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Wunschbaum-Aktion: Kirchenvorstand weist Schuld rund um vorläufige Absage von sich

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Von: Andrea Wellerdiek

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Erst war die Aktion geplatzt, nun gibt es die Rettung: Die Wunschbaum-Aktion in Werne findet in diesem Jahr doch statt - jedoch etwas abgewandelt.
Erst war die Aktion geplatzt, nun gibt es die Rettung: Die Wunschbaum-Aktion in Werne findet in diesem Jahr doch statt - jedoch etwas abgewandelt. © Helga Felgenträger

Die Wunschbaum-Aktion in Werne ist gerettet. Zunächst aber war sie geplatzt aufgrund Fehler im Datenschutz. Darauf hatte die Christophorus-Gemeinde die Initiatoren hingewiesen. Schuld an der Absage sei man aber nicht gewesen.

Werne - Ärger um Wunschbaum-Aktion in Werne: Erst wurde die Hilfsaktion, bei der bedürftige Kinder Weihnachtsgeschenke von Bürgern gestiftet bekommen, abgesagt, ehe sie kurz darauf gerettet werden konnte. Doch nun gibt es Irritationen rund um die vorläufige Absage, die aufgrund Fehler im Datenschutz erfolgte.

Der Kirchenvorstand der St.-Christophorus-Gemeinde in Werne sieht sich zu einer Stellungnahme gezwungen – obwohl die Gemeinde selbst nicht zu den Initiatoren der Aktion gehört. Aber der Reihe nach.

Wunschbaum-Aktion aufgrund Datenschutz-Fehler zunächst abgesagt

Die Wunschbaum-Aktion, die es seit zwölf Jahren in der Lippestadt gibt, wurde am Montag (15. November) abgesagt. Der Grund: Fehler im Datenschutz. Die Wünsche, die die Kinder oder ihre Eltern anonymisiert auf einen Papierstern schreiben können, werden an einen Wunschbaum gehängt. Bürgerinnen und Bürger können sich einen Stern nehmen und das Geschenk finanzieren. Damit das Geschenk auch den richtigen Empfänger erreicht, gibt es eine Liste, in der der Nummer der Name und die Adresse zugeordnet ist.

Und genau darin sah die Kirchengemeinde das Problem und meldete Bedenken im Prozedere. „Wenn wir das eher gewusst hätten, hätten wir die Wunsch-Sterne mit einer Datenschutzerklärung versehen und wären auf der sicheren Seite gewesen“, sagte Uta Leisentritt, Hauptorganisatorin, daraufhin.

Einen Tag später verkündigte sie schließlich, dass die Aktion gerettet sei, weil man die 400 Sterne nun mit der entsprechenden Datenschutzerklärung versehen und neu verteilen werde. Statt Geschenke soll es in diesem Jahr aufgrund der Kurzfristigkeit stattdessen Werne-Gutscheine im Wert von 20 Euro für bedürftige Kinder geben.

Die Kritik von Uta Leisentritt weist der Kirchenvorstand nun zurück. Aufgrund der Vielzahl an Anfragen und Reaktionen auf die Berichterstattung sah sich der Kirchenvorstand in seiner jüngsten Sitzung veranlasst, sich damit auseinanderzusetzen, wie die Verantwortlichen in ihrer Stellungnahme am Samstag (20. November) erklären.

„Aufgrund der ursprünglichen Absage der Wunschbaumaktion durch die Hauptinitiatorin wurde der Eindruck erweckt, die Katholische Kirchengemeinde St. Christophorus Werne sei für die Absage verantwortlich. Der Kirchenvorstand stellt ausdrücklich klar, dass die Kirchengemeinde nicht zu den Initiatoren der Wunschbaum-Aktion gehört. Aufgrund dessen war die Kirchengemeinde weder zuständig noch verpflichtet zu überprüfen, ob die Aktion, an deren Teilnahme sie gebeten wurde, den Anforderungen der Datenschutz-Grundverordnung (DSGVO) entsprach. Dieses oblag allein den Initiatoren der Aktion“, heißt es darin.

Auch auf die Kritik, die Bedenken seien zu kurzfristig mitgeteilt worden, reagiert der Kirchenvorstand. „Darüber hinaus konnte die Kirchengemeinde darauf vertrauen, dass die Initiatoren der Aktion den Datenschutz beachteten und sie konnte zurecht davon ausgehen, dass die Inhalte und die Einhaltung der DSGVO der Hauptinitiatorin in ihrer Position als Geschäftsführerin eines Unternehmens, als Kreisvorsitzende der Mittelstands- und Wirtschaftsunion sowie als Ratsfrau bekannt waren. Die Weigerung der Kirchengemeinde zur Bekanntgabe der Namen und der Adressen der ihr anvertrauten Kinder erfolgte daher nicht nur zu Recht sondern auch rechtzeitig“, teilt der Vorstand weiter mit.

Im Pfarrheim der Kirchengemeinde war die Ausgabe der Präsente am 13. Dezember geplant. Abschließend erklärt der Kirchenvorstand, dass man ausdrücklich begrüßt, „dass die Initiatoren der Aktion noch einen Weg gefunden haben, die Aktion nicht gänzlich ausfallen zu lassen“.

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