Wernes erste Ratsfrau: Erstes Foto von Anna Beul gefunden

Ein Foto aus der Schulzeit: Adolfine Koch (li.) und Hilde Brüggemann (re.) haben sich verkleidet. In der Mitte Rektorin Anna Beul.

Werne - Anna Beul hat ein Gesicht. Nur einen Tag nach dem Aufruf der Gleichstellungsbeauftragten Gaby Kuschyk meldete sich Adolfine Koch – eine ehemalige Schülerin der Rektorin, die bis 1940 an der Steintorschule wirkte. In ihrem persönlichen Familienalbum fand sich auch ein Foto von Anna Beul.

„Ich habe mich heute Morgen sehr gefreut, dass ich endlich einmal den Namen meiner ehemaligen Lehrerin in der Zeitung lesen konnte“, sagt Adolfine Koch. Sie erinnert sich noch gut an die couragierte Lehrerin.

1932 wurde Adolfine Koch eingeschult. Schon wenig später kam sie an die Steintorschule, an der Anna Beul schon seit 1917 unterrichtete. In den zwei letzten Jahren ihrer Schulzeit war dann Anna Beul tatsächlich auch die Klassenlehrerin der damals 14-jährigen Schülerin.

Immer offenes Ohr für Schüler

Adolfine Koch hat ihr Familienalbum hervorgeholt. Sie zeigt Gaby Kuschyk das Foto von Anna Beul.

„Sie war eine tolle Frau und würde heute noch gut in diese Gesellschaft passen“, erzählt Adolfine Koch. Anna Beul habe gerne Zigarren geraucht und schwarzen Kaffee getrunken. „Zum Abschied haben ihr alle ein Päckchen Kaffee mitgebracht“, erinnert sich die Seniorin. Für die Schüler habe sie immer ein offenes Ohr gehabt und auch bei Unstimmigkeiten mit Lehrern geholfen. „Sie war für jeden Spaß zu haben“, weiß die Seniorin noch zu berichten.

Von den vielen Querelen, die der Versetzung der Rektorin vorangegangen waren, hätten die Schüler nichts erfahren. „Wir dachten, sie gehe in den Ruhestand, als wir die Schule verließen“, so Adolfine Koch.

Sie selber ging mit gutem Rüstzeug von der Schule. Nach dem damals üblichen Pflichtjahr begann sie die Ausbildung bei der Stadtverwaltung. Als Chefsekretärin saß sie dann im Vorzimmer der Stadtdirektoren Dr. Schnitzler, Georg Würmeling, Dr. Heinrich Hoffschulte und noch für kurze Zeit bei Heinz Austermann, bevor sie 1985 in Rente ging.

Zu Hause in der Arenbergstraße

Ein weiteres Puzzle-Teilchen zur Geschichte der Rektorin Anna Beul liefert Egbert Schütte: Er habe die Rektorin damals öfter in der Gaststätte Schulz – heute das chinesische Restaurant Ecke Freiherr-vom-Stein-Straße/Kamener Straße – getroffen. Dort zogen sich die Fußballer für die Spiele im Stadtstadion um. Und dort sei auch die Rektorin gewesen und habe ihre Zigarren geraucht.

Heimatforscher Joseph Funhoff liefert derweil noch den Hinweis, dass Anna Beul unter anderem auch in der Arenbergstraße im Haus von Rektor Surmann – einem Geistlichen der Christophorus-Kirche – gewohnt habe. „Ich bin gespannt, welche Hinweise wir noch erhalten und freue mich über jedes Detail“, zeigt sich Gaby Kuschyk von den ersten Erfolgen begeistert.

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