Soester Großveranstaltung abgesagt

"Corona hat uns da zur Strecke gebracht": Allerheiligenkirmes findet nicht statt

Die Soester Allerheiligenkirmes 2020 fällt der Corona-Pandemie zum Opfer. Die Großveranstaltung wird nicht stattfinden. Hier gibt es die aktuelle Entwicklung zum Nachlesen.

  • Die Soester Allerheiligenkirmes 2020 fällt aus. 
  • Die Entscheidung fiel angesichts des verlängerten Verbots von Großveranstaltungen wegen des Coronavirus. 
  • Europas größte Innenstadtkirmes hätte vom 4. bis 8. November stattfinden sollen.

Soest - Am Mittwoch hatten Bund und Länder gemeinsam entschieden, das Verbot von Großveranstaltungen noch bis Ende Oktober aufrecht zu erhalten. Der Deutsche Schaustellerverband kündigte am Donnerstagmorgen an, Verfassungsklage zu erwägen. In Soest werden nun bereits Konsequenzen gezogen. Wir berichten fortlaufend im News-Blog: 

Allerheiligenkirmes Soest 2020 abgesagt: Stadt will Details nennen

Update, 15.44 Uhr: Die Pressekonferenz ist beendet. Auf die Frage nach einer möglichen Verschiebung der Kirmes antwortet Bürgermeister Ruthemeyer: "Eine Allerheiligenkirmes im Sommer kann ich mir nicht vorstellen. Das Original ist im November. Und dieses Original können wir in diesem Jahr nicht bieten, Corona hat uns da zur Strecke gebracht."

Update, 15.40 Uhr: Ruthemeyer hofft auf eine Kirmes 2021 unter dann besseren Rahmenbedingungen.

Update, 15.33 Uhr: Ruthemeyer: "Wir sind eine kreative Verwaltung." Man denke jetzt zumindest über Alternativen im kleinen Rahmen nach, um den Schaustellern zu helfen. "Schausteller sind in ihrer Existenz bedroht, verstehen aber, dass wir als Stadt keine Alternative haben."

Update, 15.28 Uhr: Jetzt geht es um den Weihnachtsmarkt. Ruthemeyer hofft, dass sich diese Entscheidung bis in den September hinauszögern lässt.  Für den Weihnachtsmarkt sieht er aber noch gute Chancen. Der lasse sich im Gegensatz zur Kirmes möglicherweise auch unter Corona-Bedingungen durchführen. 

Update, 15.25 Uhr: Es ist die erste Kirmes seit dem Zweiten Weltkrieg, die ausfällt. In den 60er Jahren des 19. Jahrhunderts war sie wegen Cholera ausgefallen.

Update, 15.24 Uhr: "Ruthemeyer: Das ist für eine Kirmesstadt wie Soest äußerst bitter, das hier heute verkünden zu müssen."

Update, 15.22 Uhr: Birgitt Moessing vom Touristik-Büro erläutert, wie lange der Vorlauf für eine Veranstaltung wie die Kirmes ist. Ruthemeyer: Für die Schausteller ist das eine Katastrophe. Alle Premium-Veranstaltungen sind abgesagt."

Update, 15.17 Uhr: Die aktuelle Corona-Lage mit nur wenigen Neuinfektionen spreche zwar für die Kirmes, aber das Virus bleibe eine Gefahr und alle Vorsichtsmaßnahmen seien nicht ausreichend realisierbar. Es sei gut möglich, dass die Soester Kirmes ein sogenanntes Super-Spreading-Event wäre. Das Risiko ist unkalkulierbar, sag Matteikat. "Unter diesen Voraussetzungen können wir die Kirmes nicht durchführen."

Update 15.13 Uhr: Matteikat sagt, man müsse auch von einer Verlängerung des Veranstaltungsverbotes über den 31. Oktober hinaus ausgehen, seines Wissens sei auf Länder- und Bundesebene auch bereits an den 31. Dezember gedacht worden.

