Wie funktioniert eigentlich das Rathaus?

Wiehagenschüler schlüpfen in die Rolle der Politiker

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Die Nachwuchs-Ratsherren zeigen die Tagesordnung der Sitzung.

Werne - Wie funktioniert Rathaus? Diese Frage beschäftigte Viertklässler der Wiehagenschule bei einem Besuch im Ratssaal des Alten Rathauses. Bürgermeister Lothar Christ wurde mit Fragen gelöchert. Antworten gibt aber auch ein neues Lernmalbuch mit dem Titel "Versteh mal das Rathaus". 

„Ein Stadtrat kann sich darauf einigen, dass in der Stadt nur noch Elektroautos fahren dürfen“, beschrieb Amelie aus ihrer Sicht die politische Arbeit des Gremiums. Wie es wirklich im Ratssaal zugeht, erfuhren nun die Kinder der Klassen 4b und 4c der Wiehagenschule. Sie waren, bevor die „richtige“ Sitzung des Stadtrates am Nachmittag über die Bühne ging, im Ratssaal zu Gast. Bürgermeister Lothar Christ begrüßte die Nachwuchspolitiker mit ihren Lehrern. Zur Erinnerung an den Besuch überreichte er den Kindern das Lernmalbuch „Versteh Mal das Rathaus“. Lothar Christ wurde regelrecht gelöchert. 

Die Steppkes stellten viele Fragen und am Ende erfuhren sie so eine ganze Menge über den ersten Bürger der Stadt. Genau wie bei den großen Ratsvertretern standen Getränke auf dem Tisch, allerdings auch Süßigkeiten, die gibt es für die Großen nicht. Die Kleinen fanden sich sehr schnell in ihrer neuen Aufgabe zurecht. Sie nahmen ordentlich in den Sesseln Platz, stellten ihre Fragen nur auf Anweisung über das Mikrofon und hörten – nicht immer so ganz aufmerksam – zu. „Das machen aber die Erwachsenen auch nicht immer“, nahm Christ seine kleinen Besucher schmunzelnd in Schutz. 

Bürgermeister Lothar Christ begrüßte die Schüler im Rats- und Bürgersaal mit Handschlag.

Die Kinder hatten sich gut auf den Besuch vorbereitet. „Wie viel Geld gibt die Stadt Werne im Jahr aus?“, wollte Leo gleich zu Anfang wissen. „80 Millionen Euro“, antwortete Christ prompt. Später, als es um den Erhalt des Lehrschwimmbeckens in Stockum ging, räumte er ein, dass Werne mehr Geld ausgebe, als es habe. Da seien manchmal auch unliebsame Entscheidungen notwendig.

 Es war eine spannende Mischung an Fragen, die die Steppkes stellten. Hobby, Beruf, Familie, Lieblingstier, Lieblingsverein oder wie wird man Bürgermeister standen ganz oben auf der Liste. „Warum gibt es eigentlich viel zu wenig Mülleimer in der Stadt? Wir müssen den Hundekot ziemlich weit nach Hause tragen“, wollte ein Mädchen wissen. „Das stimmt“, räumte Christ ein. Er versprach, sich um dieses Thema zu kümmern. „Werden Sie wieder für das Amt kandidieren?“ „Wann öffnet das neue Solebad?“ „Wie viele Mitarbeiter haben Sie?“ „Warum hat Werne keine eigene Musikschule?“ „Warum wird eine neue Schule gebaut?“ „Wird der Neubau der Wiehagenschule einen anderen Namen bekommen?“ oder „Ist es im Stadtrat nett?“

 Mit ihren Fragen zeigten die Schülerinnen und Schüler, dass sie sich in der politischen Landschaft durchaus auskennen. Lothar Christ beantwortete alles ganz geduldig und mit sichtlicher Freude. Die liebsten Gäste seien ihm die Kinder, sagte er auf die Frage, was ihm als Bürgermeister denn den meisten Spaß mache.

 Und damit die Kinder auch die Arbeit von Politik und Verwaltung besser verstehen, ist das Lernmalheft „Versteh Mal das Rathaus“ entstanden. Kindgerecht wird darin von der Arbeit der Politiker über Wahlen, Ordnungsamt, Standesamt, Hundesteuer bis zum Begriff Demokratie vieles kindgerecht erklärt. Dass darüber hinaus auch noch Rätsel und Ausmalbilder für Spaß sorgen, macht das Heft besonders attraktiv. „Dieser Besuch im Alten Rathaus und das Lernheft passen genau in unser Unterrichtsprogramm“, sagte Lehrerin Jutta Heuer.

 Im Sachunterricht drehe sich gerade alles um Werne, um die Geschichte und jetzt auch um die Arbeit in Politik und Rathaus. Es bleibe nicht nur bei dem Besuch der Wiehagenschule bleiben, kündigte Lothar Christ an. Auch die anderen beiden Grundschulen sollten, je nach Wunsch, Einblick in die Arbeit im Rathaus nehmen. Und selbstverständlich bekommen sie dann auch die Lernmalbücher übers Werner Rathaus.

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