Workshop sammelt frische Ideen für Werne

Andreas Nozar ssammelte in der Arbeitsgruppe Marktplatz gemeinam mit Hendrik und Felix Telgmann Ideen für die Attraktivierung der Innenstadt. - Foto: Hillebrand

WERNE - Das Verfahren zur Aufstellung des neuen Einzelhandelskonzeptes für die Stadt Werne geht seinen Weg. Nachdem im vergangenen Jahr unter Moderation des Büros Stadt + Handel die Fachleute am Papier gearbeitet und einen Entwurf erstellt haben, der jetzt in die politischen Beratungen geht, kommen in einem zweiten Baustein die Kaufleute und Immobilieneigentümer der Innenstadt zu Wort. Am Dienstagabend fand im Stadthaus der erste Abend eines dreiteiligen Workshops statt.

Die Resonanz überzeugte. Mehr als 50 Interessenten waren der persönlichen Einladung von Bürgermeister Lothar Christ gefolgt, um gemeinsam Ideen für die nachhaltige Attraktivierung der Einkaufsstadt zu entwickeln. Dank einer Förderung des Landes übernimmt auch hier das Büro Stadt + Handel die Federführung: Die Mitarbeiterinnen Aylin Meier und Anne Kraft moderierten den Abend, während sich Stadtplaner und Wirtschaftsförderung eher im Hintergrund hielten.

Nach Örtlichkeiten getrennt saßen Nachbarn jeweils in Arbeitsgruppen an einem Tisch und suchten zunächst nach den Stärken und Schwächen ihres Standorts. Die Problemfelder wurden dabei schnell sichtbar: „Sehr ruhige Lage“ hatten die Anlieger der Bonenstraße als einzigen Kommentar auf ihren Zettel geschrieben und damit deutlich gemacht, dass dieser Bereich der Fußgängerzone vor allem wegen der vielen Leerstände besonders unattraktiv ist.

Anne Kraft betonte, dass es die Eigentümer selbst in der Hand haben. „Seien Sie offen für kreative Ideen“, forderte sie zum Umdenken auf. So könnten Ladenlokale zum Beispiel vorübergehend an Existenzgründer vergeben werden, die ihren Schritt in die Selbstständigkeit ausprobieren möchten. „Dafür gibt es durchaus Bedarf“, betonte Silke Höhne von der Existenzgründungsberatung der Wirtschaftsförderung in Unna. Planungsdezernent Ralf Bülte regte an, dass Nachbarn Erdgeschossflächen grenzübergreifend zusammenlegen, damit attraktivere, marktgerechte Läden entstehen. „Wir brauchen das Gespräch miteinander“, sagte Bülte.

Aber auch durch kulturelle Angebote und gemeinsame Aktionen kann die Einkaufsstadt Werne attraktiver werden. Die Anwesenden trugen viele Ideen vor, die im weiteren Verfahren konkretisiert werden sollen. Dabei stießen vor allem die Vorschläge der jüngeren Teilnehmer auf positive Resonanz. Hendrik und Felix Telgmann sowie Alexander Steinkuhl forderten ein größeres Engagement für junge Leute, für die Werne interessanter werden müsse.

Erstaunt nahmen die Workshop-Teilnehmer zur Kenntnis, dass es für Projekte eine finanzielle Unterstützung geben kann. Das Land fördere gute Ideen zur Attraktivitätssteigerung aus seinem Städtebauförderungsprogramm, berichtete Anne Kraft. Auch eine Umlage unter Immobilieneigentümern und Geschäftsleuten zur Finanzierung weitere Marketing-Projekte wurden angeregt.

Weiter geht der Workshop am 3. März mit der Beratung von konkreten Projektideen. Das letzte Treffen ist nach den Osterferien geplant.

Der Entwurf des Einzelhandelkonzeptes ist am Donnerstag, 5. Februar, Thema einer Sondersitzung des Stadtentwicklungsausschusses (17.30 Uhr, Stadthaus). Am Mittwoch, 18. Februar, wird der Entwurf dann in einer öffentlichen Bürgerversammlung vorgestellt, die um 19 Uhr in der Cafeteria des Stadthauses beginnt. - kb

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