Polizei muss in zwei Fällen einschreiten

Im Einsatz geschlagen und beleidigt: Mann will sich von Sanitäterinnen nicht helfen lassen - „Die haben nichts drauf“

Verbal und auch körperlich angegriffen wurden am Wochenende mehrere Rettungssanitäter bei zwei Einsätzen im Kreis Siegen-Wittgenstein. Die Polizei musste einschreiten.

  • Rettungssanitäter im Kreis Siegen-Wittgenstein wurden von ihren Patienten angegriffen.
  • Bei zwei Einsätzen musste die Polizei einschreiten.
  • Ein Patient wollte sich nicht von zwei Sanitäterinnen helfen lassen und äußerte sich frauenfeindlich.

Siegen/Kreis Siegen-Wittgenstein (NRW) - Immer wieder kämpfen Rettungskräfte in Einsätzen mit verbaler und auch körperlicher Gewalt. Im Kreis Siegen-Wittgenstein ist es am Wochenende gleich zu zwei Fällen gekommen, in denen Rettungssanitäter von ihren Patienten angegriffen wurden.

Beim ersten Fall handelte es sich um einen Rettungseinsatz am Samstagabend für die Besatzung eines RTW von Erndtebrück nach Bad Berleburg. Dort sollte ein 68-jähriger Mann gegen 23 Uhr ins Krankenhaus gebracht werden. Nach Angaben der Polizei war der Senior in seiner Wohnung gestürzt und hatte sich dabei am Kopf verletzt, wie wa.de* berichtet.

Angriff im Einsatz: Rettungssanitäter ins Gesicht geschlagen

Der Mann sollte ärztlich behandelt werden. „Während der Fahrt löste der Mann die Sicherheitsgurte der Trage. Als der mitfahrende Sanitäter die Gurte wieder schließen wollte, schlug der Mann ihn ins Gesicht“, teilt die Polizei mit. Er habe sich strikt geweigert, die Gurte anzulegen und beleidigte den Sanitäter.

„Der Transport musste in Rinthe unterbrochen werden. Eine Weiterfahrt Richtung Krankenhaus war so nicht mehr möglich", so die Polizei weiter. Als Polizeibeamte aus Bad Berleburg eintrafen, konnte der 68-Jährige beruhigt werden. In Begleitung der Polizei konnte die Fahrt fortgesetzt werden.

Mann beleidigt Rettungssanitäterinnen und wird frauenfeindlich

Beim zweiten Fall wurden zwei Rettungssanitäterinnen von ihrem Patienten verbal angegangen. Außerdem äußerte sich der 31-Jährige extrem frauenfeindlich.

Nach Angaben der Polizei verständigten Passanten am Sonntagnachmittag gegen 16.45 Uhr einen Rettungswagen nach Siegen. In der Straße „In der Hofwiese“ lag ein hilfloser Mann. „Als die beiden Rettungssanitäterinnen eintrafen und dem Mann aufhelfen wollten, beleidigte dieser die beiden und schlug nach ihnen“, teilt die Polizei mit.

Laut Polizei wollte er sich nicht Frauen helfen lassen, denn diese „haben nichts drauf“, wie er es ausdrückte. Er verlangte nach „richtigen Sanitätern“.

Angriff auf Rettungssanitäter: Polizei greift ein

Da der Mann nach einer notärztlichen Untersuchung nicht in einem Krankenhaus behandelt werden musste, er aber auch in seiner Lage dort nicht liegen bleiben konnte und zudem noch aggressiv war, verbrachte er die nächsten Stunden im Polizeigewahrsam.

Immer wieder werden Einsatzkräfte in ihrem Dienst behindert oder angegriffen. Im Sauerland wurden Sanitäter zu einer augenscheinlich bewusstlosen Person gerufen. Plötzlich blickten sie in den Lauf einer Pistole*. In Heessen wurden Feuerwehrleute und Polizisten Opfer einer heftigen Stein-Attacke.In Hamm wurde einem Feuerwehrmann während eines Einsatzes mit einem Messer gedroht*. Aber nicht nur Polizei, Feuerwehr und Rettungsdienst geraten häufig in die Schusslinie. Auch das Ordnungsamt kämpft zunehmend mit Aggressionen und wenig Respekt*. - wa.de ist Teil des Ippen-Digital-Netzwerks.

Rubriklistenbild: © Daniel Schröder

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