Zwei Werner bei RTL-Supertalent-Show

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Tobias Kramer und sein Dolmetscher Thorsten Rose (rechts).

WERNE - Sandro Brehorst (11) und Thorsten Rose (28) haben gleich zwei Dinge gemeinsam: Die beiden kommen nicht nur gebürtig aus Werne, sondern waren am vergangenen Samstagabend auch zur besten Sendezeit gemeinsam in der RTL-Castingshow „Das Supertalent“ zu sehen.

Während der kleine Sandro vor der dreiköpfigen Jury aus Pop-Titan Dieter Bohlen, Bruce Darnell und Sylvie van der Vaart mit der kecken Darbietung von Freddy Mercurys „Livin‘ On My Own“ in Erinnerung an seinen verstorbenen Freund Malte das Ticket für die nächste Runde löste, agierte Rose bei seinem Fernsehauftritt eher im Hintergrund.

Der Auftritt von Sandro Brehorst

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Der Gebärdendolmetscher begleitete den taubstummen Tänzer Tobias Kramer (28) aus Coesfeld bei seinem Auftritt in der RTL-Show und übersetzte dessen Gebärden für Publikum und Jury. „Tobias kann die Musik nicht hören. Er tanzt ausschließlich nach seinem Gespür für die Vibration des Basses“, sagte Rose. Vor vier Jahren lernten sich Rose und Kramer bei einem Festival für Gehörlose in Frankfurt am Main kennen. Seit dem sind die beiden jungen Männer gut befreundet.

„Als Tobias mich im Sommer gefragt hat, ob ich ihn zum ersten Vorcasting nach Bochum begleite, war ich sofort begeistert“, erzählt Rose. Auch im so genannten Recall kam sein Schützling weiter. Dann stand die Aufzeichnung der am Samstag ausgestrahlten Show in Berlin an. „Der Auftritt dort war das bisher spannendste in meiner Dolmetscher-Karriere“, so Rose, der auch schon in Diensten von Bundeskanzlerin Angela Merkel und deren Vorgänger Gerhard Schröder übersetzte.

Thorsten Rose mit Tobias Kramer beim Supertalent

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Obwohl Rose mit Fernsehauftritten schon Erfahrung hat – er war bereits als Gebärdendolmetscher in der Sendung „We are Family“ vor der Kamera zu sehen – plagte ihn vor der Aufnahme der Talentshow Lampenfieber: „Ich war sehr, sehr nervös und auch sehr froh, dass ich bei dem Auftritt von Tobias nicht ins Publikum schauen musste. Besonders ergreifend und bewegend war es für Rose und seinen Schützling übrigens, als das Publikum nach dem Auftritt des gehörlosen Tänzers aufstand, die Arme in die Höhe streckte und die Hände bewegten. „So applaudiert man einem Gehörlosen. Da habe ich eine richtige Gänsehaut bekommen“, war Rose gestern immer noch über die „tolle“ Reaktion des Publikums begeistert.

Für Rose ist sein Freund Tobias Kramer der heimliche Favorit des Talentwettbewerbes: „Um als Gehörloser zur Musik tanzen zu können, muss man doppelt hart arbeiten. Das ist tatsächlich ein echtes Talent", so Rose, dessen Eltern ebenfalls taubstumm sind. „Meine Muttersprache ist die Gebärdensprache“, so der 28-Jährige. - wes

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