Zentralrendantur bleibt in St. Konrad: Kirchenschiff macht Platz für Neubau

Der Turm bleibt stehen und wird für Gottesdienste umgebaut, das Kirchenschiff weicht einem Neubau: Das sind die Pläne für den Kirchberg St. Konrad. - Skizze: Steinhoff-Architekten

Werne - Die Zentralrendantur bleibt dauerhaft in Werne. Die Gemeinde St. Christophorus hat den Zuschlag bekommen, auf dem Kirchberg St. Konrad einen Neubau zur langfristigen Vermietung an die kirchliche Verwaltungseinrichtung zu bauen. Man sei froh, auf diese Weise den Kirchstandort halten zu können, sagt Pfarrdechant Jürgen Schäfer.

Die Pläne sehen ein neues Gebäude auf der Fläche des jetzigen Kirchenschiffs vor, das ebenso wie die angebaute Sakristei abgerissen werden soll. Der Turm bleibt stehen. In ihm soll ein Gottesdienst-Raum eingerichtet werden.

In dem Neubau mit 18 Büros werden eine neue Sakristei (20 Quadratmeter) und ein Gemeinderaum (70 Quadratmeter) integriert. Letzterer soll den Mitarbeitern der Zentralrendantur tagsüber auch als Pausenraum dienen. Was mit dem Pfarrhaus und dem Bruder-Konrad-Haus nach Umzug der Rendantur geschieht, ist noch offen.

Nachricht kommt nicht überraschend

Mit den Gläubigen im Bereich St. Konrad waren bereits im vergangenen Jahr Gespräche zur Zukunft des Standorts geführt worden. Deutlich wurde damals, dass St. Christophorus angesichts rückläufiger Mitgliederzahlen insgesamt über zu große Sakralbauten verfügt und aufgerufen ist, sich kleiner zu stellen.

St. Konrad wurde in den Jahren 1954 bis 1956 erbaut; Denkmalwert besitzt das Kirchgebäude nicht. Es ist der erste Abriss von Teilen eines Gotteshauses in Werne.

Unter sechs Bewerbern durchgesetzt

Die konkreten Pläne für den Standort waren bis dato nicht öffentlich gemacht worden. Sie wurden jetzt von Schäfer, Wolfgang Bille vom Bauausschuss des Kirchenvorstands sowie dem neuen Leiter der Rendantur, Peter Middelhove, vorgestellt. Vorausgegangen war eine positive Entscheidung in der Verbandsvertretung des Verbandes der katholischen Kirchengemeinden in den Dekanaten Hamm-Nord, Lüdinghausen und Werne als Träger der Zentralrendantur.

Laut Middelhove hatte es für den Sitz der Rendantur sechs Bewerber mit Standort-Vorschlägen auch in Lüdinghausen, Ascheberg und Selm gegeben. Zwei seien mit Blick auf Wirtschaftlichkeit und Funktionalität in die engere Wahl gekommen. Beide Modelle hätten einen Neubau vorgesehen, das zweite durch einen Privat-Investor.

Neubau kostet 1,7 Millionen Euro

Das Gebäude, das in St. Konrad entstehen soll, hat zwei Etagen mit jeweils 330 Quadratmetern Nutzfläche und könnte bei Bedarf aufgestockt werden. Ein gläserner Eingangsbereich verbindet den Flachdach-Bau mit dem Turm. Allein für den Neubau seien knapp 1,7 Millionen Euro veranschlagt, so Bille. Ein Umbau des Kirchenschiffs für Verwaltungszwecke wäre demnach eine Million Euro teurer geworden, wobei die Energiebilanz schlechter ausgesehen hätte.

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