„Boule hat definitiv einen Suchtfaktor"

Wettkampf, Spannung und Spaß: Boule-Gruppe trifft sich jede Woche zum Spielen an der Saline

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Der Bouleplatz an der Saline ist wieder belebt: Die Teilnehmer der ZWAR-Projektgruppe tauschen ihr Wissen über den Sport aus.

Jubelrufe ertönen von dem kleinen schattigen Platz an der Saline. Dann wirft eine Besucherin mit Bedacht eine silberne Kugel, während hinter ihr die Teamkollegen klatschen. Was aussieht, wie ein sportliches Treffen unter alten Freunden ist eigentlich ein Treffen unter Fremden. Doch die Boule-Projektgruppe der Aktion „Zwischen Arbeit und Ruhestand“ ist in vollem Gange und vereint unterschiedliche Menschen in einem Hobby.

Werne – Dass die Gruppe so viel Anschluss findet hat Barbara Schaewitz nicht erwartet, als sie beim ersten ZWAR-Basistreffen vorschlug, gemeinsam Boule zu spielen. „Vor etwa zehn Jahren habe ich mit einigen anderen den Bouleplatz an der Saline eingeweiht – der war aber nie belebt. Das fand ich immer schade“, berichtet sie. 

Heute stehen auf demselben Platz jeden Donnerstagabend etwa 14 Männer und Frauen und werfen die silbernen Kugeln – inzwischen schon einige Monate, ob bei Schauer oder strahlendem Sonnenschein. Vor Spielbeginn werden Spielkarten verteilt, um die jeweiligen Teams zu bilden – rot geht nach rechts, schwarz nach links. 

„Boule hat definitiv einen Suchtfaktor"

Damit alle Spieler stets auf dem gleichen Stand sind, hat Schaewitz einen erfahrenen Hobby-Bouler für die Treffen organisiert: Reinhard Hassler ist in einem Bouleverein in Kamen aktiv und erklärt den Besuchern die Regeln oder gibt Tipps. „Boule hat definitiv einen Suchtfaktor, es ist die perfekte Mischung zwischen Wettkampf, Spannung und Spaß“, sagt Hassler. 

Es sei ein Sport für die, die vielleicht einmal Leistungssport gemacht haben und jetzt aber nicht mehr so fit sind. „Und für die, die einfach eine gute Gesellschaft suchen“, findet der Boule-Spezialist. Die meisten Teilnehmer kannten sich vor dem ersten Treffen untereinander nicht. Bis heute kommen immer wieder neue Gesichter dazu. 

Für die Boule-Gruppe steht zwar der Spaß im Vordergrund, auch wenn es hin und wieder zu scherzhaften Neckereien zwischen den Mannschaften kommt.

So auch Maria Schwabe, die erst zum zweiten Mal mitmacht hat und durch eine Bekannte darauf aufmerksam wurde. An ihrem Shirt ist eine Holzwäscheklammer mit ihrem Namen darauf befestigt. „Ich wurde sofort freundlich aufgenommen“, betont die Kamenerin. In anderen Städten sei das ZWAR-Netzwerk häufig veraltet oder die Angebote nicht mehr ansprechend. Boule könne man in der Umgebung kaum irgendwo unverbindlich spielen. 

Das Set mit den Boulekugeln stellen einige Spieler. Ansonsten können sich Interessierte auch Kugeln im Solebad gegen einen Pfand ausleihen. Auch wenn die Leute vor allem das Hobby verbindet, wird auch viel zusammen gescherzt und aus dem Leben erzählt. „Die Kontakte schlafen schnell ein, wenn man älter wird“, sagt Schwabe, „Man kommt hier nicht nur zum Spielen her, sondern für das freundliche Miteinander“.

Mal necken sich die Mannschaften mit scherzhaften Kommentaren, mal klopfen einem die Teamkollegen nach einem schlechten Wurf auf die Schulter. Und vor allem schallendes Gelächter ertönt regelmäßig auf dem Platz an der Saline. „Hier ist keiner verbissen, auch wenn ein Wurf mal ganz grottenhaft daneben geht“, findet Margarete Krabbe. 

Und auch bei der Wetterlage sind die Spieler alles andere als verkniffen – trotz glühender Sonne und hohen Temperaturen stehen sie auf dem Boule-Platz. „Das ist ein wunderschöner Ort. Er liegt im Schatten, man ist an der frischen Luft und hört noch das Wasser vom Gradierwerk. Ich würde mich freuen, wenn der Bouleplatz belebt bleibt und eine Nachhaltigkeit hätte“, sagt Schaewitz schwärmend. 

Das Treffen in der Projektgruppe kann sich auch schon mal bis in den späten Abend ziehen. Und vom Wegrand vor dem Platz bleibt der ein oder andere Radfahrer oder Spaziergänger kurz stehen und schaut noch eine Weile lang zu.

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