Lohmann und Böcker verlassen Vorstand

„Wir für Werne“: Generationswechsel in 2021 und der Innenstadtwegweiser kommt

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Vorstand und Gäste der Versammlung: Referentin Laura Vieth und Bürgermeister Lothar Christ (vorn) sprachen auf Einladung von Thomas Lohmann (v. l.), Adelheid Hauschopp-Francke und Michael Zurhorst. Tim Wilke steht für den Generationswechsel.

Werne – Elf Jahre nach Gründung der Wirtschaftsvereinigung „Wir für Werne“ wird es allmählich Zeit für den Generationswechsel an der Spitze. Darauf hat der Vorsitzende Michael Zurhorst die Mitglieder am Montagabend in der Jahreshauptversammlung im „Hotel Am Kloster“ eingestimmt. Die Führungsmannschaft soll verjüngt und im Branchenmix breiter aufgestellt werden.

Gewählt wird erst im kommenden Jahr wieder, fest steht aber schon, um wessen Nachfolge sich die gut 140 Mitglieder Gedanken machen müssen: Gründungsvorsitzender Thomas Lohmann, aktuell Geschäftsführer des Vereins, wird nicht mehr kandidieren. Der zweite Vorsitzende Alexander Böcker hat gleichfalls seinen Rückzug vom Amt angekündigt. 

Zwei sind als kooptierte Vorstandsmitglieder auserkoren, sich mit der Führung vertraut zu machen: Fliesenlegermeister Gerd Walters soll die Farben des Handwerks vertreten. Tim Wilke, Assistent der Geschäftsführung im Autohaus Rüschkamp, wurde als Nachwuchshoffnung vorgestellt. 

„Er soll Kontakt mit jüngeren Mitgliedern und der nächsten Generation in unseren Betrieben aufnehmen. Machen Sie sich mal Gedanken, wer da noch einsteigen könnte“, warb Adelheid Hauschopp-Francke. Um die nahe wie fernere Zukunft ging es auch bei den weiteren Schwerpunkten: 

Digitalisierung 

Der Mittelstand, und mit ihm die ganze Republik, drohe, die Innovationen der online-getriebenen Wirtschaft zu verschlafen, warnte die Referentin des Abends, Laura Vieth, Doktorandin der Fachhochschule Südwestfalen. Laut Studien sähen gerade mal 22 Prozent der Firmen Handlungsbedarf in Sachen Digitalisierung.

 Vieth arbeitet in ihrem Promotionsprojekt daran, mittelständische Unternehmen mit „Start Ups“ zusammenzubringen, damit sich das ändert. So sollen Ideen in die Betriebe getragen werden und pfiffige junge Leute Unterstützung bei Aufbau ihrer Firma erfahren: durch den Rat von Mentoren, aber auch mit deren Geld oder Kooperationen in Werkstätten oder bei der Software-Nutzung. 

„Das werden wir auf jeden Fall weiter verfolgen. Ich weiß von drei oder vier Betrieben, dass sie sich mit der Frage des Ideenexports für ein weiteres Standbein interessieren“, kündigte Zurhorst an. Vieths Wunsch wäre eine „Sharing-Plattform“ zur Anbahnung, unerlässlich sei ein „räumlicher Anker“ für derlei Aktivitäten. 

Thomas Lohmann brachte dafür das weiter zu entwickelnde Zechengelände ins Gespräch. Bürgermeister Lothar Christ fragte, da Werne keine Hochschule hat, nach den Chancen, den Gründergeist unterhalb der akademischen Ebene zu beflügeln. „Das ist möglich“, antwortete die Referentin. „Ich bin mir aber sicher, dass die nächste Hochschule Hamm-Lippstadt hocherfreut sein würde, solche Projekte zu begleiten.“ 

Innenstadt-Wegweiser 

Als konkretes Projekt hat sich der Vorstand auf die Fahnen geschrieben, in diesem Jahr die Innenstadtgestaltung nach den neuen Richtlinien unter anderem für Werbeanlagen zu unterstützen. Beim verabredeten Bann der Reiter und Fähnchen in der Fußgängerzone ist die Idee aufgekommen, Besucher auf „schicke“ Art und Weise darauf aufmerksam zu machen, welche Wege zu Einkaufsmöglichkeiten, aber auch Sehenswürdigkeiten führen. „Dies zu bündeln und zu gestalten, erfordert ein Gutachten, das wir finanzieren werden“, kündigte Zurhorst an.

Auch bei der Umsetzung sei privates Kapital zur Co-Finanzierung vonnöten, erläuterte Marketing-Chefin Carolin Brautlecht. So sehen es etwa die Regeln für den Verfügungsfond Innenstadt mit NRW-Förderung vor. 

Termine 

Bei der Vorausschau aufs Jahr rückte der Vorsitzende in der Fülle von städtischen Terminen zwei WfW-Aktionen im Kommunalwahlkampf in den Fokus. Am 16. Juni, sollen die Landratskandidaten im Kino ihre Antworten auf Wirtschaftsfragen darlegen. Da an diesem Tag die EM-Partie Deutschland-Frankreich angesetzt ist, soll die Runde in ein „Public Viewing“ übergehen. 

Den – oder dem? – Werner Bürgermeisterkandidaten will der Verein am 18. August auf den Zahn fühlen. Da bleibt, da der parteilose und von SPD und Linke unterstützte Amtsinhaber bislang der einzige Bewerber ist, der in der Frage noch umtriebigen CDU, wie den Kollegen von Grünen und FDP, ja noch ein wenig Zeit ...

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