Grundschullehrer gaben entscheidenden Hinweis

45-Jähriger in U-Haft: Er soll seine kleine Nichte vergewaltigt haben - Aufnahmen landeten im Darknet

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Die Beamten nahmen den Mann am Dienstag fest.

Ermittler finden Bilder eines missbrauchten Mädchens im Darknet. Aber wer ist das Kind? Generalstaatsanwalt und BKA schicken Fotos an Lehrerinnen und Lehrer - und werden binnen Stunden fündig. Der mutmaßliche Täter aus Unna wird am gleichen Tag festgenommen.

Unna - Am Dienstag wurde ein 45-Jähriger festgenommen. Laut Angaben der Ermittler sei er "dringend verdächtig", Kinder in schwerer Weise sexuell missbraucht und Kinderpornos angefertigt zu haben.

"Der 45-jährige deutsche Staatsangehörige aus Unna steht im Verdacht, in den Jahren 2016 bis 2018 seine, in diesem Zeitraum 6 bis 7-jährige Nichte mehrfach, darunter auch schwer sexuell missbraucht und Aufnahmen des sexuellen Missbrauchs über das Internet Dritten zugänglich gemacht zu haben", erklärte die Generalstaatsanwaltschaft Frankfurt am Main am Donnerstag.

Darknet-Material stößt Ermittlungen an

Die Aufnahme der Ermittlungen sei demnach aufgrund eines Hinweises auf neues, mutmaßlich in Deutschland hergestelltes kinderpornographisches Material im Darknet erfolgt. 

Nachdem die polizeilichen Ermittlungen sowie Auswertungen des Hinweismaterials ergebnislos verlaufen seien, habe die Generalstaatsanwaltschaft Frankfurt am Main im September 2019 eine bundesweite, zielgruppenorientierte Öffentlichkeitsfahndung an Schulen eingeleitet.

"Schulfahndung" bringt Erfolg: Lehrer liefern entscheidenden Tipp

"Im Zuge dieser - vom Bundeskriminalamt koordinierten - sogenannten 'Schulfahndung' wurden Lehrkräften an Grundschulen nichtpornografische Lichtbilder der Geschädigten gezeigt. Die Hinweise zweier Lehrkräfte führten schließlich zur eindeutigen Identifizierung des Opferkindes und anschließend des Beschuldigten", hieß es in einer Mitteilung. 

Am Dienstag hätten die Ermittler dann die Wohnung des Beschuldigten aus Unna durchsucht: Dabei hätten zahlreiche Beweismittel, insbesondere Computer und Datenträger aufgefunden und sichergestellt werden können, hieß es. 

Richterin schickt den Mann in U-Haft

Der 45-Jährige wurde am Mittwoch der Haftrichterin am Amtsgericht Unna vorgeführt, die gegen ihn die Untersuchungshaft angeordnet hat. 

"Der aktuelle Ermittlungserfolg verdeutlicht erneut, wie wichtig das Instrument der zielgruppenorientierten Öffentlichkeitfahndung in Form der 'Schulfahndung' bei der Identifizierung von Opfern sexuellen Missbrauchs und der Ermittlung von Tatverdächtigen ist", betonte die Generalstaatsanwaltschaft. 

Weiter heißt es: "Die Generalstaatsanwaltschaft Frankfurt am Main und das Bundeskriminalamt bedanken sich bei allen im Rahmen der Schulfahndung beteiligten Lehrerinnen und Lehrern für die geleistete Unterstützung."

"Schulfahndung": Was ist das?

Das Instrument der "Schulfahndung" ist laut einem Sprecher der Generalstaatsanwaltschaft "nicht mehr allzu neu". Es werde angewendet, wenn man den Verdacht habe, dass das Kind weiter missbraucht wird - und man daher schnell handeln müsse. Je nach Bundesland werden die Lehrerinnen und Lehrer verschieden über die Fahndungen informiert. In Nordrhein-Westfalen geschehe dies über den landeseigenen, geschlossenen Schulserver.

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