Stadt prüft Platz vorm Solebad

Wieder mehr Wohnmobil-Gäste: Umzug zum Solebad?

+
Viel Pflaster, wenig Grün: Wernes Wohnmobilstellplatz sollte, falls er weiterhin auf dem Parkplatz am Hagen beheimatet bleibt, aufgewertet werden. Das ist die einhellige Meinung von Politik und Verwaltung. Zur nächsten Sitzung des Ausschusses für Stadtentwicklung, Planung, Umwelt und Verkehr am 24. September sollen konkrete Vorschläge dafür auf dem Tisch liegen.

Seit Eröffnung des Solebads verzeichnet die Stadt wieder mehr Gäste, die mit einem Wohnmobil in Werne Station machen. Bis Mitte September sollen Vorschläge auf dem Tisch liegen, wie die dafür ausgewiesene Stellfläche auf dem Hagen-Parkplatz für derlei Reisende attraktiver gemacht werden kann. Womöglich aber wird ein ganz neuer Platz direkt vorm Solebad eingerichtet.

Werne – Laut Kordula Mertens, Leiterin des städtischen Ordnungsamts, wurde die Wohnmobilstation in der ersten Hälfte dieses Jahres 581-mal angesteuert. Im gleichen Zeitraum 2018 lag die Zahl der zahlenden Nutzer lediglich bei 335. Ein Zusammenhang mit der Eröffnung des neuen Solebads Mitte April liegt auf der Hand. 

Schon die Schließung im Frühjahr 2015 hatte sich in der Statistik niedergeschlagen. Wurden 2013 und 2014 noch 1215 beziehungsweise 1240 Wohnmobile registriert, ging ihre Zahl in den Folgejahren von 1050 über 671 und 672 auf 664 im Jahr 2018 deutlich zurück. 

Über die Wohnmobilstation wurde zuletzt im November 2018 diskutiert. CDU- und FDP-Fraktion im Stadtrat hatten in einem gemeinsamen Antrag um die Erarbeitung eines „Konzepts zur Attraktivierung“ durch die Verwaltung gebeten – eingeschlossen der Prüfung der Frage, ob der Platz nicht komplett verlegt werden könnte und sollte. 

Für und Wider beider Plätze wird geprüft

Konkret nahmen die Antragsteller die Fläche der ehemaligen Sauna direkt vor dem neuen Solebad in den Blick. Sie liegt derzeit brach, ist aus Gründen der Optik aber hergerichtet. Tatsache ist, dass der Platz am Hagen in direkter Nachbarschaft zum Gradierwerk zwar schön und ruhig liegt. 

Gleichwohl ist er wenig komfortabel und macht angesichts der durchgängigen Pflasterung keinen einladenden Eindruck. Das meint auch Planungsdezernent Ralf Bülte. Seinen Worten nach prüft seine Abteilung zurzeit das Für und Wider beider Plätze und entwickelt Vorschläge zur Gestaltung. 

Auf dieser Fläche vorm neuen Solebad stand einst die Sauna der alten Schwimmstätte. CDU und FDP können sich eine Verlegung des Wohnmobilplatzes hierher vorstellen.

Die Ausarbeitung soll samt Beschlussempfehlung zur Sitzung des Ausschusses für Stadtentwicklung, Planung, Umwelt und Verkehr am Dienstag, 24. September, präsentiert werden. In dem Papier sollen zudem die Effekte aufgezeigt werden, die Wohnmobilplätze für Kommunen haben. So nutzen die Reisenden zumeist auch die örtliche Gastronomie und tragen so zur Belebung der Innenstadt und wirtschaftlichen Entwicklung bei. 

Auch Zechengelände war im Gespräch

Laut Bülte sind bei der Suche nach einem Alternativ-Standort mehrere weitere Flächen betrachtet worden, darunter auch das Zechengelände. Dies liege allerdings zu dezentral. Beim möglichen Umzug zum Solebad müsse in jedem Fall der Lärmschutz untersucht werden, damit die Anlieger nicht beeinträchtigt würden. 

