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Nach Amok-Alarm: Teenie-Bande auf Raubzug an Gesamtschule in Gelsenkirchen

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Schriftzug Polizei auf der Rückseite einer Jacke eines Polizisten vor einem Streifenwagen.
Am Dienstag gab es erneut einen Polizeieinsatz an der Gesamtschule Gelsenkirchen-Bismarck – diesmal wegen mutmaßlichen Raubzügen und Bedrohungen durch Schüler (Symbolbild). © Deutzmann/Imago

Nach Amok-Drohungen gegen eine Gesamtschule in Gelsenkirchen-Bismarck war die Polizei am Dienstag wieder vor Ort. Diesmal ging es um Raubzüge. Vier Teenager werden verdächtigt.

Gelsenkirchen – Die Evangelische Gesamtschule in Gelsenkirchen-Bismarck kommt dieser Tage einfach nicht zur Ruhe. Nachdem in der vergangenen Woche zweimal Amok-Alarm an der Schule ausgelöst wurde und das zu Großeinsätzen der Polizei geführt hatte, soll es jetzt auch Raubzüge und Bedrohungen an der Schule gegeben haben. Die Polizei ermittelt gegen vier Jugendliche.

Erst Amok-Drohungen, dann Raubzüge an Gesamtschule in Gelsenkirchen

Während die Ermittlungen nach den Amokdrohungen weiterhin auf Hochtouren laufen, erschüttert ein neuer Vorfall die Gesamtschule in Gelsenkirchen-Bismarck. „Die Polizei ermittelt gegen vier Jugendliche, denen mehrere Straftaten im Umfeld einer Gesamtschule in Bismarck vorgeworfen werden“, erklärt ein Polizeisprecher am Mittwochvormittag.

Die Polizei wurde am Dienstag zur Schule alarmiert, weil es dort zuletzt mehrfach zu Raubzügen und Bedrohungen gekommen sein soll. Der Unterricht an der Gesamtschule an der Laarstraße in Bismarck war nach den Amokdrohungen erst am Dienstag wieder aufgenommen worden. Und schon wieder standen uniformierte Polizeikräfte auf dem Schulgelände.

Raubzüge an Schule in Gelsenkirchen: Polizei ermittelt gegen vier Teenager

„Gleich mehrere Schüler im Alter zwischen 13 und 15 Jahren gaben an, beraubt, bedroht oder erpresst worden zu sein“, teilt die Polizei mit. Die Einsatzkräfte holten dann am Dienstag zwei Schüler im Alter von 15 und 13 Jahren aus dem Unterricht. Nach dem Ende der polizeilichen Maßnahmen wurden sie an ihre Erziehungsberechtigten übergeben. Gegen die Jugendlichen und zwei weitere Schüler der Gesamtschule (12 und 14 Jahre alt) wird jetzt ermittelt.

Möglicherweise könnten die vier Schüler auch noch für weitere Taten infrage kommen, erklärt ein Polizeisprecher. Das sei nun Gegenstand der laufenden Ermittlung.

Gesamtschule Gelsenkirchen-Bismarck: Zwei Amok-Drohungen innerhalb von drei Tagen

In der vergangenen Woche hatte die Evangelische Gesamtschule in Gelsenkirchen-Bismarck zweimal Amok-Drohungen per E-Mail erhalten. Die erste Drohung traf am 18. Januar ein und führte zu einem Großeinsatz der Polizei. Am frühen Freitagmorgen (20. Januar) folgte eine weitere Mail mit einer Amok-Drohung. Schulleiter Volker Franken reagierte sofort und sagte den Unterricht ab.

Polizei und Staatsanwaltschaft ermitteln seitdem in beiden Fällen. Wer die Droh-Mails verschickte, ist aktuell noch unklar. Am Freitagnachmittag wurde ein 24-jähriger Mann aus Gelsenkirchen zwischenzeitlich festgenommen. Der Verdächtige bestreitet die Tat aber und bei einer Durchsuchung seiner Wohnung wurden keine gefährlichen Gegenstände gefunden. Er kam wieder auf freien Fuß. Die Polizei wertet derzeit Datenträger aus, die in der Wohnung des Mannes gesichert werden konnten. „Die Ermittlungen dauern an. Auch die Auswertung der Datenträger läuft noch. Aktuell lässt sich noch nichts Verlässliches sagen“, erklärt Oberstaatsanwältin Anette Milk gegenüber wa.de. Der 24-Jährige sei „noch nicht aus dem Schneider“.

Gesamtschule Gelsenkirchen-Bismarck will schnellstmöglich wieder Normalität

Die Schule befand sich nach den Drohungen im Ausnahmezustand. Am Montag war die Polizei nochmal mit Experten des Kommissariats Kriminalprävention und Opferschutz an der Gesamtschule im Einsatz. Am Dienstag fand dann wieder Unterricht statt, bei dem aber zunächst über die Erlebnisse gesprochen werden konnte. Dafür hatte die Schule auch Notfallseelsorger eingesetzt. Zudem wurden am Dienstag die Halbjahreszeugnisse ausgegeben, die eigentlich am Freitag hätten verteilt werden sollen. „Es ist für uns und für Ihre Kinder dringend geboten, wieder in eine normale schulische Situation zurückzukehren“, teilte die Schule an die Eltern gerichtet auf ihrer Website mit. (bs) Hinweis: Dieser Artikel wurde zuletzt am 25. Januar um 13:57 Uhr aktualisiert. Neuerung: Informationen der Staatsanwaltschaft zur Ermittlung im Falle der Amok-Drohungen ergänzt.

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