Stadtreinigung läuft auf Hochtouren

Wohin mit dem ganzen Laub? Stadt setzt XXL-Staubsauger ein - aber auch Bürger haben Pflichten

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Erst wird das Laub mithilfe von Laubbläsern und -besen aufgehäuft, ehe der Laubsauger die Blätter in einen Behälter auf dem Fahrzeug saugt.

Werne – Das nasskalte Wetter, die frühe Dunkelheit und das Laub entlang der Straßen zeigen es deutlich: Der Herbst ist da. Gerade das Laub sorgt im Moment dafür, dass bei den Mitarbeitern der Werner Stadtreinigung Hochbetrieb herrscht. Dabei ist im Innenstadtbereich Eile angesagt, schließlich muss das Laub vor der Sim-Jü-Kirmes verschwunden sein.

Es geht aber nicht vorrangig darum, dass sich die Stadt für Sim-Jü und die hunderttausenden Besucher herausputzt, sondern vielmehr steht die Gefahrenbeseitigung im Vordergrund. „Es geht um die Verkehrssicherung“, erklärt Bauhofleiter Detlef Bruns im Gespräch mit dem WA. Nasses Laub kann schließlich rutschig sein und Fußgänger, Radfahrer, Motorrad- und Autofahrer gleichermaßen in Gefahr bringen – so wie Glatteis im Winter. 

Dass momentan einige Mitarbeiter der Stadtreinigung den Fokus auf das Sim-Jü-Gelände legen, hat dabei praktische Gründe. „Sobald aufgebaut wird, kommen wir da nicht mehr dran“, sagt Bruns. Sind sie dort fertig, geht es aber an anderen Stellen in Werne weiter – und zwar vorrangig an baumreichen Straßen. 

Prinzipiell seien die Stadtreinigungsmitarbeiter aber im ganzen Stadtgebiet unterwegs, so Bruns. Etwa der Bereich Horne und Steintorpark sei im November dran. Wie die Mitarbeiter der Stadtreinigung das machen? „Wir nutzen eine Kombination aus Laubbläsern und Laubbesen“, erklärt der Betriebshofleiter. 

Umweltfreundliche Laubbläser

Er fügt zudem hinzu, dass die Laubbläser der Stadt teilweise akkubetrieben seien und teilweise mit nicht-umweltschädlichem Bio-Sprit funktionieren. Mit den Laubbläsern sowie den speziellen Besen häufen die Mitarbeiter das Laub auf. Und weil es viel zu aufwendig wäre, das von Hand zu beseitigen, kommt hierbei eine Art XXL-Staubsauger zum Einsatz: Der große Rüssel des Laubsaugers „schluckt“ das viele Laub und spuckt es in den großen Behälter auf einem der städtischen Fahrzeuge. 

Grundsätzlich ist die Stadt mit der ganzjährigen Straßenreinigung sowohl für die Fahrbahn als auch die Gehwege zuständig – aber nicht überall. Denn die Laubbeseitigung ist keine rein städtische Aufgabe, wie Adrian Kersting, Abteilungsleiter Straßen und Verkehr, erklärt. Prinzipiell seien die Anlieger in der Pflicht, die Gehwege vor ihren Häusern zu räumen – egal, ob es sich im Herbst um Laub handelt oder im Winter um Schnee. Das regelt die Straßenreinigungssatzung der Stadt Werne. 

Wunderschöne Herbstromantik – und doch gefährlich: Dann wenn das Laub nass und rutschig ist.

Darin sind die Pflichten der Anlieger, aber auch die der Stadt im Detail erklärt. Dabei sei es in Werne – bis auf einige Ausnahmen – jedoch so, dass sich die Anlieger um die Beseitigung des Laubs auf ihrem Teil des Gehwegs kümmern müssen. Kommen Anwohner dieser Pflicht nicht nach und jemand rutscht auf dem Laub aus, kann der Verunglückte rechtliche Ansprüche gegen denjenigen, der in der Pflicht stand, geltend machen. 

Doch wohin mit dem ganzen Laub? Es gibt mehrere Möglichkeiten. Dort, wo die Werner Straßen einen Alleencharakter besitzen und die Stadtreinigung die Laubbeseitigung nicht übernimmt, stellt die Stadtverwaltung sogenannte Zaunelemente auf, in denen das Laub der städtischen Bäume hineingeworfen werden kann. Insgesamt 15 sind es in diesem Jahr. Aber Vorsicht: Die Behälter sind ausschließlich für das Laub der Bäume im öffentlichen Raum gedacht. 

Wirft jemand wiederholt seine eigenen Grünabfälle hinein, wird der Behälter dort nicht wieder aufgestellt. Ansonsten kann das Laub natürlich auch kompostiert oder auch zum Wertstoffhof gebracht werden.

Wertstoffhof nimmt Laub an

Das Laub aus dem eigenen Garten und Grünabfälle aus privaten Haushalten können beim Wertstoffhof auf dem städtischen Baubetriebshof, Südring 9, abgegeben werden. Geöffnet ist der Wertstoffhof von März bis Oktober montags von 8.30 bis 12.30 Uhr, mittwochs von 10 bis 18 Uhr, donnerstags von 8.30 bis 12.30 Uhr sowie im 2-Wochen-Rhythmus auch samstags von 9 bis 12 Uhr. Von November bis Februar gelten montags und donnerstags dieselben Öffnungszeiten, lediglich donnerstags hat der Wertstoffhof dann nur von 8.30 bis 12.30 Uhr auf. Im Winter gelten zudem andere Regelungen an den Samstagen. Alle weiteren Infos sowie die Kosten gibt es im Internet unter www.werne.de (Suchbegriff: Abfallkalender).

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