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2G-Regel im Supermarkt nicht nötig - an diesen Orten aber schon

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Von: Daniel Schinzig

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In Hessen kann nun Nicht-Geimpften und -Genesenen der Zutritt zu Supermärkten verwehrt werden. Ein Experte hält das für übertrieben. Woanders sei die 2G-Regel wichtiger.

Hamm - Kann einem Teil der Menschen der Zugang zur Grundversorgung erschwert werden? Diese Frage lodert derzeit immer wieder auf, nachdem es in Hessen Supermärkten ermöglicht wurde, nur noch gegen Corona Geimpften sowie Genesenen den Zutritt zu gewähren. Auch NRW hat sich mit diesen Überlegungen auseinandergesetzt. Ein Experte hat bei dieser Thematik eine eindeutige Meinung: Die 2G-Regel sei bei Läden, die wichtige Produkte für den alltäglichen Gebrauch anbieten, unnötig und würde grundlos einen Teil der Menschen ausschließen. Aber: Es gibt Orte, an denen die Einführung einer 2G-Regelung umso wichtiger sei. (News zum Coronavirus)

Sars-CoV-2Medizinische Bezeichnung des Virus
Covid-19Bezeichnung für die durch das Virus ausgelöste Krankheit
Coronaviren/CoronaBezeichnung für eine Familie von Erregern. Es gibt unterschiedliche Corona-Stämme

2G-Regel: In Supermärkten Quatsch, aber generell sinnvoll

Karl Lauterbach hat sich während der Pandemie als einer der wichtigsten Stimmen zu dem Thema Corona etabliert. Der SPD-Gesundheitsminister und Epidemiologe hat im Gespräch mit dem Redaktionsnetzwerk Deutschland (RND) eindeutig Stellung in der Frage, ob eine 2G-Regelung in Supermärkten sinnvoll sei, bezogen. Für Lauterbach steht fest: Es sei falsch, Menschen, die weder gegen Corona geimpft noch genesen sind, den problemlosen Zugang zur Grundversorgung zu verwehren. In anderen Bereichen wäre diese Maßnahme aber umso sinnvoller.

Karl Lauterbach stuft das Risiko, sich im Supermarkt mit Covid-19 anzustecken, als äußerst gering ein. Die Menschen würden sich nicht lange dort aufhalten. Die Maskenpflicht sei nach bisherigen Erkenntnissen vollkommen ausreichend als Schutzmaßnahme gegen Corona. Sollte ein Supermarkt sich dennoch dazu entscheiden, nur Geimpfte und Genesene in den Laden zu lassen, könnte das wiederum zu weiteren Lockerungen führen: Dann dürften die Menschen auch ohne Maske ihren Einkauf tätigen. „Das halte ich für sicher“, sagt der Experte dem RND.

Karl Lauterbach: An diesen Orten ist 2G wichtig

Generell sei die 2G-Regel im Kampf gegen Corona aber ein sehr wirkungsvolles Mittel und sollte an möglichst vielen Orten durchgesetzt werden. Als besonders wichtig erachtet der Epidemiologe die Maßnahme in Bars und Restaurants. An diesen Orten würden sich die Menschen über einen langen Zeitraum aufhalten, eng beieinander sitzen und zum Essen und Trinken die Maske abnehmen. Das Risiko, sich mit dem Corona-Virus zu infizieren, ist in diesen Szenarien wesentlich wahrscheinlicher.

Karl Lauterbach von der SPD
Karl Lauterbach kommt in den Bundestag zur Fraktionssitzung der SPD nach der Bundestagswahl © Kay Nietfeld / dpa

Auch unterscheidet Karl Lauterbach zwischen Supermärkten, die die Grundversorgung der Menschen sicherstellen sollen, und dem Einzelhandel. Während der SPD-Politiker den Einsatz von 2G in Supermärkten als unverhältnismäßig empfindet, sehe er die Maßnahme bei allen anderen Einzelhändlern als angemessen.

Über 2G wird derzeit viel diskutiert. Die 3G-Regel, bei der auch Menschen mit einem offiziellen negativen Corona-Schnelltest Zutritt bekommen, hingegen findet immer häufiger Verwendung. So soll der Weihnachtsmarkt 2021 in Dortmund mit entsprechenden Corona-Kontrollen stattfinden.

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