Bürger wehren sich immer noch gegen die Schließung

Widerstand am Lehrschwimmbecken Stockum

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Rund 60 Stockumer protestierten am Mittwoch für den Erhalt des Lehrschwimmbeckens. Sie möchten, dass man auch weiterhin vor Ort schwimmen lernen kann.

Stockum – Die Schließung des Lehrschwimmbeckens bleibt beschlossene Sache. In Stockum ist das Thema aber noch längst nicht vom Tisch. Rund 60 Menschen versammelten sich am späten Mittwochnachmittag vor Ort. Ihr Ziel: Die Politik soll die Entscheidung überdenken, das Schwimmbecken soll bleiben.

Die Gemüter sind an diesem Nachmittag erhitzt. Familien sind vor Ort. Außerdem auch einige Vertreter von Vereinen und aus der Lokalpolitik. Sie halten Plakate in die Luft. „Millionen im Solebad verprasst, aber kein Geld für Stockum“, steht auf einem der Transparente. Lautstark machen sie ihrem Ärger Luft. Um nicht zu sagen: Die Stockumer sind stinksauer.

Familienvater Jörg Niemietz platzt regelrecht der Kragen, als er über die Schließung des Lehrschwimmbeckens diskutiert. Um ihn herum hat sich eine Menschentraube gebildet. „Es wird eine Menge Geld ins Solebad gepumpt. Stockum kommt dabei völlig zu kurz“, sagt er und fügt hinzu: „Meine Kinder sind groß. Mir geht es vielmehr um die nachfolgenden Generationen. Die Kinder sollen hier schwimmen lernen können.“ Niemietz findet: „In Werne geht´s bergab.“

Süßer Schmaus für „saure“ Bürger: Die Stockumer hatten für den Erhalt eine Torte gebacken.


Ähnlich frustriert ist Iris Holle. Sie leitet einen Aqua-Fitnesskurs der Familienbildungsstätte (Fabi), der in Zukunft wohl auf das Solebad ausweichen muss. Betroffen sind aber auch viele weitere Kurse: Babyschwimmen, Rehasport, Seepferdchenkurse und das Turnschwimmen, um nur ein paar zu nennen. Für sie alle gibt es in Stockum künftig keinen Platz mehr. „Wir sind hier, um zum Ausdruck zu bringen, wie sauer wir sind“, erklärt Holle. 

Ihr Aqua-Fitnesskurs soll im Solebad künftig erst in den späten Abendstunden stattfinden. „Wie soll das funktionieren?“, fragt sie und befürchtet: „Bis wir dann zuhause sind, ist es fast halb zwölf.“ Viele der vertretenen Vereine hätten der Stadtverwaltung Fragen wie diese bereits gestellt. Niemietz: „Alles, was wir uns wünschen, sind Erklärungen.“

Das findet auch Ratsfrau Annegret Lohmann (CDU). Die Christdemokratin hält die Schließung des Lehrschwimmbeckens nach wie vor für einen starken Eingriff in das Stockumer Vereinsleben. Sie wies aber auch darauf hin, dass eine Lösung gefunden werden müsse, die im Interesse der ganzen Stadt liegt.

Die Zukunft des Lehrschwimmbeckens ist gemäß Ratsbeschluss gewiss. Es läuft auf eine Schließung hinaus. UWW und CDU erhoffen sich allerdings, dass die Stadtverwaltung während der Standby-Phase Zahlen zur Belegung des Solebads ermittelt und weitere Erfahrungswerte sammelt. Sollte in dieser Zeit festgestellt werden, dass der Plan nicht aufgeht, könnte das Thema neu aufgerollt werden. Die Menschen in Stockum haben diese Hoffnung noch nicht aufgegeben.

Unbefristete Standby-Lösung?

Zur Situation: Die CDU setzt sich in der Debatte um die Schließung des Lehrschwimmbeckens in Stockum weiter für einen vollständigen Erhalt ein. Die UWW forderte in der Ratssitzung im Dezember eine Standby-Lösung. Diese wurde allerdings vom Rat mit einer knappen Mehrheit abgelehnt. Nachdem die Unionsfraktion jüngst das Thema noch einmal im Rat abgesprochen hatte (WA berichtete), habe Bürgermeister Lothar Christ laut Auskunft des UWW-Fraktionschefs Reinhard Stalz zugesichert, das Lehrschwimmbecken über die Sommerferien hinaus – zumindest teilweise – in Betrieb zu lassen. Für Stockumer Vereine und die Grundschulen wäre eine Nutzung dadurch noch weiter möglich. Eine Befristung dafür gibt es laut Stalz nicht – ebenso wenig wie einen Ratsbeschluss.

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