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Schwerer Unfall auf der A44: Lkw-Kabine wird zerquetscht - Autobahn fast zehn Stunden gesperrt

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Von: Daniel Schröder, Daniel Großert

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Die A44 war zwischen Geseke und Erwitte/Anröchte voll gesperrt. Dort kollidierten am Donnerstagmorgen vier Lkw und ein Auto. Ein Hubschrauber war im Einsatz. Die Sperrung zog sich über fast zehn Stunden.

Erwitte (NRW) - Auf der A44 in Fahrtrichtung Dortmund hat es am Donnerstagmorgen einen schweren Unfall gegeben: Zwischen den Anschlussstellen Geseke und Erwitte/Anröchte waren mehrere Lkw miteinander kollidiert. Die Autobahn war über Stunden voll gesperrt.

AutobahnA44
Länge266 km
BundesländerNordrhein-Westfalen, Hessen

A44: Schwerer Unfall bei Erwitte - Hubschrauber im Einsatz

Der Unfall ereignete sich am Donnerstag gegen 7.30 Uhr zwischen den Anschlussstellen Geseke und Erwitte/Anröchte in Fahrtrichtung Dortmund. Nach ersten Informationen hatte sich in Höhe des Rastplatzes Berge ein Stau gebildet. Drei Lkw-Fahrer hatten den Stau rechtzeitig erkannt und gebremst. Ein vierter Lkw-Fahrer - ein 54-Jähriger aus Ungarn - hatte das Stauende jedoch übersehen und krachte nahezu ungebremst in den vor ihm stehenden Sattelzug eines 35-Jährigen aus Bulgarien.

Die Kabine des hinteren Lkw wurde zwischen dem Auflieger vor ihm und den geladenen Kupfer-Rollen zerquetscht.
Die Kabine des hinteren Lkw wurde zwischen dem Auflieger vor ihm und den geladenen Kupfer-Rollen zerquetscht. © Daniel Schröder

Diesen Sattelzug schob der hintere Lkw in zwei weitere Lastwagen (am Steuer des einen Lkw ein 43-Jähriger aus der Ukraine, am Steuer des anderen ein 54-jähriger Niederländer). Einer der Lkw scherte infolge der Kollision auf die linke Spur aus und kollidierte noch seitlich mit dem Mercedes eines 56-Jährigen aus Paderborn. Die Autobahn glich im Bereich der Unfallstelle einem riesigen Trümmerfeld.

Unfall auf der A44: Fahrer massivst eingeklemmt - Kabine zwischen Auflieger und Kupfer-Rollen zerquetscht

Der Fahrer des hinteren Lkw wurde durch die Kollision massivst in seiner Fahrerkabine eingeklemmt: Die Kabine wurde zwischen dem Auflieger und der Ladung - mehreren Kupfer-Rollen mit einem Gewicht von jeweils rund 450 Kilogramm - zerquetscht. Für die Feuerwehr war es ein aufwändiges Unterfangen, den Fahrer zu befreien.

Die Kupfer-Rollen schleuderten aus dem Lkw und flogen meterweit an den Fahrbahnrand.
Die Kupfer-Rollen schleuderten aus dem Lkw und flogen meterweit an den Fahrbahnrand. © Daniel Schröder

„In Absprache mit dem Notarzt haben wir eine Sofortrettung durchgeführt“, berichtete Einsatzleiter Florian Nagelmeier. Bei einer solchen Form der Rettung geht es darum, den Patienten möglichst schnell aus seiner Lage zu befreien. Dabei werden auch mögliche Verletzungen durch die Rettung in Kauf genommen, weil es um das Überleben des Patienten geht.

Unfall auf der A44: Fahrer in Lebensgefahr

„Ein Beifahrer im betroffenen Lkw hätte diesen Unfall nicht überlebt“, betonte Nagelmeier. Aber auch den Fahrer hatte es heftig erwischt: Der Rettungshubschrauber „Christoph 8“ flog ihn in eine Spezialklinik nach Bielefeld. Er schwebt in Lebensgefahr. Eine der Kupfer-Rollen hatte sich bis in die Kabine der Zugmaschine gedrückt.

Unfall auf der A44: So befreite die Feuerwehr den Fahrer

Um den Fahrer zu retten, setzte die Feuerwehr mehrere Hydraulik-Zylinder ein, um das zerquetschte Führerhaus auseinanderzudrücken. Um 8.22 Uhr - rund eine Stunde nachdem der Unfall sich ereignet hatte - war der Fahrer befreit und konnte vom Rettungsdienst intensiv behandelt und für den Hubschrauberflug vorbereitet werden.

Der Unfall verwandelte die A44 in ein Trümmerfeld.
Der Unfall verwandelte die A44 in ein Trümmerfeld. © Daniel Schröder

Schwierig sei die beengte Situation auf der zweispurigen Autobahn gewesen. Aber: „Die Rettungsgasse wurde vorbildlich von den Verkehrsteilnehmern gebildet“, lobte Nagelmeier.

Unfall auf der A44: Stau hatte sich wegen eines anderen Crashs gebildet - „plötzlich kamen keine Autos mehr“

Der Stau hatte sich nach ersten Erkenntnissen wegen eines Unfalls gebildet, zu dem es am frühen Donnerstagmorgen gegen 4.40 Uhr rund 1,5 Kilometer „weiter vorne“ gekommen war. Dort war ein Lkw hinter die Leitplanke gekommen und musste aufwändig geborgen werden. Der Verkehr floss einspurig an der ersten Unfallstelle vorbei.

Feuerwehr-Einsatzleiter Florian Nagelmeier lobte die „vorbildlich“ gebildete Rettungsgasse.
Feuerwehr-Einsatzleiter Florian Nagelmeier lobte die „vorbildlich“ gebildete Rettungsgasse. © Daniel Schröder

Doch plötzlich hätten Autobahnmeisterei und Bergungsdienst bemerkt, dass kein Verkehr mehr nachkam. „Wir wunderten uns, weil auf einmal keine Autos mehr kamen“, berichtete Jörg Krüger, Chef des Bergungsunternehmens. Wenige Momente später gab es die Meldung über den schweren Unfall, der sich am Stauende ereignet hatte.

A44: Vollsperrung nach schwerem Unfall bei Erwitte

Die A44 in Richtung Dortmund war nach dem schweren Unfall voll gesperrt. Laut WDR gab es bis acht Kilometer Stau. Gegen 11.55 Uhr teilte „Autobahn-Niederlassung Westfalen“ mit, dass die A44 gegen 15 Uhr wieder komplett freigegeben werden sollte. Um 14.24 Uhr wurde mitgeteilt: „Die Arbeiten dauern länger. Die Vollsperrung wird bis etwa 17 Uhr andauern.“ Verkehrsteilnehmer sollten bereits ab Büren über die Umleitung U30 und dann weiter über die B55 in Richtung Anröchte ausweichen.

Um 16.40 Uhr wurde dann schließlich mitgeteilt: „Es ist geschafft. Die Vollsperrung wurde aufgehoben.“ Nach Angaben der Polizei entstand ein Sachschaden von schätzungsweise mehr als 130.000 Euro.

Erst am Montag war auf der A44 ein schwerer Unfall passiert: Ein Kleintransporter schob ein Auto unter einen Sattelzug. Die Fahrerin des Autos wurde verletzt.

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