Corona-Maßnahmen

2G-Regel auch in NRW? Laumann äußert sich zu strengeren Corona-Regeln

Die Forderungen nach der 2G-Regel in NRW werden lauter. In anderen Bundesländern kommt die verschärfte Maßnahme schon zum Einsatz. Das sagt Gesundheitsminister Laumann.

Hamm - In Nordrhein-Westfalen sind die Corona-Zahlen in den vergangenen Wochen stark gestiegen. Das bevölkerungsreichste Bundesland hat bundesweit mit Abstand die höchste Inzidenz. Viele halten die Maßnahmen in NRW für zu locker - und fordern die 2G-Regel im Freizeitbereich. Gesundheitsminister Karl-Josef Laumann hat sich geäußert. (News zum Coronavirus)

BundeslandNordrhein-Westfalen
HauptstadtDüsseldorf
Einwohner17,9 Millionen

2G-Regel in NRW? Forderungen werden lauter - Minister Laumann äußert sich

„Ich möchte zum jetzigen Zeitpunkt nicht 2G“ sagte NRW-Gesundheitsminister Karl-Josef Laumann gegenüber dem WDR. Er wolle erst einmal beim Testen bleiben und sehen, wie sich die Situation auf den Intensivstation entwickele.

Damit reagiert der CDU-Politiker auf die Debatte rund um verschärfte Corona-Regeln in Nordrhein-Westfalen. Auch NRw-Ministerpräsident Armin Laschet* erteilte der 2G-Regel für sein Bundesland erst einmal eine Absage. Für Nordrhein-Westfalen komme dies nicht infrage, sagte der Kanzlerkandidat bei TV-Triell.

2G-Regel in NRW: Immer mehr fordern strengere Corona-Regeln

Viele befürworten die 2G-Regel aber. Der Arbeitgeberpräsident von NRW sagt: Wer sich nicht gegen Corona impfen lässt, muss mit Einschränkungen im Büro rechnen. Für Diskussionen sorgt aktuell auch die Debatte, ob Arbeitgeber bald den Impfstatus ihrer Mitarbeiter abfragen dürfen. Bundesgesundheitsminister Jens Spahn hält das für denkbar, bekommt allerdings auch massiv Gegenwind.

Zuletzt hatte auch der Städtetag gefordert, den Freizeitbereich nur noch für Geimpfte und Genesene (2G-Regel) zugänglich zu machen. Aktuell gilt in NRW die 3G-Regel, sprich Geimpfte, Genesene und Getestete haben Zugang zu bestimmten Innenbereichen wie Kino oder Friseur.

„Wir brauchen zum Beispiel in Clubs, Diskotheken, Fitnessstudios und für weitere Freizeit-Veranstaltungen eine 2G-Regelung“, sagte Pit Clausen (SPD), Vorsitzender des Städtetages und Oberbürgermeister von Bielefeld der Deutschen Presse-Agentur (dpa). „Wir sehen in unseren Städten, dass Infektionen wieder zunehmen und die Gefahr droht, dass sie teilweise außer Kontrolle geraten.“ In Wuppertal und Leverkusen liegen die Inzidenzwerte mittlerweile über 200.

2G-Regel in NRW? Städtetag fordert strengere Corona-Regeln im Freizeitbereich

Nach einer Sitzung haben sich die Mitgliedsstädte des Verbands laut Clausen für strengere Vorgaben ausgesprochen. „Für Menschen ab 12 Jahren sollte im Freizeitbereich 2G gelten, ein Test allein darf für den Zutritt nicht mehr ausreichend sein“, so der Oberbürgermeister. Man sei überzeugt, dass nur dann ein gesellschaftliches Zusammensein weitgehend gesichert möglich sei.

Karl-Josef Laumann (CDU), nordrhein-westfälischer Gesundheitsminister.

Der Städtetag hat laut Clausen Sorge, dass die Corona-Zahlen wieder dynamisch ansteigen. Man wolle nicht, dass Schulen und Kitas wieder geschlossen werden. „Und wir müssen die Gesundheit der Kinder, die bisher nicht geimpft werden können, besser schützen“, sagte der Vorsitzende des Städtetags. Zuletzt hatte auch Karl Lauterbach mit Blick auf die aktuelle Lage von einem „Massenexperiment an den eigenen Kindern“, gesprochen.

Die 3G-Regel soll nach den Forderungen des Städtetags weiterhin für den Einkauf, Einzelhandel und weitere Bereiche des täglichen Lebens gelten.

Immer mehr Forderungen nach der 2G-Regel in NRW

Auch der Präsident der Ärztekammer Westfalen-Lippe hatte jüngst wieder härtere Maßnahmen vor allem im Freizeitbereich gefordert. Die Politik sollte konsequent auf die 2G-Regel setzen und Freizeitangebote nur noch Genesenen und Geimpften ermöglichen“, sagte Hans-Albert Gehle im Interview mit der WAZVereine wie Borussia Dortmund wenden in ihren Stadien bereits die 2G-Regel an und lassen nur geimpfte und genesene Zuschauer zu.

SPD-Gesundheitsexperte Karl Lauterbach sieht NRW als alarmierendes Corona-Beispiel und rät dem Bundesland ebenfalls zur 2G-Regel. Er kritisierte jüngst die lasche Strategie der NRW-Regierung im Kampf gegen das Coronavirus.

Rubriklistenbild: © Rolf Vennenbernd/dpa

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