Kein Grund zur Hysterie 

"Wolfsähnliche Tiere" in Werne und Herbern beobachtet

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Gibt es auch Wölfe in Werne und Herbern? Dafür gibt es aktuell keine Beweise. Dieses Foto entstand im Wildpark Frankenhof in Reken.

Werne - Am Dienstag hat das Landesamt für Natur, Umwelt und Verbraucherschutz NRW einen Nachweis eines weiblichen Wolfes in Westerkappeln bestätigt. Auch in heimischen Gefilden sollen Tiere gesehen worden sein. „Alles kein Grund zur Panik“, sagt Klaus Jürgen Buse, Obmann für Öffentlichkeitsarbeit beim Hegering Werne.

Am Wochenende will eine Frau aus Selm einen Wolf in einem Waldstück an der Werner Straße zwischen Selm und Werne gesehen haben. 

Eine ähnliche Beobachtung gab es in den vergangenen Tagen in der Nähe der Forsthövel-Münsterstraße zwischen Werne und Herbern. „Solange das nicht zweifelsfrei bestätigt ist, sind das Hypothesen, die lediglich Panik unter den Menschen schüren. So etwas bringt uns nicht weiter, sondern führt zu unnötiger Hysterie“, ist Buse überzeugt. Anders verhält es sich beim Wolf, der in der Nähe von Rüthen unterwegs war. Das Tier wurde bereits am 20. April von einer privaten Wildkamera fotografiert. 

Das Landesamt hat die Fotos daraufhin begutachtet und bewertet (WA berichtete). Bei den beiden „Sichtungen“ in Werne und Herbern handelt es sich nun allerdings erst einmal um Vermutungen. Die Augenzeugin, die am späten Abend ein Tier in Herbern gesehen hat, sprach gegenüber unserer Redaktion von einem „sehr großen, wolfsähnlichen Tier“. „Vor vier Jahren gab es in Lenklar und den Lippewiesen ähnliche Beobachtungen, bei denen Menschen glaubten, dass sie einen Wolf gesehen haben“, erinnert Buse. In der Folge machten Fußgänger und Radfahrer einen Bogen um das Areal, Reiter nutzten andere Wege, um ihren Tieren Auslauf zu verschaffen. „Das war eine völlig übertriebene Reaktion“, betont Buse. 

Wölfe in Deutschland: Keine gefährliche Situation bekannt

Seit dem Jahr 2000 leben wieder Wölfe in Deutschland. Um mehr Akzeptanz für den Wolf zu schaffen und Vorurteile, Sorgen und Ängste in der Bevölkerung abzubauen, hat der NABU schon vor Jahren ein Netzwerk von rund 300 Wolfsbotschaftern aufgebaut, die die Öffentlichkeitsarbeit des NABU zum Wolf ehrenamtlich unterstützen. „Seit der Rückkehr der Tiere ist uns aus Deutschland keine einzige gefährliche Situation bekannt“, betont Marie Neuwald, die Ansprechpartnerin der Botschafter ist und deren Arbeit koordiniert. Tollwütige Wölfe, die als besonders aggressiv gelten, sind in Deutschland ebenfalls nicht bekannt.

Wann genau der letzte Wolf in der Region bei einer Treibjagd erlegt wurde, kann noch immer am Denkmal gegenüber der ehemaligen Gaststätte „Zum Letzten Wolf“ in Herbern-Horn nachgelesen werden. „Am 19. Januar 1835 wurde hier vom Gastwirt Joseph Hennemann, Herbern, der letzte Wolf in Westfalen zur Strecke gebracht. Am hundertsten Jahrestag wurde dieser Gedenkstein gesetzt.“

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