Hund in desolatem Zustand auf Autobahn ausgesetzt – Er „wurde an Leitplanke angebunden“
Er hat mehrere „Baustellen“: Ein Hund wurde mit einer Leine an der Leitplanke festgebunden. Autofahrer wurden auf der A1 auf Rudi aufmerksam.
Lüdinghausen - Einen Hund einfach auf der Autobahn aussetzen – dieser Gedanke ist für viele Menschen unvorstellbar. Und grausam. Auf der A1 haben Autofahrer in Richtung Bremen jedoch ein solches Szenario miterlebt. Maria Eichel von den Tierfreunden Lüdinghausen in NRW erzählt im Gespräch mit wa.de, dass aufmerksame Menschen am Dienstagnachmittag, 23. April, einen Yorkshire Terrier Rüden an der Leitplanke auf der Autobahn in Ascheberg gefunden haben – samt blauem Halsband und Leine, die an der Leitplanke angebunden war.
Hund in desolatem Zustand auf Autobahn ausgesetzt – „Wurde an Leitplanke angebunden“
„Es war keiner da, und die Finder haben uns daraufhin angerufen“, erklärt Eichel. Wie lange der kleine Vierbeiner dort angebunden war, weiß niemand. „Die Finder kamen selber nicht aus der Ecke und dachten sich: ‚Das kann ja nicht wahr sein‘“, ergänzt die Tierschützerin. Die Tierfreunde machten sich auf den Weg und holten den ausgesetzten Hund ab. Daraufhin zog er in eine Pflegestelle. Gechipt war der Vierbeiner nicht.

Der Yorkshire Terrier wurde einen Tag später, 24. April, einem Tierarzt vorgestellt. „Hier bekam er zur Registrierung erst einmal einen Namen. Geeinigt hat man sich dann auf ‚Rudolf‘, genannt ‚Rudi‘“, so Eichel. Bei der Untersuchung stellte der Tierarzt fest, dass Rudi circa zehn Jahre alt und kastriert ist. Und das ist noch nicht alles. Der Hund wird es in der Vergangenheit nicht wirklich gut gegangen sein, denn der Tierarzt hat einige „Baustellen“ festgestellt.
Rudi hat unter anderem nur noch wenige Zähne. „Diese sind locker und müssen in einer OP Anfang Mai entfernt werden“, erklärt Eichel. Auch seine Ohren waren verunreinigt, seine Haut ist nicht in Ordnung – und der Vierbeiner muss alle zwei Tage mit einem Spezialmittel gebadet werden. Dazu müssen seine Augen behandelt werden.
Tierfreunde Lüdinghausen suchen nach Zeugen zu dem Vorfall
Die Tierschützerin hat eine Vermutung: „Die Leute haben sich ihm entledigt, wahrscheinlich, weil er so viele Baustellen hatte“. Da Rudi aber nicht gechipt ist, kann man nichts nachweisen. „Er kann ja von sonst wo herkommen“, ergänzt Eichel. Die Tierfreunde suchen daher nun nach Zeugen zu dem Vorfall auf der Autobahn. Wer etwas weiß oder beobachtet hat, wird gebeten, sich unter 02598-9292532 oder per E-Mail an kontakt@tierfreunde-luedinghausen.de zu melden. Alle Hinweise werden vertraulich behandelt.
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Spenden für Rudi und die Tierfreunde Lüdinghausen
Die notwendigen Behandlungen für Rudi sind „ziemlich kostspielig und übersteigen leider unsere derzeitigen finanziellen Möglichkeiten“, erklären die Tierfreunde Lüdinghausen. Wer für den Tierschutzverein und Hund Rudi etwas spenden möchte, kann das über den folgenden Link tun.
Immer wieder werden Tiere ausgesetzt. So wurde zuletzt ein ausgesetztes Kätzchen in Hamm von der Polizei gerettet. Die Beamten stellen einen herzzerreißenden Post online. Er ist noch nicht das Ende der Geschichte. In Unna wurde Katze Olivia in einem zugeklebten Karton mit einer Schüssel eingefrorener Katzenmilch ausgesetzt.