Gewerbeschau für 2019 definitiv geplant

Zukunft der Sim-Jü-Gewerbeschau: Politik will nicht unbedingt daran festhalten

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Zu Sim-Jü 2019 gibt es in jedem Fall wieder eine Gewerbeschau.

Werne – Sim-Jü ohne Gewerbezelt. Seit der jüngsten Sitzung des Planungsausschusses ist dieses Szenario gar nicht mehr so abwegig. Dabei ist der Betreiber des Ausstellungsraums durchaus zufrieden mit dem Ist-Zustand, und für Wernes Kirmes-Experten Rainer Schulz und den langjährigen Marktmeister Jürgen Menke ist Sim-Jü ohne Gewerbeschau im Grunde keine richtige Sim-Jü.

Der Planungsausschuss hat die Stadtverwaltung bekanntlich beauftragt, den Wohnmobilstellplatz am Hagen zu vergrößern und bei den Vorschlägen dazu auch jene Fläche zu berücksichtigen, auf der bis dato das Gewerbezelt steht. Falls die Umgestaltung nicht für die Kirmestage einmal im Jahr rückgängig gemacht werden kann, es etwa feste Zäune oder dauerhafte Bepflanzungen geben soll, müsste das Gewerbezelt verschwinden oder im Rahmen einer Neukonzeption an anderer Stelle errichtet werden. 

Jegliche Veränderungen, so hatte es in der vergangenen Woche im Ausschuss geheißen, sollten im Einvernehmen mit dem Sim-Jü-Arbeitskreis vorgenommen werden. In diesem Gremium sitzen auch Rainer Schulz und Jürgen Menke. Sie meinen: Das Gewerbezelt hat eine lange Tradition und sollte auch weiter an den Ursprung der Werner Kirmes erinnern. 

„Erinnerung an die Kirmes-Anfänge“

Laut Schulz gab es schon in den 1920er-Jahren erste Verkaufsausstellungen zu Sim-Jü. In den 30ern habe man die Aktivitäten weiter forciert. Die erste große Schau nach dem Zweiten Weltkrieg fand demnach 1949 statt, also vor genau 70 Jahren. Zunächst sei die Stadt als Ausrichter aufgetreten, dann die Stadtmarketing GmbH, zuletzt ein Privat-Unternehmen. 

Mit Änderung der Organisation ist aus Schulz’ Sicht auch ein wenig der Bezug zur Bevölkerung verloren gegangen. Zum einen gebe es nicht mehr so viele Aussteller aus Werne und Umgebung, zum anderen nicht mehr so viel Interesse der Besucher. Dies auch, weil irgendwann die Partnerstädte in ein eigenes Zelt umgezogen seien. 

"Jetlag" kommt: Neues Highspeed-Karussell auf der Sim-Jü

Statt dem Gewerbezelt Platz streitig zu machen oder es gar abzuschaffen, sollte es lieber gestärkt und attraktiver gemacht werden, meint Schulz. Etwa, indem wieder die Stadt als Betreiberin auftrete und auch die Aktionsgemeinschaft „Wir für Werne“ eingebunden werde. Die Ausstellung böte auch die Möglichkeit, der Bevölkerung große städtische Projekte wie etwa „Werne neu verknüpft“ näher zu bringen. 

Derweil zeigt sich der aktuelle Zeltbetreiber, die Helmut Schulze KG in Minden, zufrieden mit der Situation, so wie sie ist. Laut Junior-Chef Andreas Brink konnten für Sim-Jü 2019 (26. bis 29. Oktober) erneut rund 25 Aussteller gewonnen werden. „Damit ist das Zelt voll“, sagt er. Es sei nicht schwierig gewesen, Interessenten für Sim-Jü zu finden. „Das zeigt, dass sich die Geschäfte für unsere Kunden lohnen.“ 

25 Aussteller und Cafè-Bereich

Von den Ausstellern kommen laut Brink erneut nur wenige aus Werne. Die vergleichsweise niedrige Zahl, das wisse er, hänge sicher auch mit den Standmieten zusammen, die in der Regel höher seien, als wenn die Kommunen als Veranstalter Ausstellungsflächen direkt vergeben würden. „Aber für uns muss sich der Einsatz ja auch lohnen“, verdeutlicht der Geschäftsmann. 

Neu im Gewerbezelt sei diesmal ein Weinhändler sowie ein Anbieter von Fitnessgeräten, kündigt Brink an. Auch werde es einen professionellen Cafè-Bereich geben. Im vergangen Jahr war nach Absage der TV-Wasserfreunde, die mit dem Betrieb einer Cafeteria lange Jahre ihre Vereinskasse aufgebessert hatten, lediglich ein Kaffeemobil vorgefahren. Mit Sim-Jü 2019 werde auch die Wegeführung im Zelt verändert, so Brink: weg vom zentralen Weg, auf dem sich durch den „Begegnungsverkehr“ Staus bilden, hin zu offenen Gängen. 

„Für uns gilt: Kleiner darf das Zelt auf jeden Fall nicht mehr werden. Wenn, dann größer“, unterstreicht Brink. Nach Sim-Jü 2020 läuft der Vertrag zwischen Stadt und Zeltbetreiber aus. Bis dahin dürfte noch alles so laufen wie bisher, meint Marktmeister Menke. Der Sim-Jü-Arbeitskreis trifft sich gewöhnlich einmal im Jahr Ende Januar, der Planungsausschuss deutlich häufiger. Fest- und Partnerschaftszelt zu Sim-Jü dürften nicht infrage gestellt werden, hieß es in der jüngsten Sitzung des Gremiums.

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