Altbürgermeister Willi Lülf wird 80

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Seinen 80. Geburtstag wird Willi Lülf mit seiner Frau Marianne und der Familie ganz geruhsam feiern.

Werne - Altbürgermeister Willi Lülf feiert am 31. Oktober seinen 80. Geburtstag. Ein Anlass, auf ein engagiertes und ereignisreiches Leben zurückzublicken.

Sein persönlicher Ehrentag ist der 31. Oktober schon, seit Willi Lülf 1937 als zweites von vier Kindern einer Familie aus dem Bergmannsmilieu in Herford das Licht der Welt erblickte. Dass daraus just zu seinem 80. Geburtstag – wegen eines zugegebenermaßen die Welt etwas stärker beeinflussenden Ereignisses an der Schlosskirche zu Wittenberg vor 500 Jahren – sogar ein nationaler Feiertag geworden ist, lässt Wernes letzten ehrenamtlichen Bürgermeister in der 1999 abgeschafften kommunalen Doppelspitze kurz schmunzeln. Erlaubt ihm das einmalige Geschenk mit dem anschließenden Feiertag Allerheiligen, diesen runden Geburtstag anders zu begehen: Nicht viel Aufhebens machen, mit der Familie feiern statt groß einzuladen. Zumal Ehefrau Marianne im Juni ihren 80. gefeiert hat. Das lange Wochenende ist ideal für das Treffen zum Ehrentag mit Kindern und Enkeln in der zweiten Heimat Oberstaufen. 

Noch lange nicht außen vor 

Eine Weile schon übt sich der Jubilar, der politisch wie beruflich auf Führung gepolt war, in allmählich erlangter Zurückhaltung. „Ich bin aber nicht außen vor“, betont der frühere Steiger und spätere Geschäftsführer der RAG-Töchter Centrans und Montana sogleich. Was passiert in der Stadt (oder seiner Meinung nach besser passieren sollte) verfolge er genau. Vor 16 Jahren zog Lülf nach 35 Jahren im Rat, 17 im Ehrenamt des Bürgermeisters und 20 Jahren CDU-Vorsitz als deren Ehrenvorsitzender politisch aufs Altenteil. Beim Blick zurück macht ihn, auch wegen der aktuellen Europakrise, „ein bisschen stolz“, als Wegbereiter der Städtepartnerschaften etwas Bleibendes zu hinterlassen: Begegnung und Freundschaft von Menschen, deren Nationen sich einmal bekämpften. 

Brückenschlag nach Walcz 

Der Großvater – Bergmann, Zentrumsanhänger und prägende Figur einer Kindheit im Krieg – hat Lülf früh die Abscheu vor den Nazis und den Drang zur Versöhnung nach der Weltkriegsschuld eingeimpft. Die ausgestreckte Hand war bei dem von ihm durchgesetzten Brückenschlag nach Walcz (Polen) vor 25 Jahren so wenig selbstverständlich wie vor 50 Jahren die von seinem Vorgänger und politischen Ziehvater Franzjosef Grube vollzogene Partnerschaft mit Bailleul (Frankreich). Heute gilt dem Vorsitz im Heimatverein Werne seine Aufmerksamkeit und dem seit 49 Jahren von ihm geführten Beamtenverein der ehemaligen Zeche Werne. Aus all den Jahren und Aufgaben hat sich im Archiv des ehemaligen Bürgermeisters und leidenschaftlichen Bewahrers bergmännischen Brauchtums Einiges angesammelt, was in Mußestunden bearbeitet werden will. Wernes erster hauptamtlicher Bürgermeister nach Lülf, Meinhard Wichmann, hat sein Leben gerade auf 500 Seiten zwischen zwei Buchdeckeln für die Nachwelt vorgelegt. Das legt die Frage nahe, ob Willi Lülf als nächstes seine Memoiren schreiben will. „Ich zitiere einmal Pater Camillus, der das bei den Werner Kapuzinern mal gefagt wurde“, antwortet der Jubilar mit süffisantem Lächeln. „Das würde meiner Heiligsprechung nur im Wege stehen.“

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