„Polizist“ im Einsatz

Junger Mann gerät in falsche Polizeikontrolle auf der Autobahn - mehrere Vorfälle in NRW

Ein junger Autofahrer und sein Beifahrer geraten nachts auf der Autobahn in eine Verkehrskontrolle. Doch der Kontrollierende will Bares sehen.

Update vom 22. Juli, 10 Uhr: Die falsche Verkehrskontrolle auf der A1/A44 in Unna scheint kein Einzelfall gewesen sein. Die Polizei Dortmund berichtet von zwei weiteren Vorfällen, die sich bereits in der Nacht zu Montag auf der A45 ereignet haben. Sie spricht von einer Tätergruppe, die sich wohl aktuell auf den Autobahnen in NRW rumtreibt.

Bundesautobahn1
Länge749 km
Gebaut1937

[Erstmeldung] Unna - Ein 20-Jähriger und sein Beifahrer sind auf der A1 in eine Verkehrskontrolle geraten. Doch dann wurde aus der angeblichen Polizeikontrolle auf der Autobahn eine viel gruseligere Aktion.

Polizeikontrolle wird seltsam - BMW-Fahrer hält jungen Mann mit Kelle an

Der 20-Jährige aus Schwerte und sein Bekannter fuhren gegen Mitternacht am Mittwoch auf der A1 in Richtung Bremen, als sie ein dunkler 5er-BMW mit BP-Kennzeichen überholte. Der BMW-Fahrer zückte eine rote Kelle und signalisierte dem 20-Jährigen anzuhalten. Die beiden Männer dachten, es handle sich um ein Zivilfahrzeug der Bundespolizei und folgten dem BMW auf die A44. Dort hielt sie der angebliche Polizist auf dem Standstreifen der Autobahn an.

Das BP-Kennzeichen ist das tatsächliche Behördenkennzeichen der Bundespolizei. Die Landespolizei setzt in Nordrhein-Westfalen ein NRW vor die jeweiligen Nummern.

Der Mann, der aus dem BMW stieg, kam zum Beifahrerfenster, stellte sich als Polizist vor und verlangte Führer- und Fahrzeugschein. Er trug ein schwarzes T-Shirt mit dem Aufdruck „Polizei“ in Weiß. Er ging zurück zu seinem Wagen, kam schnell wieder und warf dem jungen Autofahrer vor, er sei 30 km/h zu schnell gefahren und müsse jetzt 140 Euro bezahlen. Allerdings in bar. Denn ein EC-Karten-Gerät habe er nicht dabei.

Falscher Polizist stoppt jungen Mann - Bußgeld will er bar sehen

So viel hatte der 20-Jährige jedoch nicht dabei. Er bot an, zu einem Bankautomaten zu fahren. Doch der „Polizist“ lehnte das ab, sagte er müsse weiter und fuhr davon - nicht ohne den jungen Mann vorher darauf hinzuweisen, dass jetzt ein Bußgeld-Bescheid per Post käme und bei umgehender Zahlung auf die Punkte und das Fahrverbot verzichtet werden würde.

Der 20-Jährige fuhr zur Polizeiwache in Unna und zeigte den Unbekannten an.

Die Polizei im Kreis Unna warnt jetzt vor der Betrugsmasche. So reagieren Sie richtig:

  • Lassen Sie sich den Dienstausweis der vermeintlichen Zivilbeamten zeigen.
  • Die Polizei kann kein Bargeld von Ihnen annehmen, Verwarngelder müssen per EC-Karte bezahlt werden. Dafür erhalten Sie eine Quittung.


  Seien Sie achtsam: Wenn Ihnen ein dunkler 5er-BMW mit BP-Kennzeichen Anhaltesignale gibt, rufen Sie die Polizei.

Rubriklistenbild: © dpa / Uli Deck (Symbolbild)

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