Werner Pfarrer wollen Fusion in Ruhe angehen

Pfarrer Heiner Innig.

WERNE ▪ Die beiden Hauptverantwortlichen unter den vier katholischen Gemeindepfarrern in Werne sehen ihre Gemeinden durch die neue Frist für eine Fusion zur Stadtpfarrei nicht unter Druck gesetzt.

Wie berichtet, hat das Bistum Münster den Pfarreien im Kreisdekanat aufgegeben, bis Ende 2015 neue Strukturen zu schaffen, weil die personellen und finanziellen Ressourcen das bestehende Angebot so nicht mehr tragen können. Die Verantwortlichen in Werne waren von einem längeren Zeitraum ausgegangen. Die Pfarrgemeinderäte fürchten nun um die Motivation der Ehrenamtlichen.

„Wir hatten schon gehofft, dass das zarte Pflänzchen, das mit der Fusion mit Maria Frieden geschaffen worden ist, noch etwas länger hätte gedeihen können“, bewertete Pfarrdechant Klaus Martin Niesmann die veränderte Ausgangslage für die Christophorus-Gemeinde. Gleichwohl gebe es keinen Grund zur Eile. „Wir können die Dinge in aller Ruhe im Kirchenvorstand und Pfarrgemeinderat besprechen und werden beim Bistum zunächst einmal eine fundierte Stellungnahme abgeben.“ Es blieben ja immerhin fünf Jahre für die Umsetzung; für Prognosen sei es zu früh.

In der Gemeinde Seliger Nikolaus Groß sieht Pfarrer Heiner Innig die zeitlichen Verläufe ähnlich. „Es ist in der Öffentlichkeit der Eindruck eines Akut- und Eilfalls entstanden, das entspricht aber nicht der Realität“, betonte Innig, der auch für das Dekanat Werne verantwortlich ist. Auch er will zunächst die Gemeinde informieren und „mit den Gremien beraten, welchen Folgen das hat“. Aufgaben und Strukturen müssten mit Blick auf die künftige personelle Ausstattung neu definiert werden, „die pastorale Umsetzung ist noch völlig offen“, so Innig. Es gebe zwar nominell weniger Personal als bisher (vier Gemeindepfarrer, zwei Pastoralreferenten, ein Krankenhaus- und ein Schulpfarrer), von „besser oder schlechter“ könne aber ohne Prüfung der Aufgaben keine Rede sein. Daher sei auch der damit verbundene Erhalt der Pfarrheime und Kirchen offen.

Einig sind sich die Pfarrer mit den Pfarrgemeinderatsvorsitzenden Marianne Schäper-Mürmann (St. Christophorus) und Martin Döpker (Seliger Nikolaus Groß) darin, dass der schnellere Vollzug der nächsten Fusion die Ehrenamtlichen stark belasten werden. „Es ist noch gar nicht bei jedem angekommen, dass Seliger Nikolaus Groß jetzt unsere Gemeinde ist, da soll es schon weiter gehen“, sagte Döpker. Dies sei bei der Stellungnahme beim Bistum zu berücksichtigen. In dem Gespräch mit dem Generalvikar und dem Weihbischof habe es auch Signale gegeben, die Frist in Einzelfällen zu lockern. Gleichwohl müssten sich die Gremien jetzt konsequent an die Arbeit machen.

„Ich fürchte um die Motivation der Ehrenamtlichen und dass wir viele Leute verlieren. Die erste Fusion muss noch verarbeitet werden“, teilte Marianne Schäper-Mürmann diese Sorgen. „Wir haben dann nur noch einen Kirchenvorstand und Pfarrgemeinderat, müssen aber 17 000 Mitglieder im Blick haben. Da ist man nicht mehr so nah dran.“ Der forcierte Zeitplan habe sie sehr überrascht. Die Vorsitzende hätte mit 2020 gerechnet.

Die Frage, welche Perspektive sie für sich persönlich in der künftigen Stadtpfarrei sehen, stellt sich für Pfarrer Niesmann und Innig zum gegenwärtigen Zeitpunkt noch nicht. ▪ bkr

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