Nach ähnlichem Angriff in Meschede: Drei Verdächtige wieder frei

In Ahlen Brandsätze auf türkisches Kulturzentrum geworfen

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[Update 16.32 Uhr] Ahlen - Wie die Staatsanwaltschaft Münster sowie die Polizeibehörden Warendorf und Münster am Montagmittag gemeinsam mitteilten, haben Unbekannte am frühen Montagmorgen mehrere Brandsätze auf ein türkisches Kulturzentrum geworfen. Der Staatsschutz ermittelt, die Polizei sucht Zeugen. Einen ähnlichen Fall hatte es in der Nacht zu Sonntag bereits inMeschede gegeben. 

Laut der Pressemitteilung schleuderten Unbekannte gegen 2.10 Uhr mehrere Brandsätze gegen das türkisches Kulturzentrum an der Rottmannstraße in Ahlen. 

Nach Angaben der Tageszeitung Die Glocke hat dort der "Verein Deutscher türkischer Idealisten" seinen Sitz. Außerdem sei eine Pizzeria im Erdgeschoss ansässig.

"Hierbei wurde die Fassade durch Ruß beschädigt. Auch in ein vor dem Haus abgestellten Mercedes warfen die Täter einen Brandsatz, der nicht zu einem Brand führte. Zeugen beobachteten die vermummten Unbekannten und löschten die Flammen", so die Ermittler weiter.

Da ein politisch motivierter Hintergrund der Tat nicht ausgeschlossen werden könne, habe der Staatsschutz des Polizeipräsidiums Münster die Ermittlungen übernommen.

Als "vollkommen inakzeptabel" hat Bürgermeister Dr. Alexander Berger den mutmaßlichen Brandanschlag verurteilt. Gewalttaten seien kein Mittel der Auseinandersetzung, so Berger.

"Ahlen ist stolz auf seine lange demokratische Tradition, unterschiedliche Ansichten stets friedfertig und in Respekt vor dem Anderen auszutragen", appellierte Ahlens Bürgermeister an alle Menschen in der Stadt.

Meschede: Kein dringender Tatverdacht mehr

In dem Fall Meschede, wo ebenfalls mehrere Brandsätze gegen die Fassade eines Gebäudes geworfen waren, in dem sich ebenfalls Räumlichkeiten eines türkischen Kulturvereins befinden, gibt es unterdessen Neuigkeiten.

Wie die Polizei Dortmund am Montagnachmittag mitteilte, seien die drei Tatverdächtigen, die am frühen Sonntagmorgen festgenommen worden waren, auf freien Fuß gesetzt worden. 

"Nach den bisher durchgeführten Ermittlungen besteht kein dringender Tatverdacht mehr. Ein zwischenzeitlich ins Netz gestelltes Handyvideo zeigt zwei Täter bei der Ausführung der Tat. Die Festgenommenen können hierauf nicht identifiziert werden. 

Die Beschuldigten hatten eine Tatbeteiligung abgestritten. Ihre Angaben zum Ablauf des Tatabends decken sich weitgehend mit Zeugenaussagen und der Auswertung sichergestellter Beweismittel. Die Ermittlungen nach den Tätern dauern an", so die Polizei. - eB

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