Bei einer Umgestaltung der derzeitigen Wohnmobilstation müsse gewährleistet bleiben, dass die Fläche weiterhin für Sim-Jü genutzt werden könne. Zudem müsse den Fahrzeugen mehr Platz zur Verfügung gestellt werden. Überdies sei in beiden Fällen die Betreiberfrage zu klären. 

Bis dato kümmere sich die Stadt um den Platz, möglicherweise zeigten auch das Solebad oder weitere potenzielle Investoren Interesse. Die Wohnmobilstation am Hagen bietet parzellierte Stellflächen für insgesamt zwölf Wohnmobile. Sie sind mit einem Stromanschluss versehen, es gibt eine Servicestation mit Entsorgung, Frischwasser und Strom sowie Müllcontainer. Die Parkgebühren belaufen sich auf fünf Euro pro 24 Stunden.

Anwohner erwägen Klage, falls es zum Umzug kommt

Für die SPD kommt eine Verlegung der Wohnmobilstation vom Hagen-Parkplatz zum Solebad nur in Frage, wenn eine Aufwertung am jetzigen Standort nicht möglich ist und keine bessere Alternative zur Verfügung steht. Das macht Siegfried Scholz, Ortsvereinsvorsitzender, über die Zukunft der Anlage deutlich. 

Nach WA-Informationen erwägen unterdessen Anwohner im Bereich der Straße Horneburg, gegen die Stadt zu klagen, falls es zu einem Umzug kommen sollte. Sie befürchten unter anderem eine allzu starke Lärmbelästigung. 

Scholz und Parteifreund Rainer Tappe, selbst Wohnmobilisten, weisen darauf hin, dass sich die SPD das Thema bereits 2014/15 auf die Fahnen geschrieben habe. Schon damals habe man in einem Antrag eine Aufwertung des Platzes gefordert. Zu jener Zeit, so Scholz und Tappe, habe die SPD überdies Kontakt zu Michael Moll aufgenommen, der den Wohnmobilstellplatz in Nordkirchen privat betreibt – mit dem Ziel, dass dieser in Werne eine Art Dependance aufbaut. 

Die Suche nach einem geeigneten Areal, bei der die Verwaltung einbezogen worden sei, sei aber bis dato erfolglos geblieben. Auch die Fläche neben dem Freilichtbühnen-Parkplatz am Südring habe sich laut Scholz als ungeeignet erwiesen. 

"Dürfen Entwicklung nicht verpassen"

Laut Tappe wächst der Wohnmobil-Sektor seit Jahren stetig. „Wir dürfen diese Entwicklung nicht verpassen“, sagt Tappe, zumal Wohnmobilisten seines Wissens viel Geld in der jeweiligen Stadt lassen. „Etwa 50 Euro pro Übernachtung.“ 

Scholz kann sich vorstellen, dass die aktuelle Station um etwa 15 Meter in Richtung Gradierwerk versetzt wird, sodass sie während Sim-Jü nicht geschlossen werden muss. Die Fläche an der Horneburg – ein „Filetstück“ – sollte für andere Zwecke vorgehalten werden. Im Falle eines Umzugs sei nicht mit einer allzu großen Lärmbelastung zu rechnen. Wohnmobilisten seien „ein ruhiges Völkchen“, deren Plätze nicht mit Campingplätzen zu vergleichen. In der Regel verursache nur das An- und Abfahren Emissionen. 

Die Anwohner befürchten im Fall einer Platz-Verlegung auch eine Öffnung der Horneburg zur Lünener Straße, wie es sie während des Solebad-Neubaus für die Baufahrzeuge gegeben hat. Dauerhafter Schleichverkehr vom Südring durch das gesamte Wohngebiet wäre die Folge, heißt es – trotz Anliegerstraßen.

Lesen Sie auch:

Besonderer Wettkampf: Werner (48) fährt mit dem Caravan Turniere

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Unsere Kommentarfunktion wird über den Anbieter DISQUS gesteuert.

Hinweise zum Kommentieren: Auf wa.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.


Bitte beachten Sie: Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach drei Tagen geschlossen.

Netiquette
Hinweis: Kommentieren Sie fair und sachlich! Rassistische, pornografische, menschenverachtende, beleidigende oder gegen die guten Sitten verstoßende Äußerungen sind verboten und werden gelöscht.

Kommentare