1. wa.de
  2. NRW

Marode A45-Brücke bei Lüdenscheid wird zum Politikum - Hendrik Wüst im Kreuzfeuer

Erstellt: Aktualisiert:

Von: Alexander Schäfer

Kommentare

Die marode A45-Brücke bei Lüdenscheid wird mit Blick auf die Landtagswahl zum Politikum. Im Kreuzfeuer: NRW-Ministerpräsident Hendrik Wüst (CDU), der vorher Verkehrsminister war.

Düsseldorf – Drei bis vier Monate wird es dauern, bis die komplett gesperrte A45-Brücke bei Lüdenscheid (NRW) zumindest für Pkw wieder befahrbar sein wird. Gibt es einen strengen Winter, wird die notwendige Notverstärkung sogar noch länger auf sich warten lassen. Die Freigabe samt Schranken-Anlage (alles, was schwerer als 3,5 Tonnen ist, wird Jahre auf einen Neubau warten müssen) könnte also mit der Landtagswahl im Mai zusammenfallen. Die Talbrücke Rahmede wird zum Politikum. Einen Vorgeschmack darauf gab es bereits in dieser Woche.

BundeslandNordrhein-Westfalen (NRW)
Bevölkerung17,9 Millionen (2021)
MinisterpräsidentHendrik Wüst (CDU)

A45-Brücke bei Lüdenscheid wird Politikum: Hendrik Wüst (CDU) in der Kritik

Das Verkehrsdesaster auf der Sauerlandlinie rief Arndt Klocke zum Wahlkampfthema aus. „Was ist in den vergangenen viereinhalb Jahren passiert? Wir werden das in den nächsten Wochen detailliert abfragen. Der Wähler hat einen Anspruch darauf, das zu erfahren“, sagte der verkehrspolitische Sprecher der Grünen-Fraktion am Mittwoch im Landtag. Aus der Stoßrichtung machte er dabei keinen Hehl. Es geht um die Rolle von NRW-Ministerpräsident Hendrik Wüst (CDU). Der war bis vor Kurzem Verkehrsminister. In dieser Funktion hatte Wüst vor zwei Jahren bei der Eröffnung eines neuen Teilstücks der A46 gesagt: „Die wachstumsstarke Wirtschaft in Südwestfalen braucht eine gute Anbindung.“

Wüst, so Klocke, habe sich gebrüstet, dass der Stillstand aufgehoben sei und endlich wieder geplant werden könne. Es sei im Fall der Lüdenscheider Brücke, für Klocke die „zweite Leverkusener Brücke“, präventiv nicht alles getan worden. Elfriede Sauerwein-Braksiek, Direktorin der Autobahn-Niederlassung Westfalen, räumte am Donnerstag ein: „Seit 2017 ist planerisch nicht wirklich etwas passiert.“

A45-Brücke bei Lüdenscheid wird Politikum: Streit um Versäumnisse

Ausgerechnet die Grünen! Das dürfte man zumindest jetzt bei der CDU denken. So erinnerte deren verkehrspolitischer Sprecher Klaus Voussem daran, dass seit 2014 hinlänglich bekannt gewesen sei, dass das Brückenbauwerk marode sei. 2014 – da regierten in Düsseldorf SPD und Grüne. Vor allem das damals von Grünen-Politiker Johannes Remmel geführte Umweltministerium gilt beim politischen Gegner bis heute als Bremsklotz in Sachen Straßenbau und -planung.

Das Verkehrsdesaster um die marode A45-Brücke bei Lüdenscheid wird zum Politikum. NRW-Ministerpräsident Hendrik Wüst (CDU) - bis vor kurzem Verkehrsminister - steht in der Kritik.
Das Verkehrsdesaster um die marode A45-Brücke bei Lüdenscheid wird zum Politikum. NRW-Ministerpräsident Hendrik Wüst (CDU) - bis vor kurzem Verkehrsminister - steht in der Kritik. © David Young/dpa und Cedric Nougrigat

Beim Lüdenscheider Landtagsabgeordneten Gordan Dudas (SPD) kam Kollege Voussem nicht gut an. Das parteipolitische Scharmützel der CDU sei bedauerlich und ein Schlag ins Gesicht aller Bewohner und der Wirtschaft in Südwestfalen. Die SPD wolle nach vorne schauen, nicht zurück. Das ist vermutlich auch besser so, die meiste Zeit seit dem Bau vieler Autobahnbrücken in den 60er- und 70er-Jahren regierten in NRW die Genossen. Über die politische Schuldfrage der Verkehrskatastrophe für Pendler, Spediteure und Bewohner im Sauerland dürfte am Rhein noch länger diskutiert werden.

A45-Brücke bei Lüdenscheid wird Politikum: Das will Wüst-Nachfolgerin Ina Brandes (CDU)

Zurück zur A45: Anfang der kommenden Woche hat die Autobahn GmbH Vertreter von Land, Kommunen, Wirtschaft und Bezirksregierungen zu einem Spitzengespräch in Lüdenscheid gebeten. Sie will die Planungszeiten für einen Neubau verkürzen. Wüsts Nachfolgerin Ina Brandes (CDU) will das auch.

Die NRW-Verkehrsministerin kündigte an, sich bei der neuen Bundesregierung für eine Reform bei Ersatzneubauten stark zu machen. „Kernpunkt ist, dass Ersatzneubauten ohne Umweltverträglichkeitsprüfung und erneutes Planfeststellungsverfahren realisiert werden können. Damit wären wir mehrere Jahre schneller.“ *wa.de und come-on.de sind Angebote von IPPEN.MEDIA.

Auch interessant

Kommentare