Hochwasser hat Bauarbeiten gestört

Zeitverzug beim Projekt Lippebrücke / Vollsperrung voraussichtlich Anfang Juli

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18 Betonpfähle sind schon auf der Werner Seite in die bis zu 15 Meter tiefen Bohrlöcher gegossen worden. Nun ist das große Bohrgerät am gegenüberliegenden Ufer in Rünthe im Einsatz.

Rünthe/Werne – Das Hochwasser hat den Ablauf der Bauarbeiten für die neue Lippebrücke zwischen Rünthe und Werne erheblich gestört. Mit der nächsten Vollsperrung der Bundesstraße ist deshalb erst Anfang Juli zu rechnen.

In einer großen Wochenendaktion sollen dann im Sommer die fluss-überspannenden Stahlträger für das Ersatzbauwerk auf die Behelfsfundamente an den Ufern gehievt werden. Das berichtete Projektleiter Markus Feller vom Landesbetrieb Straßen.NRW in dieser Woche auf Anfrage.

„Wir sind etwas aus dem Takt geraten“, räumte der Projektleiter die vier- bis fünfwöchige Verzögerung bei den Bauarbeiten ein. „Das Hochwasser hat vor allem die Arbeiten des Kampfmittelräumdienstes der Bezirksregierung Arnsberg behindert. Die mussten im Umfeld der Brücke gleich mehrere Verdachtspunkte auf Bomben aus dem Zweiten Weltkrieg sondieren“, so Feller. 

Die Vermutungen hätten sich glücklicherweise nicht bestätigt. Da mit der Lippe auch das Grundwasser angestiegen sei, hätten diese Untersuchungen aber länger gedauert als geplant, sodass das Bauunternehmen aus Borken seine Arbeiten unterbrechen musste.

Für die provisorischen Brückenpfeiler werden Fundamente gesetzt.

Inzwischen laufe es aber wieder zufriedenstellend: Auf der Werner Uferseite konnten bereits 18 Pfähle bis zu einer Tiefe von 15 Metern ins Erdreich betoniert werden. „Erst dort unten stoßen wir auf tragfähigen Mergelgrund“, erläuterte der Fachmann von Straßen.NRW. Die gleiche Maßnahme ist nun auf der anderen Flussseite in Rünthe angelaufen. 

Ein Spezialtransporter war notwendig, um das riesige Bohrgerät vor einer Woche in einer nächtlichen Aktion über die Brücke auf das gegenüberliegende Ufer zu setzen. Dort werden nun in gleicher Weise ebenfalls 18 Bohrpfähle mit einem Durchmesser von jeweils 90 Zentimetern betoniert. „Wir brauchen diese Stützen nicht nur als Fundamente für die Brückenelemente, sondern auch um den beiden großen Autokränen beim Aufsetzen genügend Halt zu geben“, erklärte Bauleiter Daniel Lueb von der Firma Heinrich Walter Bau (HWB). Die soll das Acht-Millionen-Projekt mit Unterstützung von Subunternehmen bis Mitte 2021 umsetzen.

Teilabriss der Lippebrücke in Rünthe

Teilabriss der Lippebrücke in Rünthe

Markus Feller von Straßen.NRW hofft zwar, dass die Brückenbauer den vierwöchigen Zeitverlust im Laufe des Jahres wieder ausgleichen können, will sich angesichts der Corona-Problematik allerdings nicht auf irgendwelche Termine festlegen. „Es kann ja auch zu Personalproblemen bei Zweitunternehmen und bei der Anlieferung notwendiger Baustoffe kommen und uns damit neue Zeitverluste bescheren“, so der Projektleiter. „Aber es wäre natürlich von Vorteil, wenn wir die nächste Vollsperrung zumindest in den verkehrsärmeren Sommerferien durchführen könnten“ – also vom 29. Juni bis zum 11. August.

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