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A45-Sperrung: Verdächtiger Gegenstand unter Talbrücke war alte Leuchtstoffröhre

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Von: Jan Schmitz

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Kampfmittelverdacht an der A45-Talbrücke Rahmede. Dort ist nach Informationen unserer Zeitung ein verdächtiger Gegenstand entdeckt worden. Die Autobahn Gmbh bestätigte am Nachmittag mit einer Pressemitteilung die Recherchen unserer Zeitung.

Bislang wurden unterhalb der Talbrücke Rahmede vor allem vorbereitende Arbeiten für die Baugrunduntersuchung durchgeführt, unter anderem wurde ein Zaun gesetzt. Dafür mussten tiefe Löcher in den Untergrund gebohrt werden. Seit nunmehr anderthalb Wochen laufen die Erdarbeiten. Zuvor war das Baufeld nach dem Ende des Winterschlafs der geschützten Haselmaus freigegeben worden.

AutobahnA45
Länge257 km
BundesländerNordrhein-Westfalen; Hessen; Bayern

Bei den laufenden Arbeiten im steilen Gelände ist nun ein verdächtiger Gegenstand entdeckt worden. Dabei handelt es sich laut einer Mitteilung der Stadt Lüdenscheid um einen etwa 30 Zentimeter langen metallenen Gegenstand. Die Fundstelle wurde mit rotem Band abgesperrt. Die Arbeiten im gesamtem Baufeld wurden daraufhin kurz unterbrochen. Am Mittwochmorgen wurde anders als an den Vortagen keine Maschine mehr bewegt.

In diesem Loch befindet sich der verdächtige Gegenstand.
In diesem Loch befindet sich der verdächtige Gegenstand. © Cornelius Popovici

Am späten Nachmittag rückte auf Bitten des städtischen Ordnungsamts der Kampfmittelbeseitigungsdienst der Bezirksregierung Arnsberg an der Brücke an, um den verdächtigen Gegenstand genauer zu untersuchen. Den Experten waren zuvor Fotos übersandt worden, die unter Umständen eine Granate zeigen könnten. Experten nahmen am Nachmittag den Gegenstand in Augenschein. Erst danach werden gegebenenfalls weitere Maßnahmen eingeleitet. Laut einer Mitteilung der Stadt Lüdenscheid sei „mit einer Sperrung im Umfeld der Brücke laut Bezirksregierung zum aktuellen Zeitpunkt nicht zu rechnen.“

Bei dem verdächtigen Gegenstand handelt es sich nicht um unition oder eine Granate, sondern um eine Leuchtstoffröhre.
Bei dem verdächtigen Gegenstand handelt es sich nicht um unition oder eine Granate, sondern um eine Leuchtstoffröhre. © Frank Ruffer

Recherchen unserer Zeitung ergaben am Abend, um was für einen Gegenstand es sich bei dem Fund gehandelt hat. Die Experten des Kampfmittelräumdienstes waren sich sicher: Das vermeintliche Kampfmittel war eine alte Leuchtstoffröhre. Weitere Maßnahmen waren demnach nicht erforderlich. Nach wenigen Minuten rückten sie schon wieder ab.

„ Werden bei den Sondierungsarbeiten Auffälligkeiten festgestellt, wird eine festgelegte Meldekette in Gang gesetzt. Bei den Sondierungsarbeiten oberhalb der Brücke an den Widerlagern konnte bereits Kampfmittelfreiheit attestiert werden“, teilte die Autobahn Westfalen am Nachmittag mit. Dem Vorhabenträger ist wichtig zu betonen, dass die Arbeiten unter der Brücke „durch den Verdachtspunkt nicht ausgesetzt worden“ sind. Sie wurden noch am Mittag an anderer Stelle fortgesetzt.  

Die Sprengung und der Ersatzneubau der Talbrücke Rahmede haben für Bundesverkehrsminister Dr. Volker Wissing höchste Priorität. Er hat eine Verfahrensbeschleunigung und eine schnellstmögliche, aber rechtssichere Umsetzung versprochen. Festgelegt hatte er sich, dass die Talbrücke Rahmede noch in diesem Jahr gesprengt werden wird. Auch dazu laufen derzeit die Vorbereitungen.

Im Verkehrsausschuss des Bundestags am Mittwoch (11. Mai) nannte ein Vertreter des Bundesverkehrsministeriums den Dezember 2022 als Termin für die Sprengung der Talbrücke Rahmede. Heimische Politiker aller Parteien waren zuletzt von einer Sprengung im Oktober, spätestens November ausgegangen.

Wie die Autobahn GmbH im April mitgeteilt hatte, hatten sich auf Luftbildauswertungen Hinweise auf eine Stellung aus dem Zweiten Weltkrieg im Bereich der Talbrücke Rahmede ergeben. Unabhängig davon hatte die Autobahn GmbH die obligatorische Kampfmittelsondierung beauftragt, die im April im Bereich der Widerlager begann. Der nun gefundene verdächtige Gegenstand soll allerdings nicht bei diesen Kampfmittelsondierungen gefunden worden sein.

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