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Aktenzeichen XY: Überfall auf Pfarrer in NRW - „So einen Fall hatten wir noch nicht“

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Von: Hannah Decke

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Ein Pfarrer wird in NRW zweimal überfallen. Der Geistliche geht aber zunächst nicht zur Polizei. Bei der ZDF-Sendung „Aktenzeichen XY“ ist man verblüfft über den Fall.

Marl (NRW) - Es ist Freitag, der 23. April 2021. Gegen 17 Uhr klingelt es an der Pforte eines Pfarrbüros in Marl (Kreis Recklinghausen). Der Pfarrer öffnet die Tür - und steht einem vermummten Mann gegenüber. Dieser drängt den Geistlichen zurück ins Haus, zückt eine Pistole und Pfefferspray. Der Pfarrer kennt den Täter, er war bereits mehrfach bei ihm, um nach Geld zu fragen - das letzte Mal lag gerade erst eine Woche zurück. Jetzt also wird der Pfarrer mit einer Waffe bedroht - und ruft trotzdem nicht die Polizei. Ein Fall, der in der ZDF-Sendung „Aktenzeichen XY... ungelöst“ selbst Moderator Rudi Cerne verblüfft.

SendungAktenzeichen XY... ungelöst
Erstausstrahlung20. Okt. 1967 auf ZDF
Längeca. 90 Minuten

Aktenzeichen XY: Überfall auf Pfarrer in NRW - „So einen Fall hatten wir noch nicht“

„Der Pfarrer hat es gut gemeint, aber er hat sich in große Gefahr begeben“, mahnt Simone Puls von der Kripo Recklinghausen am Mittwochabend (3. August) im ZDF. Der Fall aus Marl, der an diesem Abend neben weiteren Fällen aus NRW bei „Aktenzeichen XY“ gezeigt wird, verblüfft alle. „So einen Fall hatten wir bisher noch nicht“, so Rudi Cerne, der die beliebte Sendung seit zwanzig Jahren moderiert.

Am 16. April 2021 steht ein pummeliger, braunhaariger Mann vor der Tür des Pfarrers. Er berichtet, dass er von Russen bedroht werde und Geld bräuchte. Der Geistliche lässt ihn rein und gibt dem Mann 20 Euro aus dem Safe im Pfarrbüro. Er gibt sich als Wolfgang Schmidt aus, wohnhaft im Ollenkamp in Marl. Später wird die Polizei herausfinden, dass der Name falsch ist.

Eine Woche später kommt der pummelige Mann zurück - diesmal mit einer Waffe. Der Pfarrer erkennt ihn wieder, obwohl er mit einem schwarzen Schlauchschal sein Gesicht vermummt hat. Er trägt eine übergroße schwarze Lederjacke und eine schwarze Schiefermütze aus Leder.

Aktenzeichen XY: Pfarrer in NRW wird zweimal überfallen - und geht nicht zur Polizei

„Sie waren doch schon letzten Freitag hier“, sagt der Pfarrer. Der Täter erzählt wieder von einer Erpressung durch Russen, Stichwunden am Körper und finanziellen Schwierigkeiten. Er gibt an, drei Kinder zu haben. Ob all dies stimmt, ist unklar und kann auch bei „Aktenzeichen XY“ nicht beantwortet werden.

Der Pfarrer gibt dem Täter 100 Euro aus seinem Portemonnaie. Diesmal ist es sein eigenes Geld. Der Mann bittet den Geistlichen, um 19 Uhr zu ihm in die Straße Ollenkamp zu kommen. Er wolle seine Notsituation noch weiter schildern, zeigt sich schuldbewusst. Der Pfarrer geht nicht zur Polizei und kommt zum vereinbarten Treffpunkt. Vom Täter fehlt allerdings jede Spur.

Das ist die Personenbeschreibung des Mannes: Bei der Tat trug der Räuber eine schwarze Schiffermütze aus Leder, um den Hals und vor dem Gesicht einen schwarzen geschlossenen Schlauch-Schal. Außerdem hatte er eine schwarze, schon ältere, blousonartige Lederjacke an, die ihm zu groß war. An den Innenseiten der Ärmel war diese stark abgewetzt, hatte teilweise schon Löcher. Außerdem trug er eine graue Hose und weiße Sportschuhe der Marke Adidas. Hier war dem Opfer aufgefallen, dass diese wohl ganz neu waren.

Aktenzeichen XY mit Fall aus NRW: „Opfer von Verbrechen müssen sofort die Polizei rufen“

„Opfer von Verbrechen müssen sofort die Polizei rufen“, so die Kripo-Beamtin Simone Puls. Die Ermittler gehen davon aus, dass der Täter einen Bezug zu der Straße Olllenkamp in Marl habe. Folgende Fragen richten sie an die Öffentlichkeit:

Für Hinweise, die zur Ermittlung des Täters führen, ist eine Belohnung in Höhe von 2000 Euro ausgesetzt. Hinweise nimmt die Kriminalpolizei Recklinghausen unter 02361 / 55 0 entgegen.

Mehrere Hinweise gab es in der aktuellsten Sendung von „Aktenzeichen XY“ zum Fall zweier Mädchen aus NRW. Die beiden 9-Jährigen wurden sexuell missbraucht, eines starb. Seit 30 Jahren sucht die Polizei Essen den Täter.

Nach Ausstrahlung des rätselhaften Vermissten-Falles Scarlett S. aus Bad Lippspringe (NRW) in der ZDF-Sondersendung „Aktenzeichen XY ... vermisst“ gingen zahlreiche Hinweise zu dem Fall ein.

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