Lockdown als Auslöser

Adler Modemärkte stellt Insolvenzantrag wegen Corona-Einbußen - 30 Filialen in NRW betroffen

Adler Modemärkte stellt einen Insolvenzantrag - wegen Corona. Auslöser seien die Umsatzeinbußen durch den Lockdown. Was bedeutet das für die Filialen in NRW?

NRW/Haibach - Die Adler Modemärkte AG mit Sitz in Haibach bei Aschaffenburg hat einen Antrag auf Eröffnung eines Insolvenzverfahrens in Eigenverwaltung gestellt. Das schrieb das Unternehmen am Sonntagabend in einer Pflichtmitteilung an die Kapitalmärkte. Ziel sei es, das Unternehmen über einen Insolvenzplan zu sanieren. Der Geschäftsbetrieb soll - auch in Nordrhein-Westfalen - unter Aufsicht eines Sachwalters in vollem Umfang fortgeführt werden.

Unternehmen Adler Modemärkte AG
Gründung 1948
Mitarbeiterrund 3350 (September 2020)

In NRW gibt es zahlreiche Adler-Filialen - an folgenden Standorten: Aachen, Ahlen, Alsdorf, Bochum, Borken, Duisburg, Essen, Geldern, Grevenbroich, Herdecke, Hilden, Holzwickede, Hückelhoven, Jülich, Kerpen, Krefeld, Kreuztal, Leverkusen, Lüdenscheid, Lünen, Mönchengladbach, Mülheim an der Ruhr, Neuss, Oberhausen, Paderborn, Porta Westfalica, Recklinghausen, Remscheid, Troisdorf und Waldbröl.

Adler Modemärkte AG stellt Insolvenzantrag - Corona-Lockdown hat zu große Umsatzeinbußen verursacht

Dass fast alle Adler-Filialen - darunter sämtliche Geschäfte in NRW - seit Mitte Dezember 2020 als Folge des Corona-Lockdowns geschlossen sind, hat dem Unternehmen so erhebliche Umsatzeinbußen verursacht, dass nun der Antrag beim Amtsgericht Aschaffenburg gestellt worden sei. Wie aus der Mitteilung des Unternehmens hervorgeht, sei es nicht möglich gewesen, die entstandene Liquiditätslücke über eine Kapitalzufuhr durch staatliche Unterstützungsfonds oder durch Investoren zu schließen.

Eine geschlossene Adler-Filiale am 11. Januar in Leverkusen: Diese steht stellvertretend für 29 weitere Filialen allein in NRW, die vom Corona-Lockdown betroffen sind. Das Unternehmen hat jetzt einen Insolvenzantrag gestellt.

Der Vorstand bleibe weiterhin verwaltungs- und verfügungsbefugt, hieß es weiter. Zur Unterstützung habe dieser Rechtsanwalt Christian Gerloff zum Generalbevollmächtigten bestellt.

Adler Modemärkte AG stellt Insolvenzantrag - 100-prozentige Tochtergesellschaften auch

Auch folgende 100-prozentige Tochtergesellschaften hätten beschlossen, beim Amtsgericht Aschaffenburg einen Antrag auf Eröffnung von Insolvenzverfahren in Eigenverwaltung zu stellen: Die Adler Mode GmbH, die Adler Orange GmbH & Co. KG und die Adler Orange Verwaltung GmbH.

Die Adler Modemärkte AG betreibt nach eigenen Angaben derzeit 171 Märkte - 142 davon in Deutschland - sowie einen Onlineshop. Demnach erzielte die Gruppe im Jahr 2019 einen Umsatz von 495,4 Millionen Euro. Zum 30. September 2020 habe sie rund 3350 Mitarbeiter beschäftigt.

Adler Modemärkte AG - viele Menschen bringen Markenbotschafterin Birgit Schrowange mit Modehaus in Verbindung

Viele Menschen verbinden mit Adler auch die in Brilon-Nehden geborene Moderatorin Birgit Schrowange, die als Markenbotschafterin für das Unternehmen wirbt.

Rubriklistenbild: © Oliver Berg/dpa

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