheit verbunden". Auf Informationen von den lokalen Agenturen beruhend hat das Institut für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB) das IAB-Arbeitsmarktbarometer entwickelt, das einen Ausblick auf den Arbeitsmarkt geben soll. Zwar ist im Mai der Wert wieder um 0,4 Punkte gestiegen, allerdings sind die Werte trotzdem verhältnismäßig tief und "signalisieren für die nächsten Monate aber eine deutliche Verschlechterung des Arbeitsmarktes"

*wa.de ist Teil des bundesweiten Ippen-Digital-Redaktionsnetzwerks.

Rubriklistenbild: © dpa

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