AG Flüchtlinge: Wohnungssuche bleibt ein Problem

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Zogen eine Bilanz der AG Flüchtlinge: (v.l.) Kassiererin Ulla Rinnen, Sozialdezernent Frank Gründken, stellvertretender Sprecher Mohammed Amer, Sprecher Dr. Hermann Steiger und Sozialarbeiter Markus Niebuhr.

Werne - „Brummender B-Treff“, gut entwickelte Ideen, aber auch Probleme in deren Umsetzung und ein „Kuschelkurs“ mit der Verwaltung. Die erste Jahresversammlung der Arbeitsgemeinschaft Flüchtlinge (AGF) bot am Montagabend im Stadthaus viel Positives.

Eingeladen waren Vereinsmitglieder, aber auch alle Interessierte an der Flüchtlingshilfe.

Dr. Hermann Steiger hob besonders den B-Treff an der Burgstraße hervor. „Er hat sich zu einem wahren Zentrum unserer Arbeit entwickelt“, sagte der AGF-Sprecher. Die Beratungszeiten wurden schnell von vier auf zehn Stunden pro Woche ausgeweitet.

Im ehemaligen Möbelhaus Reuter-Tönies finden unter anderem Deutschkurse für geflüchtete Frauen, Mathematik-Nachhilfe, monatlich ein Frauen-Café und Vorstandssitzungen der Ehrenamtlichen statt.

Ausbildungsplätze und Wohnungen gesucht

Probleme bereiten den Helferinnen und Helfern die Wohnungssuche und die Integration der Geflüchteten in den Arbeitsmarkt. „Es hakt an vielen Ecken“, so Monika Meyer-Krause zur Bilanz der Jobvermittlung. Vor allem Ausbildungsplätze sucht sie für viele motivierte junge Flüchtlinge.

Kerstin Ludwig bezeichnete die Wohnungssuche für Asylbewerber „nach wie vor als schwierig“. Sie lobte aber die Zusammenarbeit mit den zuständigen Mitarbeitern aus der Verwaltung, Alfons Högemann und Markus Niebuhr. „Leider gibt der Wohnungsmarkt für Großfamilien nicht viel her“, erklärte Ludwig.

Fahrradwerkstatt ein Erfolg

Ein Erfolgsgarant der AGF ist die Fahrradwerkstatt in Regie von Franz-Josef Dahmen. Seit November 2014 wurden über 400 Räder und Ersatzteile gespendet. In die Werkstatt an der Stockumer Straße können jeden Dienstag von 17 bis 19 Uhr die Asylbewerber mit ihren defekten Fahrrädern kommen, um sie selbst zu reparieren.

Ein „Markenzeichen“ der AGF sind auch die von den Ehrenamtlichen angebotenen Deutschkurse. „Zeitweise liefen sechs Kurse parallel. Wir haben sehr viele positive Erfahrungen mit unseren Schülern gemacht“, freute sich Annette Maru.

Näh- und Kochkurs geplant

Seit einiger Zeit laufen die Unterrichtsstunden in der ehemaligen Barbaraschule. Sozialdezernent Frank Gründken bedankte sich für die Unterstützung durch den Verein: „Die Geflüchteten werden toll aufgenommen und gut ins Stadtbild integriert. Ihre Arbeit ist gar nicht hoch genug zu bewerten. In Sachen Kontinuität und Organisation liegen sie im Kreis Unna weit vorne.“

Für das laufende Jahr plant die AGF einen Näh- und Kochkurs im B-Treff sowie ein Sommerfest an der Barbaraschule. Das Thema „Zugang zum Internet in den Unterkünften“, wolle man weiter beackern, erklärte Dr. Hermann Steiger.

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