WM-Finale: Französische Gäste hoffen in Werne auf Sieg ihres Fußball-Teams

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Seit Dienstag weilen die Messdiener und Begleiter aus Wernes Partnerstadt Bailleul in der Stadt. Am Freitagmorgen wurden sie im Stadthaus offiziell empfangen.

Werne - Die deutsche Elf ist früh ausgeschieden bei der WM in Russland. Dem Endspiel am Sonntag zwischen Frankreich und Kroatien fiebern in Werne gleichwohl zig Fußball-Fans entgegen – allen voran die 32 Messdiener und ihre sieben Begleiter aus der Partnerstadt Bailleul, die derzeit auf Einladung der Kirchengemeinde St. Christophorus in der Stadt weilen.

Freitagmorgen am Stadthaus. Vor dem offiziellen Empfang durch Gudrun Holtrup, stellvertretende Bürgermeisterin, stellen sich die Jugendlichen zu einem Gruppenfoto auf. Wie selbstverständlich präsentieren sie dabei ihre Landesfahne und stimmen mit Inbrunst die Marseillaise an. Kein Zweifel: Der Nationalstolz der Gäste ist riesig.

Dies gilt – gepaart mit der nötigen Portion Optimismus – auch in Bezug auf Fußball. 1:0 oder 2:1 werde Frankreich gewinnen, zeigt sich zum Beispiel Pierrick überzeugt. Der 19-Jährige ist froh, dass er das Finale am Bildschirm vereint mit anderen Landsleuten sehen kann, räumt aber ein, dass er zu diesem Zeitpunkt auch gern beim „Public Viewing“ in seiner Heimatstadt wäre. Und: Er hätte Frankreich lieber mit den Freunden aus Belgien im Endspiel gesehen. Bailleul liegt gleich an der Grenze. 

Messdiener gucken Finale im Pfarrheim

Jerôme Vanderschaeve ist Beauftragter für Pilgerreisen in der Diözese Lille und einer der sieben Begleiter der Messdiener. Das WM-Finale vergleicht er mit der biblischen Geschichte von David, der im ungleichen Kampf gegen den weitaus größeren Goliath gewinnen kann. Diesmal sei der Ausgang aber wohl ein anderer, schmunzelt er. Sein Tipp: 1:0 für die Franzosen.

Den Anpfiff in Moskau, am Sonntag um 17 Uhr, erleben die Messdiener im Pfarrheim St. Johannes. Dort wird eine größere Leinwand aufgebaut. Ob sie am Ende jubeln können, bleibt abzuwarten. „Der Stimmung würd’s nicht schaden“, sagt Jürgen Schäfer, Pfarrdechant von St. Christophorus. Nach dem Spiel ist ein „Abend der Begegnung“ in St. Johannes geplant.

Frankreich gewinnt das Finale der Fußball-WM in Russland – so viel steht für Pierrick (l.) und seine Begleiter fest.

Den Messdiener-Austausch gibt’s seit 2005. Initiiert wurde er von Heiner Innig, Pfarrer der damals eigenständigen Gemeinde Seliger Nikolaus Groß. Innig, vor 25 Jahren zum Priester geweiht, wird auch zum Begegnungsabend erwartet.

deutsch-französische Freundschaft

Für die Stadt ist der Messdiener-Austausch mit gegenseitigen Besuchen ein Beispiel dafür, dass die deutsch-französische Freundschaft auch außerhalb des Protokolls funktionieren kann. Das macht deren Beauftragte für Städtepartnerschaften, Stephanie Viefhues, in der Einladung zum Empfang am Freitag deutlich. Und: Nicht nur die Messdiener fänden zusammen, sondern auch die Ehrenamtler und Pfarrer. 

Die Franzosen weilen seit Dienstag in Werne und treten nächsten Dienstag die Heimreise an. Zum Besuchsprogramm zählen eine Fahrt nach Xanten mit Besichtigung des Doms, ein Ausflug zur Sternwarte Recklinghausen sowie der Halde Hoheward und Schwimmen im Freibad Cappenberg. Überdies wird gemeinsam der heutige französische Nationalfeiertag begangen. 

Vanderschaeve betont, dass der Austausch finanziell vom „Office franco-allemand pour la Jeunesse“ unterstützt wird, dem Deutsch-Französischen Jugendwerk in Berlin. Was seinen Glauben am Sieg der Franzosen festigen dürfte: Viele Gastgeber werden mit ihm die Daumen für „Les Bleus“ drücken. Und auch beim Halbfinalspiel gegen Belgien hat bekanntlich Goliath gewonnen.

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