Impfungen in Pflegeheimen fast abgeschlossen

NRW lockert Corona-Regeln in Altenheimen - Maskenpflicht aufgehoben

Die Impfungen in den Altenheimen und Pflegeeinrichtungen in NRW sind fast abgeschlossen. Gesundheitsminister Karl-Josef Laumann hat nun Lockerungen angekündigt.

Update vom 11. März, 12.51 Uhr: Gesundheitsminister Karl-Josef Laumann (CDU) hat umfassende Lockerungen für die Altenheime in Nordrhein-Westfalen nach der breit angelegten Impfaktion und dem deutlichen Rückgang der Corona-Infektionen in diesen Einrichtungen angekündigt. Die strenge Maskenpflicht in den Altenheimen werde aufgehoben, sagte Karl-Josef Laumann.

BundeslandNordrhein-Westfalen (NRW)
Einwohnerca. 17,9 Millionen
HauptstadtDüsseldorf

Möglich seien auch wieder gemeinschaftliche Aktivitäten wie Singen, Gottesdienste, Basteln oder Kochen. Bewohner dürften auch wieder zusammen essen. Die obligatorische Testung entfalle für Bewohner. Personal und Besucher müssten weiterhin getestet werden.

Künftig dürften fünf Besucher plus Kinder unter 14 kommen. In den Altenheimen solle wieder mehr Normalität einziehen. Die entsprechende Verordnung gehe jetzt raus und werde in den nächsten Tagen in Kraft treten. „Es geht jetzt schnell.“

NRW erwägt Lockerung der Corona-Regeln in Altenheimen - „Stimmung droht zu kippen“

[Erstmeldung] Düsseldorf – Das NRW-Gesundheitsministerium bereitet derzeit mögliche Lockerungen der Corona-Regeln in Altenheimen und Pflegeeinrichtungen vor. Gespräche mit den Verantwortlichen seien bereits geführt worden, sagte ein Sprecher des Ministeriums auf Anfrage unserer Redaktion. (News zum Coronavirus)

NRW erwägt Lockerung der Corona-Regeln in Altenheimen und Pflegeeinrichtungen

Allerdings warnte das Gesundheitsministerium zugleich angesichts der Virusmutationen und offener Fragen vor zu hohen Erwartungen. Eine klare Ansage machte dagegen Claudia Middendorf, die Beauftragte der NRW-Landesregierung für Menschen mit Behinderung sowie für Patientinnen und Patienten.

„Die Zeit für Lockerungen ist reif“, wird Middendorf in einer von der NRW-Staatskanzlei am Mittwoch veröffentlichten Pressemitteilung zitiert. Sie verweist darauf, dass sowohl die Bewohner als auch die Mitarbeiter in den Pflege- und Senioreneinrichtungen weitestgehend mit den Impfungen fertig seien. Middendorf kritisiert, dass sich die damit verbundene Hoffnung auf Lockerungen in einem geregelten Maß bislang nicht erfüllt habe. Die Beauftragte wird deutlich: „Die verzweifelten Anrufe und Schreiben der Angehörigen zeigen mir: Die Stimmung droht zu kippen.“

Am 23. Dezember 2020 gab es 5.000 Corona-Infizierte in den nordrhein-westfälischen Pflege- und Altenheimen. Mit Stand vom 9. März 2021 sank die Zahl auf 339. „Dieser Vergleich bestärkt den Druck, dass die Zeit für Lockerungen reif ist“, so Middendorf. Innerhalb der kleinen Einrichtungsgruppen müssten den Bewohnern vorsichtige Möglichkeiten zur Teilhabe durch Angebote in Aussicht gestellt werden. Weiter andauernde Isolationsmaßnahmen und Kontaktbeschränkungen würden zu nachvollziehbarem Unmut führen.

Lockerung der Corona-Regeln in Altenheimen in NRW: Gesundheitsministerium tritt auf die Bremse

Im Gesundheitsministerium von NRW ist man sich der Lage durchaus bewusst, tritt aber auf die Bremse. Dem Wunsch nach Lockerung oder Aufhebung von Corona-Schutzmaßnahmen stehe zurzeit eine Unsicherheit über die Wirkung der Impfung auf eine potenzielle Infektiosität der Geimpften gegenüber. Auch die erheblichen Gefahren, die von den Mutationen des Coronavirus ausgehen, könnten nicht nur für Ungeimpfte erheblich sein, sondern mangels bislang noch nicht hinreichend geklärter Fragen auch für geimpfte Heimbewohner.

Zu berücksichtigen sei bei Entscheidungen zu Lockerungen von Schutzmaßnahmen in auch, dass es zum jetzigen Zeitpunkt außerhalb der Altenheime erst eine geringe Herdenimmunität gibt. Es bestehe somit nach wie vor eine erhebliche Gefahr, dass insbesondere bei höheren Infektionszahlen außerhalb von Einrichtungen Infektionen in Pflegeeinrichtungen hineingetragen werden könnten.

Middendorf verweist dagegen darauf, dass auch die soziale Isolation schwerwiegende gesundheitliche Folgen haben könne. Ihrem Appell nach Beendigung des Stillstands müssten Taten folgen.

Lockerung der Corona-Regeln in Altenheimen in NRW: Sorge vor der Virus-Mutation

In der Diskussion um Lockerungen in den Altenheimen verweist das Land NRW darauf, dass es Bewohnern bereits seit Mai 2020 möglich sei, unabhängig vom Impfstatus einer Einrichtung täglich Besuch zu empfangen. Die Landesregierung schaffe mit diesen Besuchsregelungen weit mehr Freiheiten als es in anderen Bundesländern der Fall sei. Möglich seien für jeden Pflegebedürftigen bis zu acht Besucher am Tag, auch an Wochenenden und Feiertagen. Voraussetzung seien unter anderem FFP2-Masken und ein negativer Corona-Test.

Nach dem jüngsten Beschluss von Bund und Ländern rollt eine Welle von Lockerungen über Deutschland. Am Montag öffnen die Schulen in NRW jetzt für Schüler aller Jahrgänge. Diese Corona-Regeln gelten aktuell für den Alltag in NRW.

Rubriklistenbild: © Sebastian Gollnow/dpa

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