Update 15.11 Uhr: Matteikat erläutert, dass alle gängigen Vorsichstmaßnahmen wie Besucherregistrierung, Abstände oder Fieber messen, bei einer Veranstaltung dieser Größe nicht möglich sind. Besucher könnten wegen der Vielzahl an Zugängen zur Stadt nicht gesteuert werden. 

Update, 15.09 Uhr: Klaus Matteikat vom Soester Kirmesbüro sagt, dass man ohne Impfstoff oder Herdenimmunität keine Kirmes durchführen könne.

Update, 15.05 Uhr: Ruthemeyer: "Die Rahmenbedingungen sind so, dass Corona uns keine anderen Möglichkeiten lässt. Es ist uns wirklich sehr schwer gefallen."

Update, 15.03: Bürgermeister Dr. Eckhard Ruthemeyer erklärt, dass man die Voraussetzungen, die  für eine Veranstaltung unter Corona-Bedingungen nötig wären, nicht erfüllen kann. 

Update, 15 Uhr: Die Pressekonferenz hat begonnen.

Update, 13.22 Uhr: Enttäuscht äußerte sich auch Thomas Schneider, Vorsitzender des Schaustellervereins Soester Börde. Er selber und seine Kollegen hätten sich zugetraut, eine Kirmes in Soest auf die Beine zu stellen, die hohe Hygienestandards erfüllt hätte. "Aber nach der Absage von Großveranstaltungen auf Bundesebene bis Ende Oktober war klar, dass mit einem derart kurzen Vorlauf kein Mega-Event wie die Allerheiligenkirmes stattfinden kann", erklärte Schneider am Donnerstagmittag gegenüber dem Anzeiger. "Wir werden da von der Bundesregierung mit Massenveranstaltungen wie der Love Parade in einen Topf geworfen", kritisierte der Schausteller-Chef. Er betonte aber, dass das Vertrauensverhältnis zu den handelnden Akteuren in der Stadt Soest "absolut intakt" sei. "Daran hat sich durch die Absage der Kirmes in diesem Jahr nichts geändert", versicherte Schneider.

Update, 12.53 Uhr: Um 15 Uhr will die Stadt Soest im Rahmen einer Pressekonferenz über Details sprechen. Wir werden die Pressekonferenz an dieser Stelle live für Sie übertragen.

Update, 12.36 Uhr: Die Allerheiligenkirmes 2020 in Soest ist abgesagt. Albert Ritter, Präsident des Bundesverbandes der Schausteller sagte im Gespräch mit unserer Zeitung, dass er entsprechende Informationen aus dem Soester Rathaus habe. Ritter: "Das ist für uns ein Schlag in die Magengrube. Das ist das Ende der 1200-jährigen Tradition des Schausteller-Gewerbes. Wir sind tief betroffen und auch wütend." 

Ritter bekräftige noch einmal, jetzt auch den Klageweg zu beschreiten. Die Entscheidung der Bundesländer und der Bundesregierung, bis mindestens 31. Oktober keine Volksfeste zu erlauben, komme für ihn und seine Kollegen einem Berufsverbot gleich. "Das werden die meisten Betriebe nicht überleben", sagte Ritter. Die angekündigten Finanzhilfen seien für die Branche völlig unzureichend.

Soest, 18. Juni, 11.50 Uhr: Die Stadt Soest hat für den heutigen Donnerstag (18. Juni) zu einer Pressekonferenz eingeladen. Als Teilnehmer sind neben Bürgermeister Dr. Eckhard Ruthemeyer Klaus Matteikat vom Kirmesbüro der Stadt Soest und Birgitt Moessing von Wirtschaft und Marketing Soest gelistet.

Das einzige Thema laut Einladung: "Soester Allerheiligenkirmes 2020".

Erst am Donnerstagmorgen hatte Albert Ritter, Präsident des Schaustellerverbandes angekündigt, gegenKirmesverbote Verfassungsklage einzureichen. Am Montag hatte es wichtige Gespräche im NRW-Wirtschaftsministerium gegeben.

Wir berichten weiter

Rubriklistenbild: © Dahm

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