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Affenpocken in NRW - positive Tests in Köln, Verdacht in Aachen

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Von: Hannah Decke

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In NRW gibt es mehrere bestätigte Fälle von Affenpocken. In Köln sind drei Personen in Quarantäne. Gesundheitsminister Karl Lauterbach kündigt Maßnahmen an.

Köln - In Köln gibt drei bestätigte Fälle auf Affenpocken in Nordrhein-Westfalen. Ein Mann, der typische Symptome der Infektion aufweise, stand bereits zu Wochenbeginn zu Hause unter Quarantäne, sagte am Montag eine Sprecherin der Stadt. Das Testergebnis stand bis Dienstag aus, ehe sich der Verdacht bestätigte. Zuvor hatte der Kölner Stadt-Anzeiger berichtet.

BundeslandNordrhein-Westfalen
HauptstadtDüsseldorf
Einwohner17,9 Millionen

„Wir haben jetzt drei bestätigte Fälle und einen Verdachtsfall, wo das Testergebnis noch aussteht“, sagte eine Stadt-Sprecherin am Dienstag der Deutschen Presse-Agentur. Unter den drei bestätigten Affenpocken-Fällen sei auch jener, der am Vortag als erster Verdachtsfall in Nordrhein-Westfalen bekannt geworden sei. Alle Personen befänden sich zu Hause in Quarantäne.

Am Donnerstag kam einer weiterer Verdachtsfall in Aachen hinzu. Ein erwachsener Mann weise die typischen Symptome auf, sagte ein Sprecher der Städteregion am Donnerstagabend (26. Mai). Er sei in Quarantäne. Auf die Ergebnisse der Labortests warte man noch. Momentan müsse man wohl aber eher davon ausgehen, dass die Infektion bestätigt werde. Weitere Kontaktpersonen gebe es in Aachen nicht. 

Bei den Erkrankten in Köln handele es sich um drei Männer im Alter zwischen 36 und 45 Jahren, teilte die Domstadt mit. Ein 57-jähriger Mann, dessen Testergebnis noch ausstehe, zeige ebenfalls Symptome. Bei der Quarantäne habe das Gesundheitsamt die von Bundesgesundheitsminister Karl Lauterbach (SPD) vorgegebene Frist von 21 Tagen ab Beginn der Symptome berücksichtigt. Unabhängig von den Erkrankten gebe es zudem eine Kontaktperson zu einem anderen Fall. Der 60-Jährige weise bislang keinerlei Symptome auf. Ihm sei trotzdem geraten worden, zu Hause zu bleiben und enge Kontakte zu meiden.

Affenpocken: Erster Verdacht in NRW - Mann in Quarantäne

Am Freitag war erstmals in Deutschland in München ein Fall von Affenpocken bestätigt worden. Mögliche Kontaktpersonen könnte es in NRW geben. Der erste Affenpocken-Patient in Deutschland stammt aus Brasilien und war von Portugal über Spanien nach Deutschland gereist. Vor seinem Besuch in München war er auch schon in Düsseldorf und Frankfurt am Main gewesen.

Affenpocken sind laut Experten weniger gefährlich als es die Menschenpocken waren. Die aktuell kursierende Variante verursacht Angaben der britischen Behörde UKHSA meistens nur milde Symptome. Allerdings seien auch schwere Verläufe möglich.

Was den Affenpocken-Erreger zudem weniger gefährlich als beispielsweise das Coronavirus macht: Es wird anders übertragen. Während Sars-CoV-2 sich vor allem über Aerosole verbreitet, ist die Übertragung von Mensch zu Mensch sehr selten und laut RKI „nur bei engem Kontakt möglich“.

Affenpocken in Deutschland: Lauterbach kündigt Maßnahmen an

Bundesgesundheitsminister Karl Lauterbach (SPD) kündigte Eindämmungsmaßnahmen in Deutschland an. Wer sich in Deutschland mit den Affenpocken infiziert, soll bis zum Abfall der Erkrankung in häusliche Quarantäne.

Panikmache sei aber fehl am Platz. So betonte Karl Lauterbach: „Was wir mit den Affenpocken gerade erleben, ist nicht der Ausbruch einer neuen Pandemie.“ Zwar sei es wichtig, Ausbrüche früh einzudämmen und schon jetzt früh durchzugreifen. Impfungen gegen die Affenpocken seien aber derzeit in Deutschland nicht vorgesehen. Möglich jedoch seien Ringimpfungen um infizierte Personen. Dazu seien rund 40.000 eines Impfstoffs gegen Affenpocken aus den USA bereits zugelassen. (mit dpa-Material)

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